9-Euro-Ticket Volle NRW-Züge sorgen für ganz spezielle Probleme – „Kontrollen kaum möglich“

Völlig überfüllt: Das Gleis 11 am Kölner Hauptbahnhof am 6. Juni 2022. Können da überhaupt noch Kontrollen durchgeführt werden?

Völlig überfüllt: Das Gleis 11 am Kölner Hauptbahnhof am 6. Juni 2022. Können da überhaupt noch Kontrollen durchgeführt werden? Und wie schaut es mit der Maskenpflicht in Zügen aus?

Das 9-Euro-Ticket sorgt nicht nur für volle Züge – die Bahn kämpft auch mit anderen Problemen.

Wer aktuell mit dem 9-Euro-Ticket in Nordrhein-Westfalen unterwegs ist, dem sind sicher nicht nur die vollen Züge aufgefallen.

Ein Leser meldete sich bei EXPRESS.de: „Mir ist aufgefallen, dass seit der Einführung des 9-Euro-Tickets in den Zügen kaum noch die Fahrkarten kontrolliert werden.“ Außerdem würden viele Bahn-Reisende nicht mehr an die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen halten. „Entweder tragen sie gar keine Masken mehr oder die Masken hängen alibimäßig unter der Nase.“

9-Euro-Ticket: Kaum noch Kontrollen – das sagt die Bahn

EXPRESS.de fragte bei der Deutschen Bahn und National Express Rail, die den RXX betreiben, nach.

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Ein Bahn-Sprecher versichert: „Die DB führt in ihren Zügen weiterhin Kontrollen durch. Einerseits erfolgt die Fahrkartenprüfung und hierbei wird dann auch die Maskenpflicht kontrolliert. Zusätzlich unterstützen uns hierbei die Kollegen und Kolleginnen der DB Sicherheit, die die Einhaltung der Maskenpflicht kontrollieren.“

Allerdings: „Mit dem 9-Euro-Ticket hat sich die Auslastung der Züge stark erhöht. Bei sehr starker Auslastung konzentrieren sich unsere Mitarbeitenden auf den Kunden-Service, z.B. Reiseauskünfte, mobilitätseingeschränkte Kunden und Kundinnen unterstützen, Fahrradmitnahme, etc.“

Auch in den RXX-Zügen herrscht derzeit Hochbetrieb. „Im Rahmen des 9-Euro-Tickets haben wir festgelegt, dass die Kundenbetreuer und Kundenbetreuerinnen den Fokus auf Servicetätigkeiten im Fahrzeug setzen“, erklärt ein Sprecher von National Express Rail.

RXX-Züge in NRW: „Ticket-Kontrollen kaum möglich“

„Ticket-Kontrollen werden nach wie vor durchgeführt, bei einem hohen Fahrgastaufkommen, was aktuell oft und besonders in den ohnehin schon stark nachgefragten Linien RE 1, RE 5 und RE 6 vorkommt, ist das aber kaum möglich. Hier ist die Lenkung der Reisenden deutlich wichtiger.“

Die Einhaltung der Maskenpflicht werde nach wie vor von den Kundenbetreuern und Kundenbetreuerinnen als auch von den Sicherheitsmitarbeitenden kontrolliert. Bei wiederholten Verweisen werde die Bundespolizei hinzugezogen.

Die Deutsche Bahn rechnet mit Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen mit einem weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen. Zudem gibt es in NRW zahlreiche Baustellen, die zu Verzögerungen führen können.

Bahn-Baustellen in NRW: Diese Strecken sind betroffen

Aktuell besonders betroffen ist der Dortmunder Hauptbahnhof. Dort werden im Rahmen einer Modernisierung unter anderem Bahnsteigzugänge erneuert und ein Fußgängertunnel erweitert. Deshalb kann es zu Gleiswechseln, Anschlussverlusten und Haltausfällen kommen.

Aufgrund von Arbeiten für ein viertes Gleis in Leverkusen wurde bereits die Bahnhofsunterführung am Bahnhof Leverkusen Mitte gesperrt. Bis Anfang August kommt es wegen der Bauarbeiten zu Haltausfällen auf den Linien RE1 und RE5, zudem entfallen die S-Bahnen 6 und 68 zwischen Langenfeld und Köln-Mülheim beziehungsweise Langenfeld und Düsseldorf.

Wegen Gleis- und Bahnsteigarbeiten zwischen Soest und Warburg in Westfalen kommt es zu geänderten Abfahrtszeiten und dem Einsatz von Schienenersatzverkehr-Bussen in und um Paderborn. Zudem entfallen auf der IC-Linie Köln-Gera alle Züge bis zum 14. Juli.

Am Niederrhein werden neue Stellwerke gebaut. Die Strecke zwischen Kleve und Krefeld wird deshalb ab dem Freitagabend bis zum 7. August voll gesperrt. Hier sollen ersatzweise Busse eingesetzt werden. (mt/dpa)

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