Das Tiersterben am Rotter See in Troisdorf: Nach dem Fund zahlreicher toter Wasservögel liegen erste Untersuchungsergebnisse vor.
Beliebter Badesee nahe KölnViele Wasservögel tot – erste Befunde da

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Am Rotter See wurden zahlreiche tote Wasservögel geborgen, andere Tiere sind erkrankt.

Der Schock war groß: Mitte Juli wurden am Rotter See in Troisdorf zahlreiche tote und kranke Wasservögel entdeckt. Der See wurde daraufhin kurzfristig gesperrt, ist inzwischen aber wieder zum Baden freigegeben. Warum die Tiere verendet sind, blieb wochenlang unklar.
Jetzt gibt es erste Ergebnisse. Allerdings steht ein wichtiger Befund noch aus.
See in Troisdorf: Die meisten Tiere zu stark verwest
Wie ein Sprecher des Rhein-Sieg-Kreises am Montag (10. August) auf EXPRESS.de-Nachfrage erklärte, seien insgesamt zwölf verendete Tiere in das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) nach Krefeld geschickt worden. „Die meisten waren in einem stark postmortalen Verwesungszustand. Bei diesen Tieren konnte keine Sektion durchgeführt und damit auch keine eindeutigen Befunde erhoben werden“, so Kreissprecher Antonius Nolden.
Lediglich bei drei Tieren, einer Wildgans, einer Ente und einer Amsel, sei eine Sektion zur Feststellung der Todesursache erfolgt.
„Bei der Wildgans wurde primär ein traumatisches Geschehen als Todesursache befundet, aufgrund diverser Frakturen und Hämatome. Zudem wurden verschiedene Parasitenstadien im Darm, mit einhergehender Blinddarmentzündung festgestellt“, erklärt Nolden.
Die Wildente hingegen sei stark abgemagert gewesen. Laut Befund weise dies auf einen Tod durch Verhungern hin. Zudem sei ein geringgradiger Gehalt an Endoparasiten festgestellt worden, so der Sprecher. Gleiches gelte für die Amsel.
Tiersterben am Rotter See: Bestätigt sich ein Verdacht?
Kreissprecher Nolden: „Der Befund zu Clostridium Botulinum, also Botulismus, steht noch aus, da die Proben an das Referenzlabor des Friedrich-Löffler-Instituts geschickt wurden.“
Zusätzlich seien die eingesandten Wildvögel auf Geflügelpest untersucht worden, erklärte er. „Alle Proben waren negativ.“
Marc Eickelmann, Sprecher der Stadt Troisdorf hatte bereits am 17. Juli erklärt: „Nach Einschätzung der Tierrettung besteht der Verdacht auf Botulismus.“ Vogelbotulismus ist eine tödliche Nervenlähmung.
Das „Team für Tiere Köln“, das mit im Einsatz war, hatte im Anschluss gleich mehrere schlechte Nachrichten. So war eine gerettete Ente so geschwächt, dass sie eingeschläfert werden musste. Auch ein Schwan sowie ein Jungtier schafften es nicht.
„Ein weiterer Jungschwan konnte aber erfolgreich mit seiner Mutter zusammengeführt werden. Beide werden derzeit vorsorglich weiterhin in einer Auffangstation betreut“, so Tierretter Jordan Wieland Anfang August. Allerdings sei ihnen wenige Tage zuvor eine weitere verendete Gans am Rotter See gemeldet worden.
