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Richterin Heisig tot gefunden Ihre letzte SMS: „Das ist alles zu viel für mich“

Jugendrichterin Kirsten Heisig wird vermisst.

Jugendrichterin Kirsten Heisig wird vermisst.

Berlin – Die bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig hat sich selbst getötet. Das ergab die Obduktion der Leiche, die Polizisten nach tagelanger Suche am Samstag in einem Waldstück gefunden hatten. Ein fremdes Verschulden am Tod der 48-Jährigen sei ausgeschlossen worden, teilte Staatsanwaltssprecher Martin Steltner laut dpa mit. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Das letzte Lebenszeichen der Richterin war eine SMS. An ihre Tochter schrieb die seit Montag verschwundene Kirsten Heisig (†48) vermutlich : „Das ist alles zu viel für mich. Ich glaube, ich habe alles falsch gemacht.“ Tagelang gab es keine Spur von der Richterin. Am Samstag fand die Polizei ihre Leiche im Norden Berlins.

Das große Rätsel um Kirsten Heisig (zwei Töchter im Alter von 13 und 15). Ihre Leiche wurde in einem Waldstück gefunden. Sie habe sich erhängt, berichtet der „Berliner Kurier“. In Heisigs Wagen, einem silbernen Mazda, der Mittwoch gefunden worden war, lagen zwar persönliche Dinge, aber kein Abschiedsbrief.

Offenbar war die engagierte Juristin Anfang der Woche zum Tegeler Forst im Norden Berlins gefahren. Sie folgte ein Stück lang einem Waldweg und ging dann seitlich in den Wald.

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Die in Krefeld geborene und in Kempten aufgewachsene Juristin war bundesweit als harte Jugend-Richterin bekanntgeworden. Sie schickte Jugendliche hinter Gitter, verdonnerte Schulschwänzer zu Jugendarrest.

Zudem fand sie deutliche Worte über Jugendkriminalität: In ihrem Berlin-Neuköllner Bezirk hätten „70 Prozent der Angeklagten einen Migrationshintergrund“ und kämen aus Familienstrukturen, „die uns fremd sind“.

Heisig entwickelte das sogenannte Neuköllner Modell, nachdem Straftäter nach einem Gesetzesverstoß „früh, konsequent und deliktbezogen“ vor Gericht landen, nicht erst Monate später, wenn die Tat längst vergessen und die kriminelle „Karriere“ fortgesetzt ist.

Außerdem suchte sie immer wieder das Gespräch mit Jugendlichen und Eltern, fordert von der Politik mehr Sozialarbeit, schrieb zuletzt sogar ein Buch: „Das Ende der Geduld“.

Seit Montag fehlte jede Spur von ihr. Seit Mittwoch wurde nach Heisig gesucht. Eine Riesen-Suchaktion mit Spezial-Suchhunden in einem Wald in Berlin-Heiligensee , wo man ihren Wagen gefunden hatte, brachte zunächst nichts!

Samstag wurde die Suche in einem nahen Kornfeld fortgesetzt, in dem die Hunde kurz angeschlagen hatten. Schließlich fanden Beamte die Leiche Samstag um 13.45 Uhr am Rande des Feldes im Tegeler Forst.

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