Kirmes in NRW Mädchen (12) wird aus Karussell-Gondel geschleudert – Ursache steht fest

Die "Krake" auf der Haaner Kirmes ist mit Polizeiflatterband abgesperrt.

Die Polizei hat die „Krake“ auf der Haaner Kirmes mit Flatterband abgesperrt. Am Samstagnachmittag (24. September 2022) war dort ein Mädchen (12) rausgeschleudert worden.  

Schock-Moment auf einer Kirmes im nordhein-westfälischen Haan: Eine 12-Jährige ist bei voller Fahrt aus einem Karussell geschleudert worden. Jetzt steht die Ursache fest.

Auf der „Haaner Kirmes“ ist es am Samstagnachmittag (24. September 2022) zu einem Unfall gekommen: Ein Mädchen (12) wurde aus einer Gondel der „Krake“ geschleudert und flog gegen eine Vierjährige, die sich am Rand des Karussells befand. 

Am Montag hat die Polizei bekannt gegeben, wie es zu dem Unglück kommen konnte. 

Unfall auf Kirmes in Haan: Ermittlungen gegen vier Arbeiter

So waren Experten der Polizei Mettmann, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Haan sowie ein externer Gutachter des TÜVs am Vormittag noch einmal vor Ort, um die Ermittlungen hinsichtlich der Unfallursache fortzuführen. „Hierbei wurde festgestellt, dass am Schließbügel der Gondel, aus der das Mädchen geschleudert worden war, ein technischer Defekt vorlag und sich der Bügel daher nicht korrekt schließen ließ“, so ein Polizeisprecher. 

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Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen vier Arbeiter eingeleitet. Vorwurf: Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Die Mitarbeiter des Fahrgeschäfts sollen dafür verantwortlich gewesen sein, die korrekt Schließung der Sicherheitsbügel vor Fahrtantritt zu überprüfen. Der Polizeisprecher: „Die Vernehmungen der Beschuldigten sowie die weiteren Ermittlungen dauern aktuell noch an.“

Darüber hinaus hat die Bauaufsichtsbehörde der Stadt Haan angeordnet, dass die „Krake“ für den Rest der Haaner Kirmes stillgelegt bleibt. 

Kirmes-Unglück in Haan: Vierjährige weiterhin im Krankenhaus

Gute Nachricht von den verletzten Mädchen: Beide wurden nicht so schlimm verletzt, wie zunächst befürchtet. So konnte die Zwölfjährige bereits am Sonntag das Krankenhaus wieder verlassen. Die Vierjährige, die sich nach neuesten Erkenntnissen auf dem Arm ihrer Mutter (33) befand, war somit nicht direkt von der Zwölfjährigen getroffen worden. Die Kleine bleibt aktuell aber noch zur Beobachtung im Krankenhaus. Ihre Mutter erlitt leichte Verletzungen. 

Hubert Markmann, Inhaber der „Krake“, zeigte sich am Sonntag im Gespräch mit EXPRESS.de geschockt über den Vorfall. „Technisch ist es gar nicht möglich, dass der Bügel aufgeht“, meinte der Bonner Schausteller. Er hält engen Kontakt zu den Angehörigen. 

Haaner Kirmes: Mädchen aus „Krake“ geschleudert – Frau schrie

Bis der Unfall überhaupt aufgefallen sei, habe es einige Zeit gedauert, erzählt er: „Eine Frau mit Kind hat in einer Gondel laut geschrien. Wir haben die ‚Krake‘ sofort gestoppt. Es hat dann lange gedauert, bis sie uns mitteilen konnte, dass das Mädchen aus der Gondel gestürzt war. Die Kleine saß neben einem Baum, völlig unauffällig. Wir konnten das erst gar nicht zuordnen.“

Der Bonner Schausteller betont: „Wir haben den Fahrbetrieb sofort nach dem Unglück von uns aus eingestellt, noch bevor Polizei und Ordnungsamt vor Ort waren. Wir haben alle nötigen Unterlagen direkt komplett den Behörden zu Verfügung gestellt. Jetzt warten wir ab, wie es weitergeht. Die für uns zuständigen Sachverständigen kommen aus München, auf die warten wir.“

Hubert Markmann hatte die „Krake“ gerade erst umgestaltet, unter anderem mit neuen Gondeln. „Wir haben 280.000 Euro investiert“, so der Bonner. (ms/iri)

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