Sehen aus wie gewöhnliche Snacks Endlich: Deutsche Bahn stellt genialen Automaten am Gleis auf 

Vegan, Bio, fast abgelaufen: Im „Rettomat“ gibt es zahlreiche Snacks für Reisende. Der Automat informiert außerdem über das Problem der Lebensmittelverschwendung.

Vegan, Bio, fast abgelaufen: Im „Rettomat“ gibt es zahlreiche Snacks für Reisende. Der Automat informiert außerdem über das Problem der Lebensmittelverschwendung.

Der Hauptbahnhof Frankfurt überrascht mit einem ungewöhnlichen Konzept: Kunden können sich hier ganz besondere Produkte aus einem Automaten am Gleis ziehen. 

Frankfurt. Reisende, die den unscheinbaren Kasten gegenüber der Markthalle zwischen den Gleisen 3 und 4 in einem der am meisten frequentierten Bahnhöfe Deutschlands sehen, mögen an einen normalen Snack-Automaten denken. Doch hinter dem „Rettomat“ steckt eine geniale Idee.

Wie die Deutsche Bahn mitteilt, soll dieser Automat Lebensmitteln eine zweite Chance geben. Denn die Bio- und Superfood-Snacks im „Rettomat“ seien entweder überschüssig oder stehen kurz vor oder nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Genießbar sind sie aber trotzdem. Im Angebot seien unter anderem Nuss- und Proteinriegel sowie Getränke.

„Rettomat“: Projekt von Berliner Start-up

Für das Projekt arbeitet die Deutsche Bahn mit dem Berliner Start-up Sirplus und dem Automatenbetreiber Selecta Deutschland zusammen. Sirplus bringt überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf, arbeitet Hunderten Produzenten und Großhändlern zusammen und rettet so wertvolle Lebensmittel. Solche, die die Tafeln nicht abholen, aber noch verzehrbar sind. Laut Unternehmen werden die abgelaufenen Lebensmittel vor dem Verkauf strengstens auf Genießbarkeit geprüft.

Der „Rettomat“ am Frankfurter Hauptbahnhof gibt Lebensmitteln eine zweite Chance.

Der „Rettomat“ am Frankfurter Hauptbahnhof gibt Lebensmitteln eine zweite Chance.

Sirplus hat bereits im vergangenen Jahr in Berlin das Projekt „Rettomat“ gestartet, damals mit zwei „Rettomaten“ im Bahnhof Bornholmer Straße und einem weiteren im Ostbahnhof. Die Aktion hat viele vor allen Dingen in den sozialen Medien begeistert, die Idee, dass sich Reisende unkompliziert am Bahnhof für Nachhaltigkeit einsetzen können, sorgte für viele Likes. 

„Rettomat“ klärt über Lebensmittelverschwendung auf

Die knallgrüne Farbe soll Kunden direkt ins Auge stechen, erklärt das Berliner Start-up. Am Automaten selbst wird dann über die Verschwendung von Lebensmitteln aufgeklärt. 

Allerdings sorgten damals die Preise für Kritik, viele Snacks waren durchaus teuer, trotz ihrer zweiten Chance: 50 g Bioschokolade, die kurz vor dem Ablauf stand, kosteten etwa 4,60 Euro. Dafür gab es neben Bio-Produkten eben auch vegane Produkte. In Frankfurt gibt's die 50 g vegane Schokolade mittlerweile für einen Euro.

12 Millionen Lebensmittel landen jährlich im Müll

Immer mehr Start-ups sagen in Deutschland der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. Und auch die großen Lebensmittelhändler tun viel. Doch der größte Verschwender bleiben immer noch die Kunden. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums landen jährlich in Deutschland rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

Mittlerweile aber ist das Problem auch bei vielen Menschen angekommen: Bei einer kürzlich veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Lebensmittelherstellers Danone und der Firma Too Good To Go bewerteten 86 Prozent der Befragten in Deutschland Lebensmittelverschwendung als „großes“ oder „sehr großes“ Problem. Der „Rettomat“ scheint demnach zur rechten Zeit zu kommen. (mg)

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