Kölner SEK stürmt Wohnung im 13. Stock Verdächtiger hangelt sich vom Balkon – so spektakulär lief Einsatz ab

Zwei Kräfte eines SEK im Einsatz

Donnerstagabend (14. Juli 2022) ist es in Köln-Neubrück zu einem SEK-Einsatz gekommen, bei dem auch Türen gewaltsam geöffnet wurden. Das Symbolfoto zeigt zwei SEK-Kräfte mit einem Rammbock. 

Wie im Actionfilm: Eine Spezialeinheit der Polizei hat am Donnerstagabend eine Wohnung in Köln gestürmt – der Verdächtige versuchte über den Balkon zu flüchten.

Spektakulärer Zugriff im Kölner Stadtteil Neubrück: Am frühen Donnerstagabend (14. Juli 2022) haben Einsatzkräfte eines Spezialkommandos einen 37-jährigen Mann festgenommen.

Gegen den Verdächtigen lag ein Durchsuchungsbeschluss vor, da er im Verdacht steht, am Mittwochnachmittag ein hochwertiges E-Bike aus einer Wohnung in Dünnwald entwendet zu haben. Spezialkräfte kamen zum Einsatz, weil es Anhaltspunkte für eine Bewaffnung des 37-Jährigen gab. Dies hat sich nicht bestätigt, wie die Polizei Köln am Freitagnachmittag bekannt gab. 

Köln: Spezialeinheit stürmt Wohnung in Neubrück

„Die Durchsuchungen haben nicht zur Auffindung von Schusswaffen geführt“, erklärte ein Polizeisprecher. Das geklaute E-Bike hingegen sei gefunden worden und solle noch am Freitag dem Besitzer zurückgegeben werden. Die Polizei hatte im Vorfeld Informationen erhalten, nach denen der Tatverdächtige das teure Rad in seiner Wohnung, Robert-Schuman-Straße, versteckt haben sollte.

Alles zum Thema Polizeimeldungen

Donnerstag gegen 18.30 Uhr stürmten Beamte und Beamtinnen schließlich in die Wohnung in der 13. Etage des Mehrfamilienhauses – währenddessen kletterte der 37-Jährige von seinem Balkon auf den Balkon einer Nachbarwohnung auf der gleichen Etage. Eine spektakuläre Jagd begann.

Polizei Köln: Einsatz in Neubrück – Verdächtiger unter Wäscheständer

Die Einsatzkräfte betraten daraufhin zwei weitere Wohnungen, zu denen ihnen Zutritt gewährt wurde und konnten den Verdächtigen letztendlich lokalisieren – unter einem Wäscheständer auf einem der Balkone. Ergeben? Fehlanzeige! Als die SEK-Kräfte diese Wohnung betraten, kletterte der Verdächtige über die Brüstung und hangelte sich nach unten auf einen Balkon einer Wohnung in der 11. Etage. 

Deren Bewohnerin soll den Flüchtigen freiwillig hereingelassen haben. Gegenüber den Einsatzkräften behauptete sie jedoch glaubhaft, aber wahrheitswidrig, dass niemand in ihrer Wohnung sei. Daraufhin knöpften sich die Spezialkräfte die darüberliegende Wohnung in der 12. Etage vor, rammten die Tür auf. Dort fanden sie aber niemanden. 

Polizei Köln: Bewohnerin ließ Flüchtigen in ihre Wohnung

Erst der Hinweis eines weiteren Hausbewohners, wonach die genannte Bewohnerin den Gesuchten von ihrem Balkon in ihre Wohnung gelassen habe, setzte der Suche ein Ende. SEK-Kräfte fanden den 37-Jährigen schließlich in einer abgeschlossenen Abstellkammer, deren Tür sie ebenfalls gewaltsam öffneten. 

Der 37-Jährige leistete bei seiner Festnahme erheblich Widerstand. Bei ihm wurde ein Teleskopschlagstock sichergestellt, den er aber nicht eingesetzt hatte. Nach seiner Festnahme durchsuchte die Polizei seine Wohnung und sicherte weitere Beweismittel. 

In den Einsatz ist der polizeiliche Opferschutz eingebunden. Gespräche mit den anwesenden, unmittelbar betroffenen Wohnungsinhaberinnen und -inhabern wurden bereits nach dem Einsatz geführt. (nb, iri)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.