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„Sehr wirksame Waffe“ Neue Therapie im Kampf gegen Covid-19 in Köln 

Ein Intensivpfleger versorgt einen Covid-19-Patienten auf einer Intensivstation.

Eine neue Behandlungsmethode in Köln soll Corona-Betroffene frühzeitig schützen. Unser Symbolfoto wurde am 15.November 2021 auf einer Intensivstation in Leipzig aufgenommen.

Im Kampf gegen das Coronavirus wird im Kölner Krankenhaus Merheim eine neue Behandlungsmethode angewandt. Die Mediziner sprechen von einer „sehr wirksamen Waffe“.

Köln. In Köln ist eine neue Behandlungsmethode im Kampf gegen das Coronavirus erfolgreich angelaufen. Dazu werden Antikörper genutzt, um Betroffene rechtzeitig zu immunisieren. Seit dem 11. November wird dies im Krankenhaus Merheim praktiziert.

Wie die Stadt Köln am Montag (22. November 2021) mitteilte, diene diese Behandlung einer frühzeitigen Immunisierung von Betroffenen mit bestimmten Risiken, durch deren Alter oder Vorerkrankungen. Ziel ist es, schwere Krankheitsverläufe und Krankenhausbehandlungen zu verhindern. Die neue Thearpie wird nur Personen ab 12 Jahren angeboten, die nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert sind oder einen Risikofaktor durch Kontakt zu einer infizierten Person darstellen. 

Köln: Neue Initiative im Kampf gegen das Coronavirus

Diese Risikofaktoren für einen schweren Verlauf können vor allem bei ungeimpften Personen unter anderem diese sein:

  • fortgeschrittenes Alter (>50 Jahre)
  • Übergewicht (BMI >35)
  • Herzerkrankungen, einschließlich Bluthochdruck
  • Lungenerkrankungen, einschließlich COPD und Asthma
  • Diabetes chronische Nierenerkrankungen, einschließlich Dialysepatienten
  • chronische Lebererkrankungen
  • geschwächtes Immunsystem aufgrund bestimmter Krankheiten oder der Einnahme von Medikamenten

Die dafür verwendeten Antikörper „Casirivimab“ und „Imdevimab“ zeigen bei Verträglichkeit eine sehr gute Wirkung beim Verhindern von schweren Verläufen. Laut einer Studie kann das Risiko für eine Krankenhauseinweisung dadurch um etwa 70 Prozent reduziert werden.

Die Antikörper werden in Merheim von einem extra dafür eingerichteten medizinischem Team als Kurzinfusion verabreicht. Infrage kommende Patientinnen und Patienten werden dazu durch das Gesundheitsamt Köln über Möglichkeiten informiert.

Dr. Johannes Nießen, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Köln, sagt dazu: „Diese in Deutschland einzigartige Kooperation ist ein echtes Pilotprojekt bei der Vorbeugung schwerer Erkrankungsfälle durch Covid-19. Durch eine enge Hands-on-Betreuung können wir schon in den ersten Tagen nach Symptombeginn mit Antikörpern gegensteuern und einen möglichen schweren Verlauf aufhalten“.

Patienten und Patientinnen, die an Corona erkrankt sind und außerhalb von Köln wohnen, wird die Behandlung ebenfalls angeboten. 

Behandlungen bereits sieben Tage nach Symptombeginn möglich

„Am 11. November 2021 haben wir die ersten Patientinnen und Patienten behandelt und bereits in den wenigen Tagen gute Ergebnisse erzielt. Damit können wir Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen eine echte Perspektive anbieten und vor schwerer Erkrankung bewahren“, erklärt Prof. Dr. Horst Kierdorf, Klinischer Direktor der Kliniken der Stadt Köln.

Die Behandlung erfolgt ambulant und ist daher nur für Personen möglich, die zu dem Zeitpunkt noch nicht schwer erkrankt sind und zudem mobil sein können. Patientinnen und Patienten dürfen zu diesem Zweck ihre Quarantäne unterbrechen und die Klinik unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen (AHA-Formel) mit eigenem Auto aufsuchen. Die Anfahrt kann auch über einen Krankentransportwagen erfolgen.

Der Leiter der Lungenintensivstation im Krankenhaus Merheim – Prof. Dr. Christian Karagiannidis – spricht von einer sehr wirksamen Waffe zur Vermeidung von schlimmen Verläufen oder sogar dem Tod. Man könne damit sicherlich vielen Menschen helfen. (fit)

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