Arena-Party trotz Technik-PanneLatino-Duo bringt Köln-Publikum zum Kreischen

Blick auf die hell erleuchtete Bühne beim Konzert von Romeo Santos & Prince Royce in der Lanxess-Arena in Köln.

Copyright: Béla Csányi

Beim Konzert von Romeo Santos & Prince Royce am Samstag (18. Juli 2026) in der Lanxess-Arena gingen zwischenzeitlich die Lichter wieder an.

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Die Bachata-Stars Romeo Santos und Prince Royce begeisterten ihre Fans am Samstag beim Köln-Konzert in der Lanxess-Arena. Zwischendurch war beim Publikum allerdings Geduld gefragt.

Es war der Abend der ganz großen Gefühle in der Lanxess-Arena: Kaum jemand steht so sehr für sinnliche Bachata-Klänge und gehauchte Liebesbotschaften wie die Latin-Lover Romeo Santos (44) und Prince Royce (37), die am Samstag (18. Juli 2026) in Köln zu Gast waren.

Die beiden US-Amerikaner mit dominikanischen Wurzeln gehören als Solo-Künstler seit Jahren zu den absoluten Größen der lateinamerikanischen Musik, jetzt erfüllen sie als Duo die verruchten Träume vieler Fans. Der bezeichnende Titel der ersehnten gemeinsamen Tour: „Mejor tarde que nunca“, auf Deutsch: „Besser spät als nie“.

Romeo Santos & Prince Royce nehmen Unterbrechung gelassen hin

Der hohe Lateinamerika-Anteil im Publikum wurde durch diverse mitgebrachte Fahnen ebenso deutlich wie die Verteilung der Sympathien vor dem Finale der Fußball-WM am Sonntag: Schafften es Fans mit Argentinien-Flaggen auf die Leinwand, setzten aus allen Ecken der Arena durchaus vernehmbare Buh-Rufe ein.

Bei aller Rivalität allerdings kein Vergleich zum mit spitzen Schreien nach oben gepeitschten Dezibel-Wert, als Prince Royce im blauen Satin-Anzug und Romeo Santos mit unter dem Jackett kaum versteckter blanker Brust die Bühne enterten.

In drei Akte teilten beide ihren rund zweistündigen Auftritt: Ein kurzes Set mit urbaner geprägten Stücken wurde umrahmt von zahlreichen Bachata-Nummern wie dem aktuellen Hit „Dardos“, „La Diabla“ und „Corazón sin cara“ – jedes Lied wie eine eigene Telenovela.

Dass dem Konzert zwischenzeitlich der Stecker gezogen wurde wie einem Fernseher nach dem Serienmarathon, lag nicht in der Verantwortung der beiden Sänger: Nach der stimmungsvollen ersten Viertelstunde war mitten im Song plötzlich der Ton weg.

Prince Royce versuchte die Technik-Panne kurz noch mit breitem Grinsen und pantomimischem Gesang zu überspielen, dann ebbte die Musik aber komplett ab und die Lichter gingen an. Sekunden später waren die Sänger von der hell erleuchteten Bühne verschwunden, ließen die 14-köpfige Band ratlos zurück.

Konzert von Prince Royce und Romeo Santos.

Copyright: Béla Csányi

Prince Royce (l.) und Romeo Santos begeisterten die Fans in Köln mit ihren Bachata-Hymnen.

Wer sich in den ersten Sekunden fragte, ob das irgendwie zur Show gehörte, wusste im Laufe der Unterbrechung von Minute zu Minute genauer: Das war so ganz sicher nicht geplant!

Auf Nachfrage von EXPRESS.de teilte ein Sprecher der Lanxess-Arena mit, dass das mitgebrachte technische Equipment den Lateinamerika-Tross kurz im Stich gelassen hatte und nach einem Absturz neu hochgefahren werden musste.

Die Menge nahm die am Ende rund zehnminütige Zwangspause überrumpelt, aber geduldig hin. Zunächst animierte die Band noch zum rhythmischen Klatschen, später herrschte allgemeines Gemurmel, bis ein kurzer improvisierter Soundcheck neue Hoffnung versprühte. Minuten später feierten die Fans ihre Stars wieder mit unveränderter Begeisterung.

Romeo Santos & Prince Royce machen die Arena zum Tanzparkett

„Solche Dinge können bei einem Konzert passieren“, kommentierte Romeo Santos kurz und knapp, als der erste Song nach der unfreiwilligen Pause erfolgreich über die Bühne gebracht war. Mit der Erfahrung aus über zwei Jahrzehnten im Geschäft nahm Santos die Unterbrechung routiniert hin.

Das Publikum lag den beiden Womanizern stets zu Füßen, wurde mit unzähligen Luftküssen, Hüftschwüngen und lasziven Blicken aber auch nach allen Regeln der Flirtkunst bei Laune gehalten.

„Wo sind die Frauen, die sich heute sexy fühlen?“, animierte Romeo Santos mehrfach die Menge, die in euphorischem Kreischen echote. Vor dem Hit „Noche de sexo“ nahm er sich dann ein Pärchen im Publikum zur Brust und verordnete dem männlichen Part: „Heute Nacht wirst du Liebe mit ihr machen!“

Im letzten Drittel des Konzerts wurde der seitliche Bereich der Stehplätze dann sogar zum Tanzparkett. Immer mehr Paare tanzten Bachata zu den sinnlichen Klängen und schwangen gemeinsam mit den beiden Protagonisten auf der Bühne die Hüften.

Das Konzert bestritt das Duo mit einer Mischung aus eigenen Songs sowie Liedern des gemeinsamen Albums, zauberten zum Ende sogar mehrere Kostproben alter Lieder der Band Aventura aus dem Hut.

Die Combo um Romeo Santos besetzte 2004 mit „Aventura“ sieben Woche lang die Spitze der deutschen Charts, den damaligen Welthit durfte das Publikum in Köln als großes Highlight dann sogar ganz alleine mit den beiden Sängern in der Rolle als Animateure schmettern.

Mehrere junge Menschen sitzen vor einem Haus, vor sich eine Theke mit Getränken.
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