Linus’ TalentprobeTimo-Triumph trotz Knie-OP – TV-Promi wurde niedergepfiffen

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Wieder einmal urteilte das Publikum bei Linus’ Talentprobe im Tanzbrunnen knallhart über die Gesangskünste. Acht Mutige wagten sich auf die heiße Bühne. Ein Promi erlebte eine brutale Abfuhr.

Gnadenlos ehrlich, gnadenlos direkt. Linus’ Talentprobe ist die härteste Bühne Kölns. Nur die Besten bestehen vor dem knallharten Publikum. Deshalb ist die Mutter aller Castingshows so beliebt.

Nach dem überwältigenden Erfolg beim Comeback im Vorjahr versuchten sich am Freitagabend (11. September 2026) erneut acht mutige Talente auf der Bühne im Tanzbrunnen. Rund 5000 Fans fällten ihr Urteil. Und am Ende fiel das Ergebnis megaknapp aus.

Linus’ Talentprobe: 5000 Fans bei der Mutter aller Castingshows

Timo Stenzel aus Kaarst setzte sich hauchdünn durch und durfte mit der Prämie von 1111 Euro nach Hause fahren. Er hatte zum dritten Mal sein Glück versucht. „Beim ersten Mal war ich Dritter, beim zweiten Mal Zweiter. Jetzt kann ich mich zur Ruhe setzen. Heute waren zum ersten Mal meine Kinder dabei, das war sehr bewegend.“

Dabei ging er mit Handicap an den Start. Der 46-Jährige hatte sich den Meniskus gerissen und wurde vor drei Wochen operiert. Mit zwei Schmerztabletten schaffte er es auf die Bühne und gab beim AC/DC-Hit „Highway to Hell“ alles.

„Die Euphorie hat mich getragen“, sagte er. „Plötzlich war auch mein Nervenflattern weg.“ Zudem sang er den Cat-Ballou-Knaller „Et jitt kei Wood“, weil er früher in Köln gewohnt hat. Vor 26 Jahren hat der Sieger letztmals in einer Schulband gespielt, seitdem nicht mehr.

Janika Vois wurde im hauchdünnen Rennen Zweite. Für ihre Präsentation von „The Best“ und „Dancing Queen“ hatte sie die ersten Zugabe-Rufe des Abends erhalten. Julia Nesselrath durfte sich schließlich für „Like the Way I Do“ und „What’s Up“ als Dritte feiern lassen.

Linus’ Talentprobe im Tanzbrunnen: Siegerscheck für Timo Stenzel.

Copyright: Martina Goyert

Linus überreichte Sieger Timo Stenzel (r.) den Siegerscheck.

„Ich wusste, dass es gut wird. Das Publikum will feiern, Party machen, Gas geben“, sagte Gastgeber Linus. „Sie möchten schräge Lieder, laute und leise. Wir hatten alles dabei. Die Mischung stimmte. Entscheidend ist immer die Gesamtperformance. Die Ausstrahlung muss stimmen. Und da finde ich, dass richtig entschieden wurde.“

Michael Büttgen alias Linus, der „Godfather of Talente“, hatte vor 34 Jahren die Moderation der Kult-Show übernommen. „Das hier ist mein Wohnzimmer“, sagt er selbst. Und in dem hatte er reichlich Besuch auf der Bühne und animierte immer wieder die Partyhengste im Tanzbrunnen: „Hier wird richtig mitgemacht.“

Linus’ Talentprobe im Tanzbrunnen: Gerrit Herricks mit dem Moderator.

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Linus’ Talentprobe im Tanzbrunnen. Der Entertainer zeigte vollen Einsatz bei seinen Talenten, wie hier Gerrit Herricks.

Der Entertainer begrüßte alle Kurven im Tanzbrunnen mit gewohnter Bissigkeit. Die Nordkurve sei Brachland, ein Hektar tote Hose, die Insel der Verdammten, das kölsche Guantánamo. Im Westen: „Das sind meine Armani-Hamster, unsere Lackschuhträger. Sie kennen die Aktienkurse besser als die Vornamen ihrer Eltern.“

Die Ostkurve habe einmal im Jahr Freigang. Vor der Bühne stand wieder das Epizentrum, die Südkurve, die die Stimmung machte und gnadenlos mit den Top- und Flop-Karten sowie zahlreichen Schildern urteilte. „Stimmungsschwankungen wie in den Wechseljahren“, stellte Linus grinsend fest.

Linus’ Talentprobe im Tanzbrunnen: Das Publikum zeigt Schilder.

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Mit Schildern und Top- und Flop-Karten urteilte das Publikum über die gesanglichen Leistungen der Kandidaten.

Köbine Nikki versorgte das Publikum permanent mit frischem Kölsch. Die Tänzerinnen Linda und Verena begleiteten die Talente auf das heiße Parkett. Die Band spielte alle Titel live. Aufmerksame Zuhörer waren unter anderem Bläck-Fööss-Legende Erry Stoklosa und Erfolgs-Produzent Reiner Hömig. Sie waren ziemlich angetan: „Da sind richtig starke Stimmen dabei.“

Gerrit Herricks startete furios mit „It’s my Life“ von Bon Jovi und „Sweet Dreams“ von den Eurythmics. Martine Cyrus bekam für „Respect“ von Aretha Franklin auch viel Applaus. Doch schon bei „Valerie“ von Amy Winehouse wurde die Menge wieder unruhiger.

Marina Harper erlebte, wie schnell die Stimmung umkippen kann. Bei „What a Feeling“ und „I’m Walking on Sunshine“ gab es die ersten Buh-Rufe.

Linus’ Talentprobe im Tanzbrunnen: Auftritt von 80-Euro-Waldi.

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TV-Kulttrödler „Waldi“ Lehnertz (l.) versuchte sich mit einer Wildcard, wurde vom Publikum aber komplett niedergemacht.

Außerhalb des Wettbewerbs war TV-Kulttrödler Walter Lehnertz, allen bestens als 80-Euro-Waldi bekannt, mit dabei. Der 59-Jährige erlebte die komplette Härte der Menge. Als er „Bodo Ballermann“ von Udo Lindenberg sang, stimmte das Publikum lieber „Hey Baby“ an. Einen Promi-Bonus besaß der Mann aus der Eifel wahrlich nicht.

„Alter, das war wie eine Schlachtbank. Die Menge hat mich zerrissen“, sagte Waldi nach seinem Auftritt im Backstagebereich. „Vielleicht hätte ich vorher sagen sollen, dass ich FC-Mitglied bin, um Eindruck zu schinden. Aber eins ist jetzt klar: Ich bleibe doch lieber bei meinen Antiquitäten.“ Als Trostpreis gab es für ihn eine Dose Ravioli.

Linus’ Talentprobe im Tanzbrunnen: Waldi auf der Bühne.

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80-Euro-Waldi hatte alles versucht. Doch selbst mit Hut und Udo-Lindenberg-Brille kam seine Version von „Bodo Ballermann“ nicht an.

Mit Rolf Eberhard Finsterwald war ein echter Talentproben-Routinier dabei. Der hatte schon zu Zeiten von Udo Werner mitgemacht. Mit „Echte Fründe“ und „Denn wenn et Trömmelche jeht“ setzte er auf die kölsche Karte – vergeblich.

Manfred Becker rundete als Phil-Collins-Fan mit „I can’t dance“ und „Against all odds“ den Wettbewerb ab. Bei der Auswertung der Top- und Flop-Karten mussten die Experten intensiv beraten, denn die Bilder ähnelten sich sehr. Am Ende jubelte Timo, aber auch die sieben anderen Talente durften sich für ihren Mut feiern lassen.

15.04.2022
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