Wende im Logo-Streit Kölner Domspitzen mit ganz neuer Rolle – Reker äußert sich

Der Kölner Dom (hier ein Foto vom 8. April 2020) soll in Zukunft nicht mehr auf dem Logo der Stadt Köln abgebildet werden. So ganz verschwinden wird er aber nicht.

Der Kölner Dom (hier ein Foto vom 8. April 2020) soll in Zukunft nicht mehr auf dem Logo der Stadt Köln abgebildet werden. So ganz verschwinden wird er aber nicht.

Der Kölner Dom soll aus dem Logo der Stadt Köln verschwinden. Doch es gibt jede Menge Kritik.

Die Stadt Köln plant große Veränderungen. Es geht um das offizielle Logo der Stadtverwaltung. Seit 20 Jahren ist dort das Kölner Wahrzeichen ein fester Bestandteil.

Sowohl auf Amtsschreiben, auf der Homepage, bei wichtigen Veranstaltungen ist das Logo zu sehen. Links das schwarze Stadtwappen auf weißem Grund – dann folgt ein roter Balken mit weißem Schriftzug „Stadt Köln“ und rechts die weißen Spitzen des Kölner Doms.

Doch nun soll der Kölner Dom aus dem Logo verschwinden! Stattdessen soll es nur noch das Stadtwappen und den Schriftzug zeigen – in rot auf weißem Hintergrund.

Neues Logo der Stadt Köln: Dom verschwindet nicht ganz

Alles zum Thema Kölner Dom

Die Stadt Köln erklärt das so: Das bisherige Logo hätten die Befragten einer Marktanalyse als „altbacken, sperrig, emotionslos und „von oben herab“ bewertet, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Zudem entspreche das alte Logo „in seiner Gesamtstruktur nicht den immer komplexer werdenden Anforderungen digitaler Kanäle“.

Am Montag (28. März 2022) legte die Stadt Köln weitere Entwürfe vor. Das Logo ändert sich zwar wie beschrieben, aber der Kölner Dom wird nicht komplett verschwinden. In einer Erklärung heißt es: „Die Domspitzen aus dem bisherigen Logo erhalten im modernisierten Markenaufritt eine neue und prominente Funktion. Zukünftig werden sie auf allen Plakaten, Broschüren, Aushängen und Social-Media-Beiträgen als wiederkehrendes Kommunikationsmerkmal zu sehen sein (siehe Foto).“

Das Foto zeigt Broschüren der Stadt Köln. Unter anderem mit dem neuen Logo.

Oben das neue Logo ohne die Kölner Domspitzen. Die tauchen aber trotzdem noch auf – nur an anderer Stelle.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker (65) zu dem Logo-Wirbel: „Seit ein paar Jahren modernisieren wir die Kommunikation der Stadt Köln, um den Anforderungen an das moderne Informationszeitalter und die Digitalisierung gerecht zu werden. Die meisten Bürger und Bürgerinnen informieren sich heute online, entweder über unseren Internetaufritt oder unsere Social-Media-Beiträge. Diesem Umstand wollen wir Rechnung tragen und haben daher seit 2019 unsere Kommunikation und unser Angebot in diesem Bereich ausgebaut und professionalisiert. Nun steht als nächster Schritt eine behutsame Weiterentwicklung unserer Marke an.“

Kölner Ex-Oberbürgermeister Schramma: Gibt es nichts Wichtigeres zu tun?

Derweil hat sich Ex-Oberbürgermeister Fritz Schramma (74, CDU) zu den Plänen geäußert. „Ich mische mich normalerweise nicht in die aktuelle Stadtpolitik ein, doch jetzt reicht's mir“, poltert Schramma gegenüber „Bild“. „Man würde sich ja gerne sachlich, fachlich über die (notwendige?) Veränderung eines Stadt-Logos unterhalten. Aber nach diesem unqualifizierten, unzutreffenden Urteil einer Werbeagentur, muss ich mich als ehemaliger Oberbürgermeister und Mitgestalter des bisherigen Logos einmal melden.“

Und Schramma legt nach: Für ihn stellt sich die Frage, ob die Stadt angesichts der Corona-Lage und der Situation mit den Geflüchteten aus der Ukraine nicht wichtigere Dinge zu tun habe.

Und noch jemand äußert sich kritisch. Der Stadtdechant Robert Kleine (55) sagte im Domradio: „Das neue Logo und der Spruch sind beliebig. Dabei stand es uns in Köln gut, zu zeigen: Wir sind es, die den Dom haben.“

Kritik an neuem Kölner Stadt-Logo: „Ist schon der 1. April?“

Ein entsprechender Domradio-Post wird bei Facebook heftig diskutiert. Dort ist die Meinung eindeutig: Der Kölner Dom gehört auf das Logo.

  • „Ist schon der 1. April? Die Domspitzen gehören doch auf jeden Fall ins Logo.“
  • „Ohne Dom geht gar nicht!“
  • „Die Domtürme dokumentieren auch die besondere Stellung der Kulturgeschichte in Köln.“
  • „Armutszeugnis. Was ist Köln ohne Dom? Wer das zu verantworten hat, gehört aus der Stadt gejagt.“
  • „Unfassbar! Das einzige Alleinstellungsmerkmal, das Köln zu bieten hat, wird zum lästigen Übel degradiert.“
  • „Andere Städte wären froh, ein solch international bekanntes Alleinstellungsmerkmal zu haben.“

Unter den über 100 Kommentaren sucht man verzweifelt nach Befürwortern des neuen Logos. Einen hat EXPRESS.de immerhin gefunden. So schreibt ein Facebook-Nutzer:

  • „Super, sehr aufgeräumt. Christliche Symbole sind geblieben. Drei Weisen aus dem Morgenland als Kronen und die elf Flammen für die 11.000 Jungfrauen, die mit Ursula auf der Wallfahrt nach Rom den Märtyrertod sterben.“

Offiziell eingeführt werden soll das neue Logo im Sommer 2022. Anschließend soll es auf Formularen und Vordrucken erscheinen. Und ganz weg ist der Kölner Dom ja nun doch nicht.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.