Versteigerung in Düsseldorf Hier kommen echte Zuhälter-Karren unter den Hammer

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Der Lamborghini „Aventador“ in knall-orange und der Lamborghini „Huracan“ in violett. Beide konnten meistbietend verkauft werden. 

Düsseldorf – Ein Klinkerbau in Lierenfeld, Königsberger Straße 100: Eine ganze Armada Unter- und Mittelklasse-Autos ist hier geparkt, zumeist Kombis, VW oder Ford. Fast alle grau-metallic. Schilder zeigen an, was die Pkw kosten sollen. Doch zwei Fahrzeuge passen hier nicht wirklich dazu.

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Der Lamborghini „Aventador“ in knall-orange und der Lamborghini „Huracan“ in violett. Beide konnten meistbietend verkauft werden. 

Ein Lamborghini „Aventador“ in der Farbe Knallorange und ein Lamborghini „Huracan“ in Violett. Wer kauft sich eigentlich solche Fahrzeuge? Willkommen bei Düsseldorfs verrücktester Fahrzeug-Auktion.

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Einer der Interessenten gibt ein Gebot ab. Doch für die beiden Lamborghini musste man extrem tief in die Tasche greifen. 

Alles zum Thema Ford

Veranstaltet wird die Versteigerung einmal monatlich von der Oberfinanzdirektion von NRW. Gewöhnlich wird da nur eine ziemlich dröge und graue Fahrzeug-Flotte meistbietend an den Mann gebracht. Doch an diesem Mittwochnachmittag ist alles anders.

Autos der Clans: Lamborghini-Versteigerung in Düsseldorf 

Mehrere Hundert Besucher sind in die Halle gekommen. Alle wollen sehen, wer die als Zuhälterkarren verschrienen Luxus-Sportwagen käuflich erwirbt. Klaus Stickel (59) ist einer der Auktionatoren. „Da sollte schon ein bisschen was bei rumkommen“, sagt er mit Blick auf die beiden grellen Boliden.

„Schon einige Zehntausend Euro mehr als das Mindestgebot.“ Das liegt bei dem Huracan bei 117.300 und bei dem „Aventador“ bei 125.500 Euro. All die grauen Langweiler-Autos hingegen sind ausgediente Dienstfahrzeuge aus Beständen von NRW-Landesbehörden.

Wem gehörten die Lamborghini? Versteigerung in Düsseldorf

Doch woher die beiden Sportwagen kommen, das will Stickel nicht verraten. Es hat sich aber längst herumgesprochen: Die Lambos wurden von der Polizei bei der großen Razzia gegen Clans in Hagen sichergestellt. Und irgendwo müssen die Asservate, die gerade mal Zehn- und Zwanzigtausend Kilometer auf dem Tacho haben, ja jetzt hin.

Gegen 9.30 Uhr beginnt die Auktion. Interessenten heben einfach die Hand, um ein Gebot abzugeben. Ein grauer Ford Focus geht für 9600 Euro an einen Käufer, ein grauer VW Touran für 18.000 Euro. Dann ist es 9.45 Uhr.

Erster Lamborghini geht an den Meistbietenden

Das Grundgebot für den Aventador in orange wird genannt. Der Erste bietet 130.000 Euro. Es geht los: 140.000 Euro werden genannt, 194.000 Euro. Um 9.50 Uhr ist man bei 218.00 Euro angelangt. Es ist das letzte Gebot. Zuschlag für den Käufer! Applaus im Publikum!

Der Bieter, ein unauffälliger Mann um die 55 Jahre mit Brille, Jeans und natogrüner Jacke, geht zur Kasse, bezahlt den Lamborghini und bekommt die Schlüssel ausgehändigt. Er will anonym bleiben.

Wer kauft solche grellen Super-Sportwagen?

EXPRESS fragt ihn, warum er sich so ein teures Fahrzeug kauft. „Das ist ein interessanter Sportwagen, der mir gefällt“, sagt er. Er habe bereits einen Sportwagen in der Garage stehen. Was für einen, verrät er nicht.

Der violette Huracan geht wenig später für 172.000 Euro an Orhan Aydin (28), einen Händler exklusiver Sportwagen, der aus der Nähe von Stuttgart hergekommen ist. „Ich habe bereits einen Interessenten dafür, einen prominenten US-amerikanischen Sänger, der in Paris lebt.“

Die Diskretion dem Kunden gegenüber gebiete aber, über seinen Namen zu schweigen. Ursprünglich wollte Aydin sogar beide Lambos kaufen. „Aber das lag ein bisschen über meinem Budget.“ Jetzt wird er den violetten Schlitten erst mal nach Stuttgart bringen.

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