Neumarkt in Köln Selbstmord vor seinem 18. Geburtstag: Freunde erinnern an „Freddy“

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Mit Blumen und 21 Grablichtern gedenken Angehörige und Freunde dem Verstorbenen.

Köln – Das erste Herbstlaub fällt auf den Neumarkt. Doch das ist es nicht, was zahlreichen Passanten an diesem Mittwoch auffällt.

Es sind zwei Blumentöpfe mit Rosen, inmitten eines Kreises aus 21 Grablichtern. Und sie erinnern an eine grauenvolle Tat, die vor drei Jahren ganz Köln erschütterte: Der öffentliche Selbstmord des erst  17 Jahre alten Jan Frederick Moll – auf dem Neumarkt.

21 Grablichter – sie stehen für das Alter, das der junge Mann hätte feiern können. Jan Frederick wäre am 30. August 21 Jahre alt geworden. Doch das wollte er nicht – Erwachsen werden, wie seine Eltern später erzählen.

Es ist 23.10 Uhr an jenem 29. August 2013, 50 Minuten vor seinem 18. Geburtstag, als sich Jan Frederick mit Benzin übergießt und es mit einem Feuerzeug entflammt. Brennend läuft er geschockten Augenzeugen entgegen.

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Ein Benzinkanister auf dem Boden zeugt von der schrecklichen Tat von vor drei Jahren.

Ein Busfahrer reagiert so schnell er kann und holt einen Feuerlöscher aus dem Wagen. Doch die Verletzungen sind zu schlimm.

Mit 18 Jahren verstirbt „Freddy“, wie er von seinen Freunden genannt wird. „Lassen Sie mich sterben, ich kann nicht mehr“, soll er noch zu einer Notärztin gesagt haben.

Die schreckliche Tat ist das Ende eines Leidensweg. So erzählen es später auch seine Eltern gegenüber einem EXPRESS-Reporter.

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Jan Frederick Moll beging kurz vor seinem 18. Geburtstag Selbstmord.

Auf dem Gymnasium sei er gemobbt worden. Aus der Not habe er daraufhin gesagt, dass man ihn in Ruhe lassen solle, weil er sonst alle umbringen würde. Der Spruch machte alles natürlich nur noch schlimmer.

Immer mehr fühlte sich Jan Frederick in dieser Welt missverstanden. Eine Welt, in der er keinen Platz für sich sah. Zweimal versuchte er, sich das Leben zu nehmen. Mit 15 ließen ihn die Eltern einweisen und psychiatrisch behandeln. Leider ohne den erhofften Erfolg.

Seine Angehörigen und Freunde haben „Freddy“ nicht vergessen. Seine ehemaligen Lehrer und Schüler sicherlich auch nicht: Das Gymnasium, das er besuchte, ist nur wenige Meter entfernt vom Neumarkt.

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