Gift-Alarm hinter Gittern in NRW: Eine neue Bedrohung ist mit bloßem Auge nicht zu sehen.
Unsichtbare Drogen-GefahrNeue Substanzen fluten NRW-Gefängnisse – kaum zu entdecken

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In Gefängnissen in NRW wurden 2025 häufig Drogen gefunden. (Symbolbild)
Die Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen kämpfen weiter massiv mit Rauschgift. Ganze 1.713 Mal schlugen Drogenfunde im letzten Jahr zu Buche. Diese Zahlen bestätigte das Justizministerium gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Meistens ging es dabei um Cannabis. Aber eine andere Substanz macht den Verantwortlichen immer mehr Kopfzerbrechen: Die als Neue Psychoaktive Stoffe (NPS) bekannten Substanzen, oft auch Designerdrogen genannt, erleben einen regelrechten Boom.
Cannabis weiterhin Spitzenreiter in den Zellen
Ein Blick auf die genauen Zahlen zeigt: Das Ministerium listet 1.045 Cannabis-Entdeckungen auf. Direkt danach kommen schon die NPS-Designerdrogen mit 533 Fällen. Weit abgeschlagen waren Funde von Opioiden (87), Amphetaminen (58) sowie Kokain (42). Die Gesamtzahl der Funde ist niedriger als die Summe der einzelnen Substanzen, da bei Razzien oft mehrere Drogenarten gleichzeitig sichergestellt werden.
Laut einem Bericht, auf den sich die dpa beruft, gab es im Jahr 2024 sogar 1.945 solcher Vorfälle. Cannabis war auch in diesem Zeitraum am weitesten verbreitet, aber die Menge der NPS-Entdeckungen belief sich damals auf nur 490. Die Entwicklung ist unverkennbar.
Heimtückische Tarnung: Neue Drogen sind kaum zu sehen
Das Heimtückische an diesen NPS-Substanzen ist ihre Tarnung: Man kann sie als Flüssigkeiten ohne Farbe und Geruch auf Briefpapier oder Stoffe aufbringen. Auf diese Weise getarnt, sind sie bei gewöhnlichen Kontrollen von Post oder Zellen fast nicht aufzuspüren. Ein einfacher Brief wird so schnell zum Schmuggelversteck.
Um dieser neuen Schmuggel-Masche Einhalt zu gebieten, rüstet die Justiz technisch auf. Die JVA in Rheinbach erprobt seit einigen Monaten einen besonderen Ionenscanner. Dieses Gerät soll die getarnten Designerdrogen entlarven können. (red)
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