„Keine Hotspots“ Zoff um Schul-Öffnung in NRW: Ministerin schießt gegen Dortmund

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NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer äußerte sich am Donnerstag (18. März) zur Schulöffnung in NRW. Das Foto der FDP-Politikerin wurde am 26. Januar aufgenommen.

Düsseldorf – Seit Montag sind in NRW die weiterführenden Schulen wieder geöffnet, trotz steigender Inzidenzwerte in einigen Kommunen. Am Donnerstag (18. März) bezog NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) Stellung im Schul-Streit – und schoss dabei gegen den Dortmunder Oberbürgermeister.

  • Streit um Schulöffnung in NRW
  • Ministerin Yvonne Gebauer: „Schulen keine Hotspots“ 
  • 1281 Schüler in NRW mit Coronavirus infiziert

In den vergangenen Tagen hatten Düren und Dortmund beantragt, die Schulen geschlossen halten zu dürfen – vergeblich. Am Mittwoch (17. März) hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in der Sendung „Maischberger“ die Strategie der Schulöffnungen verteidigt. Es kam zum heftigen Wortwechsel zwischen Politiker Armin Laschet und Moderatorin Sandra Maischberger.

NRW: Ministerin Gebauer zu Schulöffnungen in NRW

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Am Donnerstag (18. März) nun äußerte sich NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer zu den Schulöffnungen – die Thematik birgt jede Menge Zündstoff. So hatten Elternvertreter bereits von einem „Ritt auf der Rasierklinge“ gesprochen.

Ministerin Gebauer erklärte, dass die Landesregierung bereits am Mittwoch mit einem Erlass klargestellt habe, welches Verfahren die Kommunen umzusetzen hätten.

NRW-Schulministerin: Seitenhieb auf Dortmunds OB

„An dieses geordnete Verfahren haben sich auch SPD-Hauptverwaltungsbeamte zu halten“, ergänzte Yvonne Gebauer und verteilte einen eindeutigen Seitenhieb gegen den Dortmunder SPD-Oberbürgermeister Thomas Westphal.

Gehe ein Antrag beim Gesundheitsministerium ein, der auch Schulschließung umfasse und gebe es dafür „gute Gründe“, könne dieser auch positiv beschieden werden.

NRW: Ministerin benennt Gründe für Schulschließungen

Es müsse es über einige Tage hinweg eine Wocheninzidenz von über 100 (mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) geben.

Dem Land sei ein Maßnahmenkatalog vorzulegen, der dann auch „einzelne Standorte oder tatsächlich alle Schulen“ umfassen könne, erläuterte Gebauer weiter. 

Yvonne Gebauer: Keine Schulschließungen per Twitter

Aber: „Schulschließungen alleine auf Zuruf oder per Twitter kann und wird es nicht geben“, sagte sie – erneut – in Richtung Dortmund. Zugleich stellte sie klar, dass Schulen keine Corona-Hotspots seien.

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal hatte am Dienstag (16. März) öffentlich angekündigt, dass er alle Schulen am Mittwoch schließen wolle.

Das zunächst zuständige Gesundheitsministerium hatte abgelehnt und auch ein fehlendes Gesamtkonzept moniert.

Diese NRW-Städte wollen ihre Schulen schließen

Ein Sprecher der Stadt Dortmund sagte am Donnerstag, es werde derzeit ein erneuter Vorstoß erarbeitet, um die Schulen „spätestens“ Montag schließen zu dürfen.

Auch Duisburg will die Schulen dichtmachen. Hinzu kam am Donnerstag die Stadt Wuppertal, die schnell wieder voll auf Distanzlernen umschwenken will.

NRW: So viele Schüler sind mit dem Coronavirus infiziert

Durch den Wechselunterricht, der gerade in NRW praktiziert wird, seien laut Schulministerin lediglich 45,5 Prozent der insgesamt rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler täglich vor Ort.

Momentan seien, so Gebauer weiter, 1281 Schülerinnen und Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Im November vergangenen Jahres habe es 5137 Infektionen bei Schülerinnen und Schüler gegeben. (smo/mit dpa)

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