„Hannibals Schattenarmee“ Umstrittener Verein „Uniter“ marschiert durch Düsseldorf

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Soldaten des Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr bei einer Übung. Aus ihren Reihen stammt der Uniter-Gründer André S. Er soll auch „Hannibal“ sein - der Koordinator eines rechtsextremen Netzwerks, das den bewaffneten Umsturz vorbereitete.

Düsseldorf – Ende 2018 geriet der Verein „Uniter“ in die Schlagzeilen. Sein Mitgründer André S. solle einer der Hintermänner eines „Schattennetzwerks“ in der Bundeswehr gewesen sein, die Todeslisten von linken Politikern führte. So berichtete es die taz. Dieser Verein will an Karfreitag jetzt durch Düsseldorf marschieren.

Es war eine Geschichte, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Im Dezember 2018 berichtete die taz unter dem Titel „Hannibals Schattenarmee“ über ein rechtsextremes Netzwerk aus Bundeswehrsoldaten, Veteranen, Polizisten und Beamten des Verfassungsschutzes.

Sie tauschten sich in sogenannten „Prepper-Foren“ im Internet aus. „Prepper“ bereiten sich auf den Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung vor. Doch die Prepper dieses Netzwerks, das in die Foren Nord, Süd, West und Ost unterteilt war, wollten mehr. Sie planten den gewaltsamen Umsturz.

Geheime Chats über Telegram

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In der Chatgruppe Nord (alle Chats wurden mit der App Telegram abgewickelt) wurde gar der Plan entwickelt, linke Politiker und Journalisten zu verhaften und zu exekutieren. Die Diskutanten führten eine Todesliste. Ganz oben: Sarah Wagenknecht, die damalige Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion.

In der Mitte dieses Netzwerks saß laut Recherchen der Taz eine ganz fette Spinne. Codename „Hannibal“. Dahinter soll André S. (33) stecken, gebürtig aus Halle an der Saale. Er war der Administrator der Chats Nord und Süd.

Im Süd-Chat aktiv: Bundeswehrsoldat Franco A., gegen den die Bundesanwaltschaft wegen Terrorverdacht ermittelte. Er hatte sich als syrischer Asylbewerber getarnt und soll Waffen und Munition für einen Anschlag gehortet haben.

„Hannibal“ war Soldat beim KSK

André S. ist ebenfalls Soldat. Er war lange beim Kommando Spezialkräfte (KSK), der Eliteeinheit der Bundeswehr. Und er ist Mitgründer des Vereins „Uniter“ (lat. für „in eins verbunden“). Dieser Verein für Soldaten, Veteranen und Angehörige von Sicherheitsbehörden gibt sich nach außen als harmlos. Das KSK musste er mittlerweile verlassen.

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Die Graf Zeppelin-Kaserne in Calw (Baden-Württemberg). Hier ist das KSK stationiert. „Hannibal“ soll von dort aus sein Netzwerk und den Verein „Uniter“ gesteuert haben.

Die taz-Recherchen zeichneten ein anderes Bild. Uniter soll laut der Berichte ein Teil dieses rechtsextremen Netzwerks sein. Der Verein baue ein „Defense Corps“ auf, schule Zivilisten in militärischen Kampftechniken und Waffenkunde.

Will er eine Söldnerarmee aufbauen?

Uniter-Mitglieder schulten philippinische Sicherheitskräfte des autokratischen Herrschers Duterte, der Drogensüchtige und Dealer ohne Prozess erschießen lässt. Laut eines weiteren taz-Berichts versuche André S. aus Uniter so etwas wie das deutsche „Blackwater“ zu machen - eine US-Söldnertruppe, die sich für Diktatoren weltweit verdingt.

Dieser Verein kündigt nun auf seiner Homepage einen „kleinen Marsch“ durch Düsseldorf an. Karfreitag zwischen 11 und 14 Uhr soll er stattfinden. Der Ort? Geheim. Den erfahren nur die Mitglieder. Von 18 bis 22 Uhr wollen die Militaristen dann auf einem Schiff auf dem Rhein den Tag ausklingen lassen.

Linke Gruppen in Düsseldorf versuchen nun, Gegenproteste zu organisieren.

André S. soll mittlerweile übrigens in Dormagen wohnen. Auf der Homepage weist sein Verein jeden Verdacht des Rechtsextremismus von sich. Gleichzeitig werden die Medien dort verächtlich gemacht.

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