Die Gefahr kommt per Post Achtung, Betrüger! Neue Masche hält Kölner Polizei in Atem

Postbote vor der Tür eines Hauses in Frankfurt am Main.

Mit der Post, hier ein Symbolfoto aus dem 2016 in Frankfurt am Main, verschicke Betrüger gefälschte Inkasso-Schreiben.

Mit gefälschten Inkassoschreiben versuchen Kriminelle, an das Geld von Senioren zu kommen. Die Firmen, die darin genannt werden, sollen in Köln ansässig sein, existieren aber gar nicht.

Köln. Auch Betrugsfälle können absurde Züge annehmen: Anfang August berichtete EXPRESS.de über den Fall einer verstorbenen 78-Jährigen, die 15 Jahre nach ihrem Tod Post von einem Inkasso-Unternehmen aus Köln erhielt. Die Forderung: 300 Euro für einen abgeschlossenen Dienstleistungsvertrag mit einer Lotteriegesellschaft.

„Ein noch unbekannter Betrüger hat offenbar mit völlig veralteten Daten versucht, die Seniorin, die jetzt 93 Jahre alt gewesen wäre, zu überlisten“, erklärt Polizeisprecher Uwe Vincon. Weil die Post in die Hände des Sohnes der Verstorbenen gefallen war, wurden polizeiliche Ermittlungen in Gang gesetzt.

Betrugsmasche gegen Senioren: Die Gefahr lauert in der Post

Ein Einzelfall? Keineswegs. Am Donnerstag (26. August) zieht die Polizei eine erste Zwischenbilanz. Alleine seit Anfang August hat die Polizei Köln bereits 15 Anzeigen wegen des Verdachts des Betruges mit gefälschten Inkassoaufträgen aufgenommen.

Unter dem Deckmantel gefälschter Aufträge nicht existenter Firmen, so zum Beispiel der „Köln Euro Inkasso AG“ und der „EU Forderungs AG Forderungsmanagement & Inkasso Büro“ werden den Empfängern der Briefpost offene Forderungen aus einem kostenpflichtigen Dienstleistungsvertrag mit „Eurowin-24, Eurojackpot-6/49“ oder „Deutsche Gewinner Zentrale Lotto 6-49“ suggeriert.

Gefälschte Inkassoschreiben: Polizei warnt vor Betrugsmasche

Die Masche der Betrüger spielt bewusst mit der Angst und der Naivität vieler älterer Menschen, denn in den Schreiben werden knallharte Konsequenzen angedroht. Für den Fall, dass die Empfänger der Post dieser „letzten außergerichtlichen Zahlungsaufforderung“ nicht nachkommen, drohen weitere Zwangsmaßnahmen und Kosten, heißt es in den Schreiben.

Deswegen hat die Polizei nun Tipps für Betroffene veröffentlicht:

  • Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Die Betrüger spielen bewusst mit Ihrer Angst
  • Erkundigen Sie sich bei der Verbraucherzentrale, ob Betrugsfälle im Zusammenhang mit der Firma bekannt sind
  • Recherchieren Sie zu den jeweiligen Absenderfirmen und Kontoverbindungen im Internet. Regelmäßig fordern Betrüger die Überweisung auf ausländische Konten, was an den Buchstaben bei der IBAN-Nummer (z.B. GR für Griechenland statt DE für Deutschland) erkennbar ist
  • Gehen Sie nicht ungeprüft auf die Forderung ein. Sollten Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Forderung haben, überweisen Sie in keinem Fall Geld, sondern erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Ebenfalls wichtig: Um sich selbst zu schützen, sollten Betroffene die Dokumente eingehend prüfen, vor allem auf Rechtschreibfehler. Während diese in offiziellen Dokumenten absolut unüblich sind, kommen Sie in gefälschten Schreiben häufiger vor. (tw)

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