Ganz einfach unbezahlbar Überblick auf Kaufpreise: Immobilien in NRW-Metropole teuer wie nie

Nur wenige Menschen sind morgens auf der Königsallee unterwegs.

Die Düsseldorfer Königsallee, hier am 18. Dezember 2021 zu sehen.

Die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen und -häuser in Düsseldorf ist verheerend. Ein Überblick.

„Schaffe, schaffe, Häusle baue“ - okay, das ist eher schwäbisch. Dennoch hat es auch mal Zeiten im Düsseldorfer Raum gegeben, in denen sich Familien eine Eigentumswohnung oder sogar ein Häuschen leisten konnten. Diese Zeiten scheinen vorbei - Düsseldorf wird ganz einfach unbezahlbar.

Wenn jemand beurteilen kann, wie die aktuellen Preisentwicklungen sind, dann sind es die Online-Immobilienportale, werden doch inzwischen beinahe alle Verkäufe auf diesem Wege angebahnt. „Immoscout24“ hat die Preise verglichen und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: In keiner deutschen Großstadt steigen die Immobilienpreise 2021 so stark wie in Düsseldorf - um mehr als 19 Prozent.

Düsseldorf: Immobilienpreise steigen um 19 Prozent

„Ein Viertel der Stadtteile erlebte einen Preisanstieg von über 1000 Euro pro Quadratmeter“, beschreibt das Portal die Entwicklung bei Neubauwohnungen und -häusern.

Vier Stadtteile in Düsseldorf knackten 2021 eine magische Grenze, nämlich den Preis von 7000 pro Quadratmeter: Oberkassel, Niederkassel, die Altstadt und die Carlstadt. Sie lägen damit „annähernd auf dem Niveau des Münchener Stadtteils Lochhausen“, schreibt „Immoscout“.

Um es noch ein wenig konkreter zu machen, lohnt sich der Preisvergleich bei einer ganz bestimmten Wohnung: 80 Quadratmeter, drei Zimmer, erbaut in den letzten zwei Jahren und von gepflegter Ausstattungsqualität. Die kostete im teuersten Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel 2021 im Schnitt stolze 591.261 Euro - über 90.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Das ist ein Plus von 18 Prozent! Vergleichbar sind diese Zuwachsraten in Niederkassel, in der Altstadt, der Carlstadt, dem Hafen, Golzheim und Lörick.

Wenn es in den teuersten Stadtteilen unerschwinglich wird, dann scheint es ein Prinzip der Marktwirtschaft zu sein, dass die Zuwächse in den 1B-Lagen noch deutlicher steigen. Und so ist das auch in Düsseldorf: Stadtteile wie Kaiserswerth, Lohausen, Kalkum, Wittlaer, Angermund und Lichtenbroich haben auf ihrem Preisniveau jeweils Zuwachsraten von deutlich mehr als 20 Prozent innerhalb eines Jahres.

Beispiel: Im eigentlich vergleichsweise preiswerten Stadtteil Lichtenbroich kostet die genannte 80-Quadratmeter-Wohnung jetzt 419.647 Euro gegenüber 339.750 im Jahr zuvor. Das ist ein Plus von 24 Prozent oder ziemlich genau 80.000 Euro und bedeutet einen Quadratmeterpreis von 5246 Euro.

Selbst in Düsseldorfs preisgünstigstem Stadtteil Hellerhof stieg der Preis von 292.398 auf 346.880 Euro, also um rund 50.000 Euro oder 19 Prozent.

Was hilft, wenn man sich dennoch den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen will? Viele Jahre blieb den allermeisten Düsseldorfern nur ein Weg: in den Speckgürtel ziehen. Aber auch hier schlägt inzwischen das Prinzip von Angebot und Nachfrage voll zu: Ein Neubauhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche kostet laut „Immoscout“ im Düsseldorfer Umland inzwischen rund 578.000 Euro.

Also: Für viele Einwohner der Landeshauptstadt zerplatzt der Traum von der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus ganz schnell wie eine Seifenblase. Was bleibt? Nur noch mieten. Aber auch das wird immer teurer. Das Portal „immowelt“ hat die Preisentwicklung innerhalb nur eines Vierteljahres (vom vierten Quartal 2021 zum ersten Quartal 2022) verglichen und für Düsseldorf einen Anstieg um vier Prozent festgestellt. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liege bei 11,34 Euro.

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