Angespannte Lage in LeverkusenBrandbriefe an neuen Verkehrsminister – „lässt uns irritiert zurück“

DB Bahn: Opladener Wupperbrücken von 1949. Das rechte Gleis ist gesperrt. Bild: Ralf Krieger

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An der Strecke zwischen Opladen und Leichlingen wurde ein Schaden entdeckt, weshalb das rechte Gleis zurzeit nicht genutzt werden kann.

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Brücken-Chaos bei Bahn und Autobahn: Politiker aus Leverkusen schicken Brandbriefe an den neuen Verkehrsminister.

Wut bei Pendlern und Politikern! Nach dem Brücken-Chaos bei der Bahn und dem Dauer-Ärger um die Autobahn bekommt der neue Verkehrsminister jetzt Post aus Leverkusen.

Die Stimmung in Leverkusen ist auf dem Tiefpunkt, und das bekommt der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger direkt zu spüren. Gleich zwei Briefe sind auf dem Weg nach Berlin.

Stellt sich Bilger der Kritik vor Ort?

Einer kommt vom Landtagsabgeordneten Rüdiger Scholz. Er lädt Bilger nach Leverkusen ein, damit dieser sich selbst ein Bild von der maroden Stelzenautobahn und den anstehenden Problemen durch den Autobahnausbau macht. Seit dem Brücken-Desaster 2012 gab es sechs Verkehrsminister, doch bis auf Peter Ramsauer, der die Brücke 2013 eine „Sehenswürdigkeit der besonderen Art“ nannte, kam keiner.

Ein Besuch von Bilger wäre daher ein bedeutendes Signal. Bisher ist der CDU-Mann, der unter Andreas Scheuer Staatssekretär war, in Leverkusen noch nicht groß in Erscheinung getreten. Bekannt ist nur, dass er gegen ein Tempolimit und ein Verbrennerverbot sein soll.

Noch mehr Zündstoff liefert der zweite Brief. Die Oberhäupter der Städte Leverkusen, Leichlingen und Solingen – Stefan Hebbel, Maurice Winter und Daniel Flemm – sind empört. Ihr Thema: die kaputte Eisenbahnbrücke in Opladen. Besonders pikant: Die Bahn behauptet, die erheblichen Schäden erst am Tag der Wiedereröffnung nach fünfmonatiger Sanierung entdeckt zu haben.

Jetzt gibt es nur eine Not-Reparatur, der Zugverkehr ist wieder eingeschränkt. Die Stadtchefs schreiben an den Minister: „Dies wirft ein sehr schlechtes Licht auf den Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG und sorgt berechtigterweise für ein erhebliches Unverständnis in der Bevölkerung, insbesondere bei den Pendlerinnen und Pendlern. Dass die Brückenschäden weder während der Generalsanierung erkannt wurden noch bei einer Überprüfung der Brücke Ende des vergangenen Jahres festgestellt werden konnten, lässt uns irritiert zurück.“

Bahn: An der Wupperbrücke der Strecke zwischen Opladen und Leichlingen wurde ein schaden entdeckt, weshalb eines der beiden Gleise nicht genutzt wird. Bild: Ralf Krieger

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Die schadhafte Wupperbrücke zwischen Opladen und Leichlingen hat jetzt ein Gerüst, die Konstruktion wird geprüft und repariert.

Die Frage, die alle umtreibt: Wie konnte das passieren? Über fünf Monate wurde an der Strecke gewerkelt, und niemandem ist etwas aufgefallen? Unklar ist auch, wie der Schaden überhaupt entstehen konnte, da die Brücke in dieser Zeit nur von Baufahrzeugen befahren wurde.

Oberbürgermeister Hebbel und die Bürgermeister Winter und Flemm fordern Bilger auf, er solle „mit Nachdruck dafür Sorge tragen, dass die erkannten Brückenschäden schnellstmöglich einwandfrei behoben werden.“ Zudem schlagen sie Alarm wegen zwei baugleicher Brücken auf der nahen Güterzugstrecke und wollen wissen: Wurden diese überhaupt geprüft? (red)

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