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Es hagelte Spott und KritikNach Kölner Röggelchen-Skandal: Früh mit Statement

Der Brauhaus-Klassiker „Halve Hahn“, serviert mit Brotscheiben statt dem traditionellen Röggelchen.

Copyright: Michael Fuchs

Früh serviert den Halve Hahn in seinen Brauhäusern seit 26. Oktober mit Brot statt Röggelchen.

Viel Kritik für den Halve Hahn ohne Röggelchen – doch die Früh-Brauerei will an ihrer Entscheidung festhalten.

Drei Scheiben Brot statt Röggelchen: So kommt der kölsche Klassiker Halve Hahn seit Montag, 26. Oktober, in den Kölner Früh-Brauhäusern auf den Teller. Für das Roggenbrötchen hat dort also vor gut einer Woche das letzte Stündlein geschlagen. Der Brauerei hat das jede Menge Kritik und Spott eingebracht.

Nach dem Bericht meldeten sich zahlreiche Leser, viele von ihnen empört. Andere Brauhäuser stellten ihre Treue zum Röggelchen heraus. Im Netz ist sogar vom „Untergang des kölschen Abendlands“ die Rede. Mit allerlei spöttischen Memes nehmen Nutzer Früh aufs Korn. Besonders oft geteilt wird ein Bild, das wie eine Früh-Werbung daherkommt: roter Hintergrund, ein durchgebrochenes Röggelchen und darüber die Überschrift „Früh-er war alles besser“.

„Sehr emotionale und teilweise kritische Reaktionen“

Die Tragweite dieser Entscheidung hatte man bei Früh offenbar unterschätzt. Auf Anfrage räumt Früh-Sprecherin Sophie Longerich gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein, die Umstellung habe „eine große öffentliche Resonanz ausgelöst“.

Und weiter: „Sowohl die Presseberichterstattung als auch die Diskussionen in den sozialen Medien und zahlreiche direkte Rückmeldungen per E-Mail an unsere Häuser zeigen, wie sehr dieses Thema die Menschen bewegt.“

Es habe dabei „auch sehr emotionale und teilweise kritische Reaktionen“ gegeben. Longerich betont: „Wir nehmen diese ernst und können nachvollziehen, dass ein so traditionsreicher Bestandteil der kölschen Esskultur viele Menschen beschäftigt.“

Halve Hahn mit Brot: Früh zieht die Sache konsequent durch

Ganz ohne Zuspruch steht die Brauerei allerdings nicht da. Man habe „auch positive Rückmeldungen erhalten“, sagt die Sprecherin, und zwar neben den kritischen Stimmen. „Einige Gäste begrüßen die Veränderung ausdrücklich und schätzen insbesondere die Qualität und den Geschmack unseres neuen Brauhausbrotes.“

Gibt es Kritik, setzt Früh auf den direkten Austausch. Longerich beschreibt das so: „Unsere Teams sind täglich in unseren Häusern vor Ort und stehen im persönlichen Gespräch mit unseren Gästen. Dabei hören wir zu, nehmen Fragen und Kritik auf und erklären, warum wir uns für das neue Brauhausbrot entschieden haben.“

„Wir werden an unserer Entscheidung festhalten“

Ein Vorwurf ist besonders oft zu hören: Mit Brot sei das Gericht nur ein Käsebrot, aber kein Halver Hahn – das Ganze also Etikettenschwindel. Früh weist das zurück. „Wir können nachvollziehen, dass viele den Halver Hahn traditionell mit einem Röggelchen verbinden“, betont Longerich. Für die Brauerei bleibe das Gericht aber auch mit Brot ein Halver Hahn.

Und dann die klare Ansage: „Wir werden an unserer Entscheidung festhalten. Eine Rückkehr zum Röggelchen ist nicht vorgesehen.“ Den eingeschlagenen Weg gehe man konsequent weiter. Auch am Namen wird nicht gerüttelt: „Der Halver Hahn bleibt selbstverständlich unter diesem Namen auf unserer Speisekarte – serviert mit unserem täglich frisch gebackenen Brauhausbrot.“

Und was ist mit den Skeptikern? Die sollen gerne selbst in einem Früh-Brauhaus den Halver Hahn probieren, so die Einladung der Brauerei. „Wir freuen uns auf den persönlichen Austausch und darauf, Sie von unserem Brot zu überzeugen.“ (red)