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Männer schlendern durch GrünflächeA553-Rastplatz bleibt beliebt für schnellen Sex

Autobahnkreuz Bliesheim, Verkehrsinfrastruktur aus der Vogelperspektive Deutschland, Bliesheim, Weilerswist, Autobahnkreuz, Verkehr LicenseRF Copyright: xZoonar.com/PascalexJansenx 24387205

Copyright: IMAGO/Zoonar

Blick auf das Autobahnkreuz Bliesheim: Der Rastplatz „Am alten Hau“ in der Nähe ist ein beliebter Sextreff.

Ein Rastplatz bei Erftstadt sollte ein Vorzeige-Ort für Familien werden. Doch die Realität sieht anders aus.

Zäune kaputt, Trampelpfade in dunkle Ecken, überall Abfall: So präsentierte sich der Rastplatz „Am alten Hau“ an der Autobahn 553 Richtung Bliesheimer Kreuz vor zwei Jahren. Ein katastrophaler Anblick.

Doch nach der Sanierung wirkt er wie verwandelt: Man hat Büsche und Gestrüpp entfernt, barrierefreie Wege führen von den Parkbuchten ins Grüne zu den Sitzgelegenheiten.

In den Bäumen wurden Nistkästen aufgehängt, eine Wildblumenwiese ist in Sichtweite angelegt. Ein Bienenhotel soll dort ebenfalls noch aufgestellt werden. „Durch die aufgelockerte und lichtdurchlässige Bepflanzung wollten wir die Aufenthaltsqualität erhöhen, insbesondere für Familien“, sagt die Leiterin der Autobahnmeisterei, Kerstin Janitz.

Ein weiterer, erhoffter Nebeneffekt der kompletten Erneuerung und der Entfernung der versteckten Nischen ist jedoch ausgeblieben: Der Parkplatz ist weiterhin ein angesagter Treffpunkt für schnellen Sex ohne Verpflichtungen, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet.

Männer schlendern durch Grünfläche

Häufig schon am Vormittag schlendern hauptsächlich Männer aller Altersgruppen durch die parkähnliche und offen gestaltete Grünfläche. „Einige von ihnen sieht man hier täglich“, merkt Thomas Bauerfeind an. Er ist seit 1993 Mitarbeiter bei der Autobahnmeisterei in Weilerswist.

Eine Veränderung stellen sie aber doch fest: Bereits während der Umbauarbeiten verlagerte sich die Szene auf den Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite. Beliebt sind außerdem weitere Rastanlagen entlang der A1 in Richtung Trier, zum Beispiel „Oberste Heide“ und „Grüner Winkel.“

Das Verabreden zum Sex, auch Cruising genannt, ist rechtlich nicht verboten. Höchstens könnte das Herumstreifen auf der Suche nach schnellem Sex als Erregung öffentlichen Ärgernisses gewertet werden. Die Behörden verfolgen dies aber nur nach einer Anzeige oder wenn jemand auf frischer Tat ertappt wird.

Nachts hell erleuchtet, aber trotzdem nicht sicher

Der Rastplatz an der A553 wird größtenteils trotzdem von denen genutzt, die eine kurze Rast nach einer langen Fahrt einlegen wollen: Da sind die Familien, die sich vor oder nach einem Ausflug ins Brühler Phantasialand stärken oder die WC-Anlagen aufsuchen. Lkw-Fahrer schätzen den Parkplatz, da es hier ruhiger zugeht als an der stark frequentierten A1. „Nachts sind alle Lkw-Stellplätze belegt“, weiß Janitz.

Um das Sicherheitsgefühl von Lkw-Fahrern und Reisenden zu verbessern und Kriminalität einzudämmen, sind die meisten Rastanlagen nachts hell ausgeleuchtet.

Dass Beleuchtung allein keinen vollständigen Schutz gewährleistet, mussten Janitz und ihre Mitarbeiter vor wenigen Wochen erleben, als Unbekannte nachts zuerst die Stromkabel der Lampen durchtrennt hatten. Im Schutz der Finsternis haben sie dann – während die Fahrer in ihren Kabinen schliefen – einen Lkw-Tank aufgebohrt und Treibstoff aufgefangen.

„Jedes dritte Nummernschild holt die Polizei auch bei uns ab“

Da ihre Kanister anscheinend voll waren, lief der restliche Tankinhalt auf dem Rastplatz aus. Der Dieselkraftstoff verteilte sich über die gesamte Fläche – von der Zufahrt bis zur Abfahrt. „Reinigungsmaßnahmen in dieser Größenordnung dauern den ganzen Tag und kosten schnell 10.000 Euro und mehr“, erklärt sie. Diese Kosten tragen die Steuerzahler.

Andere Probleme sind hingegen alltäglich: Die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei rufen regelmäßig die Polizei, etwa wenn sie Kfz-Nummernschilder im Gebüsch entdecken oder mit Ausweisen und anderen Papieren gefüllte Brieftaschen. „Jedes dritte Nummernschild holt die Polizei auch bei uns ab“, erklärt Janitz. Das sei dann gestohlen.

Erst vor Kurzem konnten sie den Beamten auch eine Brieftasche übergeben, die sie im Dickicht am Rastplatz „Am alten Hau“ entdeckt hatten. Später erfuhren sie, dass sich die Besitzerin sehr gefreut habe; ihr sei die Brieftasche kurze Zeit zuvor beim Einkaufen aus der Tasche gestohlen worden.

Auch Wildschweine bleiben ein Ärgernis

Aktuell erleben Fröhlich und seine Kollegen auch, wie die Edelstahl-Armaturen der Behindertentoiletten brutal aus der Wand gehebelt und mitgenommen werden. Und immer wieder müssen sie feststellen, dass Toilettennutzer keinerlei Anstand besitzen und die Klos sowie die Wände und Türen sogar absichtlich verschmutzen. „Dabei werden diese Toiletten zweimal am Tag gereinigt“, berichtet Bauerfeind.

Und dann sind da noch die Wildschweine. Sie waren und bleiben auch auf den Rastanlagen „Am alten Hau“ ein Ärgernis. Und das, obwohl die beiden Parkplätze in den hinteren Bereichen mit Zäunen gesichert sind. Nur an manchen Stellen haben die Zäune Türen, die sich eigentlich von selbst mechanisch schließen. Doch die Stahlfedern werden immer wieder gestohlen. Und wenn die Türen nicht mehr schließen, haben es die Wildschweine leicht, auf die Rastplätze zu gelangen – angelockt etwa vom Duft unbedacht weggeworfener Essensreste.

„So nicht“, hatte sich Bauerfeind zuletzt gesagt. Als wieder eine der Federn verschwunden war, hatte er die neue Feder dick mit Fett eingeschmiert. „Die packt jetzt erst einmal keiner mehr an“, hofft er. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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