Unwetter-Drama in Erftstadt Experte erklärt, warum es gerade Blessem so hart trifft

Ein Auto hängt im Ortsteil Blessem über einem Abgrund. Starkregen hatte am Mittwoch (14. Juli 2021) zu schweren Überschwemmungen und Hochwasser geführt.

Ein Auto hängt im Ortsteil Blessem über einem Abgrund. Starkregen hatte am Mittwoch (14. Juli 2021) zu schweren Überschwemmungen und Hochwasser geführt.

Das Hochwasser in Erftstadt-Blessem ist dramatisch. Häuser stürzten ein, Menschen sind gestorben. Experte Matthias Habel erklärt, warum das Unwetter ausgerechnet Blessem so hart getroffen hat.

Erftstadt. Es sind Bilder, die uns den Atem stocken lassen: In Erftstadt-Blessem stürzen Häuser ein, Menschen sind gestorben. Die Bundeswehr hilft derzeit (Stand Freitag, 16. Juli) bei der Evakuierung der Menschen, die noch ihren Wohnungen und Häusern sind. Warum aber hat das Hochwasser, das nach dem Unwetter vom 14. und 15. Juli viele Menschen ins Unglück stürzte, gerade in Blessem eine so massive Auswirkung?

Diplom-Geograf Matthias Habel erklärt auf EXPRESS.de die dramatische Lage in Erftstadt-Blessem: „Nördlich von Blessem befindet sich eine Kiesgrube. Das massive Hochwasser der Erft, die schon weit vor Blessem über die Ufer getreten ist, bahnt sich seinen Weg und läuft schlussendlich in diese Grube. Durch das einströmende Wasser vergrößert sich der Grubenrand immer mehr und verlagert sich in Richtung der Ortschaft.“

Eine Ansicht von Erftstadt-Blessem und der Kiesgrube vor der verheerenden Flut.

So sah es vor dem Unwetter in Erftstadt-Blessem und Umgebung aus: Die undatierte Aufnahme von Google Earth zeigt den Ortsteil Blessem (links) und die daneben liegende Kiesgrube (rechts), rechts oben im Bild fließt die Erft.

Erftstadt: Kiesgrube bei Blessem
wird immer größer

Das Prozedere sei, so Habel weiter, vergleichbar mit einem Loch, das man am Strand beim Sandburgenbauen gräbt: „Läuft dort Wasser hinein, wird das Loch immer breiter. So ist es auch bei der Kiesgrube in Erftstadt.

Sie wird immer größer, füllt sich mit Erde der umliegenden Felder und nähert sich mit ihren sich ausdehnenden Rändern dem Ort.“

Experte zu Erftstadt: „Es ist eine Tragödie“

Matthias Habel, der an der Universität Bonn studierte, fügt hinzu: „Das aktuelle Hochwasser hat vielerorts alle bislang bekannten historischen Höchststände früherer Fluten weit überstiegen. Es ist eine Tragödie.“ (smo)

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