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Böllerverbot trifft NRW-Firma Weco hart  Virologe Hendrik Streeck kritisiert Beschluss von Corona-Gipfel

Silvester 2021 gilt in NRW und ganz Deutschland ein Böllerverbot. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat die Entscheidung des Corona-Gipfels kritisiert – damit ist er nicht der Einzige.

In allererster Linie für die Beschäftigten des Feuerwerksriesen Weco aus Eitorf (NRW), die nun um Arbeitsplätze und Existenzen bangen müssen, ist der Beschluss des Corona-Gipfels von Bund und Ländern zum Böllerverbot 2021 eine Katastrophe. Angesichts voller Krankenhäuser wird Silvester 2021/22 böllerfrei – so ist es zumindest beschlossen.

Keine Raketen, keine Knaller: Feuerwerksfans werden diesmal zum Jahreswechsel wohl ganz still in einen dunklen Himmel schauen. Und beim Thema Silvester und Böllern ist auch beim Bonner Top-Virologen Hendrik Streeck die Zündschnur vergleichsweise kurz – er hat die Entscheidung des Corona-Gipfels kritisiert.

Böllerverbot 2021 wegen Corona: Kritik vom Bonner Virologen Hendrik Streeck

Für den Bonner Virologen Hendrik Streeck hat das Böllern zu Silvester nämlich einen „Vorteil“. Gegenüber „Bild“ hatte Streeck am Freitag (3. Dezember) argumentiert, „dass man – meistens zumindest – draußen böllert und nicht in den Innenräumen“.

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Hendrik Streeck erläuterte dem Blatt zufolge: „Von allen Aerosolforschern wissen wir, dass es sehr viel besser ist, sich draußen aufzuhalten, weil die Aerosole mit unserer Körperwärme nach oben steigen und wir eigentlich keine großen Übertragungsketten dort produzieren können. Daher ist es eigentlich besser, die Menschen nach draußen zu bringen.“

Böllerverbot 2021 an Silvester: Corona-Gefahr drinnen größer als draußen

Schützenhilfe bekommt Streeck auch von Aerosol-Experte Gerhard Scheuch, der der „Bild“ zum Thema Böllerverbot sagte: „Das ist Alarmismus. Und es ist gefährlich: Dann verstecken sich die Leute drinnen, machen das Fenster zu, damit keiner mitkriegt, dass sie feiern. Aber genau dort finden die Ansteckungen statt!“ In Innenräumen sei die Ansteckungsgefahr zudem bis zu 20 Mal höher.

Für den Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) ist die Auslastung der Krankenhäuser in der Corona-Pandemie kein Argument für das Verkaufsverbot: Nicht legales Silvesterfeuerwerk sei in anderen Jahren schuld an mehr Patienten in den Notaufnahmen, sondern zu viel Alkohol und illegale Feuerwerksprodukte.

VPI-Geschäftsführer Klaus Gotzen sagte am Freitag (3. Dezember):  „Dieses Verkaufsverbot darf es nicht geben. Das würden viele Betriebe unserer Branche kein zweites Mal überleben. 3000 Jobs sind in Gefahr.“ Das Feuerwerksverbot war am Donnerstag (2. November) erlassen worden, um bundesweit das enorm belastete Gesundheitssystem wegen möglicher Verletzungen durch Feuerwerk nicht noch mehr zu strapazieren. (mit dpa)

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