„Nicht auf Massen vorbereitet“ Bizarre Vorgeschichte: Neue Erkenntnisse nach Raver-Tod in Köln

Das Fort XI in Mülheim.

In einem Bunker in der Westhovener Aue kam in der Nacht 27. August 2022 zu einem tragischen Tod eines 20-Jährigen während einer illegalen Techno-Party. Unser Symbolfoto vom 5. Juni 2022 zeigt eine ähnliche Bunker-Anlage, das Fort XI in Mülheim.

Nach dem tragischen Tod eines 20-jährigen Ravers in Köln gibt es nun neue Erkenntnisse zu der verhängnisvollen Nacht.

Nach dem tragischen, möglicherweise durch Drogen verursachten Tod eines 20-Jährigen auf einer Raver-Party in der Westhovener Aue am 27. August 2022 wird nun klar: Es gibt eine bislang unbekannte, fast bizarre Vorgeschichte.

In derselben Nacht stieg parallel zum tragisch verlaufenen Techno-Event eine zweite, viel größere illegale Veranstaltung. Die beiden Partys fusionierten dann auf dramatische Weise.

Toter Raver in Köln: „Waren nicht auf die Masse an Menschen vorbereitet“

In der Nacht hatte ein Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn eine illegale Party in einer Bahnunterführung bei Gremberg der Bundespolizei gemeldet. Um 2 Uhr morgens rückte die Polizei am Schauplatz („Schwarzer Weg“) an. Sie trafen dort auf etwa 1000 Partygäste. Auch Landespolizisten und -polizistinnen rückten daraufhin an.

Alles zum Thema Polizeimeldungen

Raver flohen über die Gleise. Die Bundespolizei erklärt, dass man den Veranstalter der Party feststellen konnte – einen 20-jährigen Siegburger: „Dieser wird sich wegen Hausfriedensbruchs verantworten müssen“, heißt es vonseiten der Polizei. Die Party wurde aufgelöst. Aber nicht alle gingen nach Hause – Hunderte zogen weiter zur Techno-Party im benachbarten Stadtteil Westhoven.

Der dortige, deutlich kleinere Rave wurde von einem sogenannten „Kollektiv“ mit dem Namen „BruteBeatsBrigade“ veranstaltet. Dadurch, dass die Raver-Party im Bahntunnel „gesprengt“ wurde, waren nun 400 Leute vor Ort, die man nicht unter Kontrolle bekommen habe.

Auf Instagram teilt das Kollektiv mit: „Wir waren mit unserem kleinen Team nicht auf die Masse an Menschen vorbereitet, die an diesem Abend kam.“

Man habe Wasser verteilt, immer wieder geschaut, „ob Menschen ab vom Rand liegen“ und habe versucht, die Lage im Blick zu halten. Leider seien „zum Zeitpunkt, als die verstorbene Person den Krampfanfall hatte“, alle „Mitglieder“ im Bunker gewesen. Man habe erst von der Situation erfahren, „als der Krankenwagen bereits vor Ort war“.

Der Schauplatz der Raverparty in Westhoven war das zu einem alten Festungswerk gehörende sogenannte Zwischenwerk 9a. Dieses befindet sich im Eigentum der Stadt. Die Stadt hat wegen der widerrechtlichen Nutzung der Liegenschaft Anzeige erstattet.

Wegen des Problems der illegalen Nutzung solcher abseits gelegener und als „herrenlos“ wahrgenommener Orte sollen diese möglichst einer dauerhaften Nutzung zugeführt werden, erklärte eine Sprecherin der Stadt: „Ziel der Stadt Köln ist daher, Erbbaurechte an den Fort-Anlagen zu vergeben, um einerseits deren Erhalt zu gewährleisten und andererseits Missbrauch zu minimieren. Klar ist jedoch, dass damit die ‚Szene‘ nicht weg ist, sondern auf andere (private) Objekte in Köln oder im Umland ausweicht.“

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