„Erreichen sie endlich“ Ärzte-Chef über riesige Pandemie-Hoffnung in NRW

Der Arzt Jakob Ernst verabreicht eine Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Moderna im "Hofbräu". Das Bild wurde am 7. Januar 2022 aufgenommen.

In NRW kommt ab Ende Februar der neue Impfstoff Novavax zum Einsatz. Auf dem Symbolfoto wird ein Mann in Bayern im Januar 2022 gegen das Coronavirus geimpft.

Auf den neuen sogenannten „Totimpfstoff“ Novavax sollen viele bislang Ungeimpfte gewartet haben. Experten der KV Nordrhein setzen große Hoffnungen in das neue Präparat, das Ende Februar in NRW kommen soll.

Die Omikron-Welle rollt durch NRW. Doch wie sich bei der Pressekonferenz der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) am Mittwoch (26. Januar 2022) in Düsseldorf zeigt, gibt es aktuell mehrere große Hoffnungsschimmer bei der Pandemie-Bekämpfung.

76 Prozent der über 60-Jährigen sind bereits geboostert. Hinzu kommt ein gewaltiger Lichtblick, was die Zahl der Ungeimpften angeht. Denn der neue sogenannte „Totimpfstoff“ Novavax kommt bald.

Die Hoffnung der Experten in der Runde: Der neue Impfstoff könnte die Impflücke in NRW von mehr als 20 Prozent bei den Jugendlichen und Erwachsenen schließen – und die Skeptiker in die Arztpraxen locken.

NRW: KV Nordrhein-Chef setzt große Hoffnungen in Novavax-Impfstoff

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„Wir erreichen mit Novavax endlich die, die noch auf den ‚richtigen Impfstoff‘ warten. Ich kenne eine ganze Reihe davon, die das so sehen“, sagt Dr. Frank Bergmann von der KV Nordrhein hoffnungsvoll.

Auch wenn NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann den neuen Impfstoff erst einmal priorisiert an Altenheime und Krankenhäuser ausliefern will, zeigt sich Dr. Frank Bergmann zuversichtlich, dass die Arztpraxen zu einem späteren Zeitpunkt viele Ungeimpfte mit Novavax erreichen können.

NRW: Novavax soll ab Ende Februar  eingesetzt werden

„Der Gedanke des Gesundheitsministers ist sinnvoll. Genau da, wo Menschen sind, die sich bis jetzt nicht haben impfen lassen, die sich aber mit einem klassischen proteinbasierten Impfstoff impfen lassen würden, muss der Impfstoff zuerst eingesetzt werden“, führt Bergmann aus.

„Es ist nachvollziehbar, dass wir im Gesundheitswesen mit der Novavax-Verimpfung anfangen, damit wir keine Engpässe bei der medizinischen Versorgung bekommen. Ich gehe aber davon aus, dass Novavax zügig nachgeliefert wird und dann bald alle Zugang zu diesem Impfstoff haben“, so Bergmann.

Ab 21. Februar soll der neue und proteinbasierte Impfstoff Novavax in NRW ausgeliefert werden.

NRW: Neuer Novavax-Impfstoff muss zweimal verimpft werden 

Die Dauer des Impfschutzes von Novavax sei jedoch bisher nicht bekannt, erklärt Dr. Holger Neye von der KV Nordrhein. „Der proteinbasierte neue Impfstoff kann ab 18 Jahren verimpft werden. Es werden zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verimpft“, erklärt Neye.

Für die Arztpraxen in NRW soll die Handhabung und Lagerung des Impfstoffs demnach kein Problem darstellen. 

NRW: Lichtblick gegen Coronavirus – neue Arzneimittel im Einsatz 

Ein weiterer Lichtblick in der Bekämpfung von Corona seien einige neue Arzneimittel, die gegen das Virus eingesetzt werden können, noch bevor Patienten überhaupt ins Krankenhaus kommen.

„Es gibt zwei Gruppen dieser neuen Arzneimittel, das sind einmal Antikörper-Wirkstoffe und Arzneimittel zur antiviralen-Therapie“, erklärt Neye. Bei der Gruppe der antiviralen Medikamente könne man Arzneimittel sogar präventiv bei Patienten mit hohem Ansteckungsrisiko verwenden.

Bei aller Hoffnung auf Wirksamkeit der neuen Medikamente stellt Neye aber klar, dass diese Arzneimittel „die Impfung nicht ersetzen können“. Trotzdem seien sie ein weiterer hilfreicher Baustein zur Bekämpfung des Coronavirus.

NRW: Impfquote noch unter 80 Prozent

Laut der KV Nordrhein (KVNO) ist das der aktuelle Stand bei den Impfungen:

  • In NRW sind 79,4 Prozent der Menschen im Land mindestens einmal geimpft.
  • 53,2 Prozent sind geboostert.
  • Damit ist NRW im Ländervergleich bei den Erstimpfungen auf Platz vier, beim Boostern auf Platz fünf.
  • Bei den über 60-Jährigen sind 91,8 Prozent einmal geimpft, 76 Prozent sind geboostert.

Es müsse jetzt alles dafür getan werden, um noch mehr bisher Unentschlossene dazu zu bekommen, sich für eine Impfung zu entscheiden, appelliert der KV-Vorstandsvorsitzende Frank Bergmann abschließend.

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