Stückel-Mord in Bergheim 11 Jahre nach Tat: Richter fällt hartes Urteil gegen Ehefrau

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Spaziergänger fanden in Belgien die in der Maas treibende Leiche.

Köln – Lebenslang Haft für Mord aus Heimtücke, so lautet das Urteil des Kölner Landgerichts für Miroslawa S. (37), die ihren Ehemann in Bergheim zunächst mit Tabletten vergiftet, dann mit einem Messer getötet und zerstückelt hatte. Ein Mittäter muss wegen Beihilfe viereinhalb Jahre in Haft. Richter Jörg Michael Bern: „Ein sicher nicht alltägliches Geschehen.“

Köln: Verteidiger von Bergheimerin hatten auf Notwehr plädiert

Die Verteidigung der Angeklagten hatte auf Notwehr plädiert und Freispruch gefordert. Im Prozess war bekannt geworden, dass das 61-jährige Opfer seine Ehefrau, wie auch Lebensgefährtinnen zuvor, immer wieder brutal misshandelt hatte. Der Mitangeklagte (45), ein ehemaliger Freund hatte die Frau zuvor bestärkt, den Mord zu begehen und bei der Beseitigung der Leiche geholfen.

Der Vorfall hatte sich bereits im Jahr 2008 ereignet. Der Leichnam des Opfers wurde bereits fünf Tage nach der Tat gefunden; zerstückelt in einem Müllsack, der in der Maas in der belgischen Stadt Amay trieb. Arme und Beine des Mannes wurden nie gefunden, sollen aber ebenfalls im Fluss versenkt worden sein. Viele Jahre blieb die Identität des Toten unklar.

Köln: ZDF-Show „Aktenzeichen XY… ungelöst“ brachte Fahndungserfolg

Erst ein erneuter Zeugenaufruf in der ZDF-Show „Aktenzeichen XY… ungelöst“ hatte Erfolg. Ein ehemaliger Bekannter hatte die auffällige Tätowierung des Toten wiedererkannt; die Ermittler hatten Fotos davon veröffentlicht.

Der Mittäter wurde als Bekannter der Ehefrau zunächst als Zeuge geladen, gestand dann in einer Art Lebensbeichte bei der Polizei jedes Detail. Hätte er geschwiegen, wäre der heutige Familienvater womöglich nie belangt worden; denn seine Komplizin hatte ihn bei der Polizei nicht belastet.

Köln: Ex-Freundin beschrieb Mordopfer als Tyrannen

Drastisch hatte im Prozess eine Verkäuferin in Saal 7 geschildert, wie das spätere Mordopfer sie vor mehr als 20 Jahren misshandelt hat. „Er war ein sehr schwieriger Mensch, der wurde von einer Sekunde auf die andere zum Schläger.“ Einmal habe er sie mit dem Kopf gegen einen Türrahmen geschlagen, was eine Platzwunde verursacht habe.

Danach habe der Bergheimer darauf geachtet, sie nicht mehr im Gesicht zu verletzen; es sollte ja niemand mitbekommen. In der Küche habe er mal berichtet, dass ihm sein Vater mal ein Messer in den Unterarm gerammt habe. „Soll ich dir mal zeigen, wie?“, habe Peter B. gefragt und dann einfach zugestochen. Noch heute trägt sie eine Narbe davon, die die Zeugin dem Richter zeigte.  

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