Verdacht auf Blindgänger in Köln 40 Erdbohrungen durchgeführt – Ergebnisse liegen vor

Notfallpläne in NRW Kliniken, Praxen und Apotheken rüsten sich für Omikron-Welle

Auf dem Bildschirm eines Smartphones ist der Text «Omicron COVID-19-variant» zu lesen.

Nordrhein-Westfalen rüstet sich für sprunghaft steigende Patientenzahlen im Zuge der Corona-Pandemie und der grassierenden Omikron-Variante.

Angesichts der Tatsache, dass niemand wisse, wie groß die Wucht der Omikron-Welle werde, hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auf ein sprunghaft steigendes Infektions-Szenario eingeschworen.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung bereitet das Gesundheitswesen und die kritische Infrastruktur auf die Omikron-Welle mit sprunghaft steigenden Corona-Neuinfektionen vor.

„Wir haben durch die frühere Freitestmöglichkeit für Infizierte nach sieben Tagen und die Ausnahmen für geboosterte und genesene Kontaktpersonen bei der Quarantäne schon Druck vom Kessel genommen“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der „Rheinischen Post“.

Corona-Lage: NRW stellt sich auf verschiedene Szenarien ein

Zugleich habe das Land Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken dazu aufgefordert, Notfallkonzepte aufzulegen. „Wir haben ein Freiwilligenregister, mit dem wir Personalausfälle in Teilen kompensieren können“, sagte Laumann.

Alles zum Thema Robert Koch-Institut
  • Corona in Köln Nach Datenpanne: 1505 Neuinfektionen, Inzidenz steigt erstmals wieder an
  • Karl Lauterbach Sorge wegen vieler Corona-Todesfälle – Masken-Appell an uns alle
  • Corona Kommt die Maskenpflicht zurück? Lauterbach spricht Klartext
  • Sorge um neue Corona-„Killervariante“ Lauterbach warnt eindringlich – und erntet jetzt scharfe Kritik
  • Karl Lauterbach Gesundheitsminister rechtfertigt jüngste Corona-Warnungen – „Dafür werde ich bezahlt
  • Neue Corona-Varianten RKI weist seltene Sublinien nun auch in Deutschland nach
  • Deutliche Trendwende Corona-Zahlen schnellen in die Höhe – drastischer Vergleich zur Vorwoche
  • Land NRW hat entschieden Maskenpflicht muss bleiben – wo gilt sie nun?
  • Corona-Gipfel der Gesundheitsminister Erste Details durchgesickert
  • Corona aktuell Ähnlich wie Delta: Diese neue Mutation könnte zu schwereren Verläufen führen

Für die Kliniken gebe es ein Kleeblattsystem zur Verlegung von Patienten, das sich von den Intensivstationen auch auf Normalstationen übertragen ließe. Das Land Nordrhein-Westfalen tue alles, um vorbereitet zu sein. „Aber am Ende kann niemand sagen, wie groß die Wucht der Welle wird“, so Laumann.

Noch sehe es nicht so aus, als würden die Intensivstationen an ihre Belastungsgrenze kommen, stellte Laumann fest. Allerdings seien die Normalstationen stark belegt. Das sei aber in dieser Jahreszeit üblich und liege nicht an Corona. Intensivmediziner sagten überdies, es sei noch zu früh, um zu beurteilen, ob Omikron weniger Probleme bereite. „Wir stellen uns deshalb auf verschiedene Szenarien ein.“

In NRW stieg die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen weiter sprunghaft an. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag kletterte der Wert neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen auf 680,8 – nach 627,4 am Donnerstag. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden rund 28.000 Neuinfizierte. NRW blieb jedoch unterhalb der bundesweiten Inzidenz von aktuell 706,3.

Die Zahl der Städte und Kreise mit einer Inzidenz über 1000 wuchs an. Dazu gehörten am Freitag Bonn (1144,4), Solingen (1138,9), Wuppertal (1092,7), Krefeld (1079,2), der Kreis Borken (1053,2) und Herne (1008,7). Die niedrigste Neuinfektionsrate wies der Kreis Recklinghausen mit 273,1 auf. Die Hospitalisierungsinzidenz stieg auf 3,2 an.

NRW: Corona-Lage in Gesundheitsämtern extrem angespannt

Laumann zufolge ist die Lage in den Gesundheitsämtern angespannt. Er hält eine Priorisierung bei der Kontaktverfolgung zur Entlastung der Ämter für erforderlich. „Wenn Sie bedenken, dass täglich inzwischen über 15.000 Fälle hinzukommen, zeigt das die enorme Belastung.“

Die Ämter sollten sich bei der Kontaktnachverfolgung daher stärker auf die vulnerablen Gruppen – etwa Pflegeheime – konzentrieren. „Ich werde mich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass hier ein möglichst einheitliches Vorgehen der Bundesländer verabredet wird“, sagte Laumann.

Zusätzlich sei den Kommunen die Möglichkeit gegeben worden, in den Gesundheitsämtern die Zahl der Aushilfskräfte noch einmal kräftig aufzustocken. Die Zahl der vom Land finanzierten Stellen sei von 800 auf 2400 Stellen angehoben worden. Dazu komme die Amtshilfe der Bundeswehr.

Corona in NRW: Laumann pocht auf allgemeine Impfpflicht

Erneut sprach sich Laumann auch für die geplante allgemeine Impfpflicht aus. Sie müsse bis Ostern kommen. Die Impfpflicht werde zwar gegen die Omikron-Welle nicht mehr weiterhelfen, es gehe aber um zu erwartende Corona-Welle im nächsten Herbst. „Damit wir dann nicht wieder mit massiven Beschränkungen gegensteuern müssen, muss die Impfquote höher liegen.“ Laumann warf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) „Führungsschwäche“ vor, da er keine eigenen Vorschläge zur Impfpflicht mache.

Der CDU-Minister begrüßte die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), angesichts knapper werdender PCR-Tests Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen bei der Laborauswertung bevorzugen. In NRW liege die Kapazität der Labore bei bis zu rund 900.000 pro Woche. In der vergangenen Woche habe es
626.000 PCR-Tests gegeben. Aber auch die Labore gerieten an ihre Personalgrenzen. (dpa)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.