Millionen erbeutet Mega-Betrug in NRW: Urteil gegen Callcenter-Bande gefallen

Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon. Viele ältere Menschen fallen immer wieder auf den sogenannten Enkeltrick herein.

Das Urteil gegen eine Betrügerbande, die auch in NRW aktiv war ist gefallen. Auf dem Symbolfoto telefoniert eine ältere Frau im Oktober 2019. 

Das Urteil gegen eine Callcenter-Betrügerbande ist gefallen. Den Verdächtigen wurden 93 Taten zugeordnet, 50 davon sind in Nordrhein-Westfalen passiert.

Osnabrück. Anderthalb Jahre nach einem Schlag gegen eine als falsche Polizisten agierende Betrügerbande sind mehr als die Hälfte der 32 Tatverdächtigen von bundesdeutschen Gerichten verurteilt worden. Auch in NRW waren viele zum Opfer der dreisten Betrügermasche geworden. Die Urteile reichen von neun Monaten bis zu sechs Jahren Gesamtfreiheitsstrafe, teilte die Polizeidirektion Osnabrück am Freitag (19. November 2021) mit. Noch seien nicht alle Prozesse und Ermittlungen abgeschlossen.

NRW: 50 Straftaten in NRW – Callcenter-Bande mit Millionenbeute

Insgesamt 32 Tatverdächtigen wurden 93 Taten in zehn Bundesländern zugeordnet, mehr als 50 davon geschahen in Nordrhein-Westfalen. Dabei wurden von den Opfern rund 2,6 Millionen Euro erbeutet.

Den Anlass für die Ermittlungen hatte im September 2018 der Sohn einer 80-Jährigen in Osnabrück gegeben. Er informierte die Polizei über Anrufe angeblicher Polizisten an seine Mutter.

Durchsuchungen in NRW: Behörden zerschlagen starkes Netzwerk

Mitte Februar 2020 wurde von Osnabrücker Ermittlern zusammen mit Koblenzer und türkischen Behörden das rund 70 Mitglieder starkes Netzwerk zerschlagen.

Damals gab es in Nordrhein-Westfalen mehrere Durchsuchungen in Köln, Bochum, Frechen, Münster, Datteln, Rheine, Olfen und Dortmund.

NRW: Callcenter-Betrügerbande – Großteil der Beute ging in die Türkei

Aus den Callcentern in der Türkei wurden die Opfer in Deutschland angerufen. Dabei stellten sich die Anrufer als Polizeibeamte oder Staatsanwälte vor und brachten die angerufenen Senioren dazu, große Mengen Geld, Gold oder anderen Wertgegenständen an angebliche Polizeibeamte herauszugeben. Die Beute ging wahrscheinlich über verschiedene Wege in die Türkei. In diesem Zusammenhang laufen noch Geldwäscheermittlungen. (dpa)

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