Endlich gute Nachrichten von der Riesen-Baustelle neben dem Kölner Dom. Was vor zweieinhalb Jahren noch nach einem Desaster aussah, nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Ein Überblick.
Richtfest nach BaustoppKölns Bauprojekte schreiten voran

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Die Immobilienentwickler des sogenannten Goldschmied Carré feierten Richtfest.
Als die Düsseldorfer Gerchgroup, der ursprüngliche Bauträger, im August 2023 Insolvenz anmeldete, hielt die Stadt Köln den Atem an.
Doch der Insolvenzverwalter hatte für das gestoppte Vorhaben namens Laurenz-Carré einen genialen Einfall: Er teilte es in drei separate Abschnitte, um den Verkauf zu erleichtern.
Sorge vor einer jahrelangen Bauruine im Herzen der Stadt
Die Lage, nur rund 200 Meter südlich von Kölns Wahrzeichen, machte die Sache besonders brisant. In Politik und Verwaltung wuchs die Sorge vor einer jahrelangen Bauruine im Herzen der Stadt. Dieses Schreckensszenario konnten die Beteiligten gemeinsam verhindern.
Zusätzlich zu den drei Bauvorhaben bleibt eine weitere große Frage offen. Was geschieht mit dem benachbarten, stark renovierungsbedürftigen Kundenzentrum der Stadt am Laurenzplatz? Dieses Gebäude ist Eigentum der Stadt und schließt sich im Süden an die Baufelder an. Hier ist der aktuelle Stand der vier Projekte.
Goldschmied-Carré
Der prominenteste Abschnitt des Laurenz-Carrés, der einen direkten Blick auf den Dom bietet, trägt nun den Namen Goldschmied-Carré. Er setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: einem Bürogebäude, in das die Berater der Boston Consulting Group einziehen werden, ergänzt durch einige Geschäfte im Erdgeschoss. Dahinter entsteht ein Hotel der Marke „Nuna“ mit mehr als 90 Zimmern. Ein weiteres Bürohaus rundet das Ensemble ab.

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Der Neubau in unmittelbarer Nähe des Doms: Blick auf das sogenannte Goldschmied-Carré.
Schon im kommenden Jahr soll das Hotel fertiggestellt sein, die Büros mit Domblick und das zusätzliche Bürogebäude folgen im Anschluss. Die Hanse-Merkur Grundvermögen AG hatte das Areal nach der Insolvenz erworben; die Firma Bauwens setzt die Bauarbeiten für sie um. Am Freitag wurde mit dem Richtfest ein wichtiger Meilenstein gefeiert.
Senats-Hotel
Für das denkmalgeschützte Senats-Hotel aus den Jahren 1958/1959 gibt es ebenfalls eine glänzende Zukunft. Zunächst war geplant, dass dort ein Hotel der Marke „Radisson Red“ eröffnet. Der Plan sah eine Aufteilung auf das Senats-Hotel und das Gebäude gegenüber vor, in dem nun das „Nuna“ seine Zimmer anbietet. Dieser Plan scheiterte jedoch durch die Insolvenz und den Verkauf an verschiedene Investoren.

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Diese Visualisierung für das Senats-Hotel hatte noch der frühere Projektentwickler Gerchgroup präsentiert.
Jetzt die Sensation: Im Senats-Hotel wird ein Haus der Hilton-Gruppe mit 183 Zimmern eröffnen. Das Besondere: Es wird das erste Hotel der Marke „Tapestry Collection“ in ganz Deutschland sein. Die Foremost Hospitality Unternehmensgruppe aus Berlin erwarb das Gebäude im Vorjahr und vermietet es an Hilton.
Wohngebäude
Das Recht zur Nutzung des Grundstücks für das neue Wohngebäude hat sich das Unternehmen „The Flag“ aus Attendorn gesichert. Nach Angaben des Käufers sollen dort Apartments für Studierende und sogenannte „Young Professionals“, also Berufseinsteiger, geschaffen werden. Dies gab das Unternehmen 2024 bekannt.

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Überblick über das Areal in der Kölner Innenstadt.
Eine Sprecherin teilte im Januar mit: „Seit dem Beginn des Projektes in Köln am Dom ist The Flag mit zahlreichen Prozessen rund um die Planung und den Bau des neuen Gebäudes beschäftigt.“ Laut einer aktuellen Auskunft gibt es jedoch noch keine näheren Angaben zu einem Zeitplan.
Kundenzentrum Innenstadt
Am Laurenzplatz steht das städtische Gebäude aus dem Jahr 1975, das laut einem Sprecher „sanierungsbedürftig“ ist. Täglich wird es von etwa 800 bis 900 Bürgerinnen und Bürgern aufgesucht, und rund 45 Personen arbeiten dort. Kölner können an diesem Standort unter anderem ihre Ausweisdokumente abholen. Die Stadt beabsichtigt, die Dienste des Kundenzentrums Innenstadt auf lange Sicht in der ehemaligen Kaufhof-Zentrale nahe dem Agrippabad anzusiedeln, doch dessen Umbau hat sich mehrfach verzögert.

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Das Kundenzentrum in der Kölner Innenstadt.
Noch vor zweieinhalb Jahren plante die Verwaltung, das Gebäude am Laurenzplatz abzureißen und ab 2031 über drei Jahre in kleinerem Maßstab neu zu errichten. Das Kundenzentrum sollte eine dauerhafte neue Heimat an einem anderen Ort finden.
Doch ob es tatsächlich zu Abriss und Neubau kommt, ist wieder völlig unklar. Da die Stadt all ihre angemieteten Büroflächen überprüft, müssen laut einem Sprecher „die Planungen für den Laurenzplatz einer kritischen Prüfung unterzogen werden“.
Dieser Prozess läuft nach Angaben des Sprechers aktuell innerhalb der Verwaltung und wird nach Abschluss der Politik zur Entscheidung vorgelegt. Es gibt noch keine abgestimmte Meinung innerhalb der Verwaltung. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

