Rechtsextreme Chats in NRW Ermittler machen nächsten skandalösen Fund bei Polizistin

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Polizei Fahrzeuge stehen vor einer Polizeidienststelle in Mülheim an der Ruhr. Fast 30 Polizisten in Nordrhein-Westfalen stehen unter Verdacht, jahrelang rechtsextremen Chat-Gruppen angehört zu haben. Fast alle Verdächtigen seien Polizistinnen und Polizisten in Mülheim/Ruhr.

Essen – Der Skandal um die rechtsextremen WhatsApp-Chats in Nordrhein-Westfalen weitet sich immer weiter aus.

Nun haben die Ermittler bei einer Polizistin dienstliche Munition, ein Gewehr und eine geringe Menge Amphetamin entdeckt.

  • Ermittler aus Duisburg durchsuchen die Wohnung einer Frau, weil sie deren Freund dort vermuten.
  • Der Freund gehört zu den Beschuldigten im Fall der rechtsextremen WhatsApp-Chats in NRW.
  • In der Wohnung der Polizistin entdecken die Ermittler Munition, ein Gewehr und Drogen.

Wie die Duisburger Staatsanwaltschaft am Freitag (18. September) mitteilte, hatte man die Wohnung der Frau eigentlich durchsucht, weil man ihren Freund dort vermutete.

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Er gehört – im Gegensatz zu der Polizistin – zu den Beschuldigten im Fall der Chats. Gegen die Frau werde jetzt unter anderem wegen der Drogen ermittelt. Mit den Chats habe sie offenbar nichts zu tun.

Polizei-Skandal in NRW: Auswertung wird einige Zeit in Anspruch nehmen

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, wurden bei den Razzien am Mittwochmorgen 43 Mobiltelefone, 20 Laptops, 9 Tablets, zwei Schlagringe und zwei Pfeffersprays sichergestellt. Die Auswertung der Handys und Computer werde wegen der Datenmenge einige Zeit in Anspruch nehmen.
Insgesamt haben die Ermittler nach Angaben von Innenminister Herbert Reul (CDU) 30 Polizistinnen und Polizisten im Visier.

Da nicht alle von ihnen rechtsextreme Nachrichten in die Gruppe aktiv gesendet hatten beziehungsweise Fälle schon verjährt sind, wird nur gegen einen Teil auch strafrechtlich ermittelt. Suspendiert wurden alle. 14 Beamte sollen komplett aus dem Dienst entfernt werden.

Rechtsextreme Chats: Beamte suspendiert, Beschuldigte räumen Postings ein

Laut „Spiegel“ haben mehrere Beschuldigte die Postings eingeräumt. Sie sollen ein Fehlverhalten gestanden und angegeben haben, dass die Inhalte der Chats nicht ihrer politischen Überzeugung entsprächen. Gegenüber den Ermittlern sollen sich laut „Spiegel“ alle kooperativ gezeigt haben.

Der Anwalt eines Beschuldigten hatte der dpa gesagt, dass sein Mandant nicht rechtsradikal sei und der Polizist sein Verhalten als „große Gedankenlosigkeit“ einstufe.

Bereits am Donnerstag (17. September) äußerte sich Reul schockiert über die Inhalte der von den Beschuldigten verbreiteten rechtsextremen Inhalte. „Was ich da gestern gesehen habe, hat eine Dimension in einer Abscheulichkeit, die ich nicht für möglich gehalten habe“, sagte er und räumte ein, Fragen zu verstehen, wie so etwas im Bereich der Polizei möglich sei. (dpa/mg)

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