Prozessauftakt in KölnFreundin zu Tode gequält? Angeklagter stellt bizarre Forderungen

Auftakt Mordprozess gegen 34-jährigen Leverkusener

Copyright: Thomas Käding

Am Freitag, 19. Juni, hat vor dem Kölner Landgericht der Mordprozess gegen einen 34-jährigen Leverkusener begonnen. Zu seinem Verteidiger Robert Stach hat er bislang kein Vertrauen und hält Abstand.

Ein Mann (34) aus Leverkusen steht wegen Mordes vor dem Kölner Landgericht. Die Details der Tat sind kaum zu ertragen. Doch der Angeklagte sorgt selbst für Kopfschütteln.

„Ein Albtraum“, murmelt Chrístos F. (Name geändert), als Justizbeamte ihn am Freitagmorgen (19. Juni 2026) in den Saal 7 des Kölner Landgerichts bringen. Für den 34-Jährigen aus Opladen beginnt hier das Mordverfahren. Er verbirgt sein Gesicht hinter Kapuze und Arm, um auf Fotos nicht erkannt zu werden.

Auf der anderen Seite des Saals haben vier Angehörige seiner getöteten Partnerin mit ihrem Anwalt Tobias Westkamp Platz genommen. Die Mutter der Frau, die Chrístos F. am 21. November des Vorjahres brutal ermordet haben soll, ringt mit den Händen, während die Anklagepunkte verlesen werden.

Prozess in Köln: Chrístos F. hat Forderungen

Der Beschuldigte hält selbst demonstrativ Distanz zu seinem Verteidiger Robert Stach, zwei Plätze bleiben unbesetzt. „Ich will auch einen anderen Anwalt“, sagt er beim Verlassen des Saals. Zuvor hatte der Grieche schon bizarre Forderungen gestellt: Das Verfahren solle ohne Öffentlichkeit stattfinden und er verlange „eine neue Identität“.

Beide Anträge weist die 5. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Peter Koerfers zurück. Der Staatsanwalt hatte zuvor verdeutlicht, dass Chrístos F. den Grund für die öffentliche Verhandlung „selbst geschaffen hat“. Nach einer 15-minütigen Beratung ist klar: Der Prozess bleibt für alle zugänglich.

Obwohl Richter Koerfers wegen des labilen Zustands des Angeklagten behutsam vorgeht, sind die Vorwürfe der Anklage erschütternd. Demnach soll Chrístos F. seine Freundin schon am 16. November ins Gesicht geschlagen haben. Am folgenden Freitagabend habe er sich dann entschlossen, sie zu ermorden.

Anklage enthüllt unfassbares Martyrium

Was sich nach 20.45 Uhr in der Wohnung in Opladen abspielte, beschreibt die Staatsanwaltschaft als eine unfassbare Tortur. Der unter Alkohol- und Cannabiseinfluss stehende Mann soll „mindestens zehnmal“ mit einer Hantelstange auf den Hinterkopf der Frau eingeprügelt haben. Ein weiterer Hieb mit einem stumpfen Objekt traf sie seitlich am Kopf, hinzu kam „mindestens ein Faustschlag ins Gesicht“.

Anschließend soll er die schwer blutende Frau ins Bad gezerrt, sie in die Wanne gesetzt, abgeduscht und dabei ein Video aufgenommen haben. Zu diesem Zeitpunkt sei sie noch „bei vollem Bewusstsein“ gewesen. Doch die Qualen endeten nicht. Er soll sie ins Wohnzimmer geschleift, auf eine Matratze gelegt und mit Schuhen getreten haben. Mit einem Messer habe er ihr sieben Schnitte beigebracht.

Am Ende, so die Anklage, ließ er sie in der Wohnung sterben. Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat wegen der besonderen Grausamkeit als Mord ein.

Angeklagter klagt über Klinik: „Das ist die Hölle“

Wegen seiner Alkohol- und Drogensucht fordert die Anklagebehörde seine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie. Chrístos F. sei „für die Allgemeinheit gefährlich“. Aktuell ist er in der Klinik in Bedburg-Hau untergebracht, was er mit den Worten „Das ist die Hölle“ kommentiert – und damit seine Betreuer verblüfft.

Richter Koerfers versucht, die Blockadehaltung des Beschuldigten aufzubrechen. Er regt ein psychologisches Gutachten an, um mehr über ihn zu erfahren. „Wir möchten ein bisschen mehr über Sie erfahren“, sagt der Richter, braucht dafür aber das Einverständnis von Chrístos F.

Zudem legt der Richter ihm nahe, die Unterstützung seines Anwalts anzunehmen: „Ich kann Ihnen nur raten, die Dienste Ihres Verteidigers in Anspruch zu nehmen.“ Den Antrag auf einen neuen Verteidiger hatte das Gericht schon abgewiesen. Chrístos F. bekommt nun drei Wochen Zeit, seine Position zu überdenken. Der Prozess wird am Freitag, dem 10. Juli, fortgesetzt. (red)

Zoll findet fast acht Kilogramm illegalen Potenzhonig.
Flughafen Köln/Bonn
Zoll erwischt Mann mit kiloweise illegalem „Potenzhonig“