Bis zu 300.000 Euro offene Parkgebühren, zudem kein Kontakt zum Eigentümer: Die kuriose Geschichte einer gestrandeten Boeing am Flughafen Köln/Bonn.
Drama dauert schon seit 2022Russen-Boeing in Köln/Bonn gestrandet – niemand zahlt

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Die Maschine der russischen Frachtfluggesellschaft Atran steht seit dem 27. Februar 2022 auf dem Flughafen Köln/Bonn. Das Foto zeigt die gestrandete Maschine am 9. März 2022.
Sie steht und steht und steht: Am Flughafen Köln/Bonn parkt seit mehr als vier Jahren eine russische Frachtmaschine, die niemand mehr will – und für die niemand zahlt.
Die Boeing 737-400 F der russischen Fluglinie Atran mit dem Kennzeichen VQ-BVF landete am 27. Februar 2022 in Köln und hätte einen Tag später nach Lüttich weiterfliegen sollen. Es kam anders: Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den folgenden Luftraumsperrungen saß die Maschine fest – bis heute.
Atran-Boeing steht seit rund 1690 Tagen auf dem Flughafen Köln/Bonn
Rund 1690 Tage ist das inzwischen her. Macht nach Angaben des Flughafens zwischen 250.000 und 300.000 Euro an aufgelaufenen Standgebühren. „Pro Tag berechnet der Flughafen grundsätzlich zwischen 150 und 180 Euro Abstellgebühr für ein Flugzeug“, erklärt ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn gegenüber dem Portal „aeroTELEGRAPH“.
Bezahlt wurde davon: nichts. „Die Gebühren laufen seit 2022 auf und kumulieren sich, es gibt keine Zahlungen.“ Wer die Rechnung am Ende begleichen soll, ist völlig offen – „einen Kontakt gibt es derzeit nicht“, so der Sprecher.
Immerhin: Ganz sich selbst überlassen ist der 28 Jahre alte Jet nicht. Eine externe Wartungsfirma am Standort kontrolliert ihn in regelmäßigen Abständen. Das Flugzeug steht auf einer Langzeitabstellfläche und stört laut Flughafen den täglichen Betrieb nicht.
Ähnlich erging es einem Airbus A321 von Aeroflot am Flughafen Genf – dort allerdings werden die Standgebühren von rund 30.000 Franken im Monat bezahlt. In Köln fehlt dafür schlicht ein Ansprechpartner.
Wem die Boeing auf dem Köln/Bonner Flughafen gehört, ist unklar
Wer die Boeing auf dem Airport Köln/Bonn überhaupt besitzt, ist ebenfalls nicht ganz geklärt. Laut der Luftfahrt-Datenbank Airfleets stammt sie vom kalifornischen Leasinggeber Aviation Capital Group, registriert ist sie auf den Bermudas – wie seinerzeit rund 740 Flugzeuge russischer Airlines. Kurz nach Kriegsbeginn entzog die dortige Behörde allen russisch betriebenen Maschinen die Lufttüchtigkeit.
Ohne gültiges Zeugnis darf die Boeing nicht mehr abheben – für ein neues bräuchte der Eigentümer Wartungsunterlagen, die vermutlich bei Atran in Moskau liegen. Was mit dem Kölner Geisterflieger passiert, bleibt offen. (mt)
