Abo

NRW-VerkehrsbilanzSchock-Anstieg bei Unfällen – Kinder auf E-Scootern besonders in Gefahr

Innenminister Reul stellt Verkehrsunfallbilanz vor

Copyright: Fabian Strauch/dpa

E-Scooter-Unfälle stiegen bei Kindern und Jugendlichen besonders stark an.

Die neue Verkehrsstatistik für NRW ist ein echtes Warnsignal: Mehr Crashs, mehr Verletzte. Eine Entwicklung macht Innenminister Herbert Reul (CDU) besonders zu schaffen und sie betrifft die schwächsten Teilnehmer im Verkehr.

Die Verkehrslage in Nordrhein-Westfalen ist unübersichtlicher und riskanter geworden. Das belegen die Daten aus dem Vorjahr, die NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) präsentierte. Zwar sank die Zahl der Verkehrstoten mit 479 Getöteten leicht (Vorjahr 485), doch die Unfallzahlen kletterten auf circa 656.000 und die der Verletzten auf rund 81.200.

„Wo mehr Verkehr auf gleich viel Raum trifft, entstehen neue Konflikte – und diese Konflikte schlagen sich in den Unfallzahlen nieder“, so Reul laut einer Meldung der dpa. Eine bestimmte Gruppe bereitet ihm dabei massive Kopfschmerzen.

Unfall-Explosion bei Kindern auf E-Scootern

Der wohl dramatischste Zuwachs findet sich bei Kindern, die E-Scooter nutzen. Obwohl es ihnen gesetzlich untersagt ist, erhöhte sich die Anzahl verunfallter Kinder um unfassbare 72 Prozent auf 566. Ein Fakt, der sprachlos macht. Inzwischen befinden sich beinahe 80 Prozent dieser Roller in privater Hand.

Doch auch generell stellen die agilen Roller ein zunehmendes Risiko dar: Ungefähr 3.900 Personen hatten 2023 einen Unfall mit einem E-Scooter – das ist ein Plus von 50 Prozent. Häufige Gründe für die Crashs sind Alkoholkonsum, das Befahren verkehrter Wege oder zu hohes Tempo. Reul brachte daher die Idee einer Führerscheinpflicht für E-Scooter ins Spiel.

Drahtesel als Todesfalle? Rekord bei toten Radfahrern

Inzwischen machen Fahrräder und Pedelecs mehr als ein Drittel sämtlicher Unfälle mit Personenschaden aus. Dabei verloren im letzten Jahr 106 Menschen ihr Leben – der höchste Wert seit zehn Jahren. Die Schuld liegt dabei meist nicht bei den Radelnden: Bei etwa zwei Dritteln der Kollisionen wird der Unfall durch den anderen Beteiligten verursacht, der den Radfahrer häufig nicht wahrnimmt.

Besonders betroffen sind auch hier wieder junge Menschen: Die Anzahl der E-Bike-Crashs mit verletzten Kindern kletterte um 59 Prozent auf 266. „Pedelecs sind längst kein ‚Seniorenfahrzeug‘ mehr“, kommentierte Reul.

Illegale Rennen: Düsterer Rekord mit 19 Todesopfern

Ein weiteres finsteres Thema sind die verbotenen Autorennen. Mit 2.384 gemeldeten Fällen wurde ein neuer Höchstwert für NRW erreicht. Die Konsequenzen: 663 Unfälle und 19 Todesopfer – mehr als je zuvor seit der Verschärfung des Gesetzes 2017.

Reul warnt: „Es sind zu viele bekifft unterwegs“

Auch Fahren unter Rauschmitteleinfluss ist ein immer größeres Problem. Die Polizei hat 2023 so viele Fahrer unter Drogeneinfluss erwischt wie nie zuvor. Die Anzahl der Crashs, die auf Drogen oder Alkohol zurückgehen, erreichte mit 4.404 Fällen ebenfalls einen neuen Rekord. Besonders alarmierend: Unfälle nach dem Konsum von Cannabis stiegen um 23 Prozent an. Reuls deutliche Botschaft dazu: „Es sind zu viele bekifft unterwegs.“

Einen positiven Aspekt gibt es in der düsteren Bilanz aber doch: Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer ist um 47 Prozent auf 45 gesunken, was einem Tiefstand seit zehn Jahren entspricht.

ADAC-Fachmann Prof. Roman Suthold bezeichnete die Unfallstatistik als „zu hoch“ und verlangte einen besseren Schutz für ungeschützte Verkehrsteilnehmer sowie mehr gegenseitige Vorsicht. Er unterstrich, dass E-Scooter keine Spielzeuge sind. Das Fahren zu zweit oder berauscht steigere die Unfallgefahr massiv. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Ein Polizeiauto mit Blaulicht an einer Unfallstelle. (Symbolfoto)

Von Sonne geblendet

Busfahrer kracht in Pkw – junger Mann (21) in Klinik