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32 Jahre späterMörder von Stewardess (†29): Bonner Fall enthüllt unfassbare Details

Ein Flugzeug im Landeanflug. Das Opfer eines Tötungsdeliktes arbeitete als Stewardess (Symbolfoto).

Copyright: Boris Roessler/dpa

Ein Flugzeug im Landeanflug. Das Opfer eines Tötungsdeliktes arbeitete als Stewardess (Symbolfoto).

Aktualisiert

Ein Albtraum, der Bonn drei Jahrzehnte nicht losließ. Jetzt gibt es Gerechtigkeit für eine ermordete Stewardess (†29). Das Urteil bringt die ganze Brutalität einer Nacht aus dem Jahr 1992 ans Licht.

Lebenslänglich! Für eine grausame Tat in Bonn-Bad Godesberg, die über 30 Jahre zurückliegt, wurde nun ein 59-jähriger Mann vom Landgericht Bonn verurteilt.

Er muss für den Mord an einer 29-jährigen Flugbegleiterin in Haft. Eine besondere Schwere der Schuld stellten die Richter aber nicht fest.

Mann suchte gezielt nach einem Vergewaltigungsopfer

Lange galt die Tat als ungelöst, ein sogenannter Cold Case. Die Ermittler ließen aber nicht locker. Wie die dpa berichtet, konnte der Mann schließlich anhand von drei DNA-Spuren überführt werden, als der Fall neu aufgerollt wurde.

Als er festgenommen wurde, führte der heute 59-Jährige ein unauffälliges Leben in Bad Breisig (Rheinland-Pfalz) und arbeitete als Küchenhilfe. Zu Beginn des Prozesses im Januar legte er ein umfassendes Geständnis ab.

Nach Auffassung des Gerichts suchte der Mann in jener Nacht gezielt nach einer Frau, um sie zu vergewaltigen. Nach Feierabend in einer Bonner Kneipe konsumierte er mehrere Biere sowie Drogen und fuhr dann mit dem Rad los.

Gegen drei Uhr nachts sah er die 29-jährige Flugbegleiterin, als sie aus einem Wagen stieg und zur Wohnung ihres damaligen Freundes ging. In diesem Augenblick fasste er seinen furchtbaren Entschluss.

Leiche mit Rasierwasser in Brand gesteckt

Laut Urteil hatte er den Mord an der jungen Frau ursprünglich nicht geplant. Doch im Anschluss an die Vergewaltigung in der Wohnung fasste er den Entschluss, „die Zeugin zu beseitigen“.

Mit dem Kabel einer Lautsprecherbox erdrosselte er die 29-Jährige. Um Beweise zu vernichten, schüttete er Rasierwasser über den Körper und setzte ihn in Brand. Der Freund der Frau entdeckte am Morgen die halb verbrannte Leiche.

Damals ermittelte eine Mordkommission in alle Richtungen – jedoch ohne Erfolg. Was keiner ahnte: Der Mann wurde bereits 1995 für zwei weitere Vergewaltigungen zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Bei dieser Gelegenheit ist auch seine DNA gesichert worden, die Jahrzehnte später zum entscheidenden Treffer führte.

Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigte dem Mann eine schwere Persönlichkeitsstörung. Er sei „erheblich dissozial“ und ohne Empathie. Eine Minderung der Schuldfähigkeit, wie sie von der Verteidigung gefordert wurde, lehnten die Bonner Richter dennoch ab und hielten ihn für voll schuldfähig. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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