Drogen, Elend, Gefahr: Die KVB will jetzt durchgreifen.
KVB-Plan gegen Drogen-ChaosKölner U-Bahn-Station wird nachts dichtgemacht

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Kräfte von Polizei, KVB und Stadt kontrollieren am 14. April 2025 Personen in der Zwischenebene der U-Bahn-Haltestelle Appellhofplatz.
Ein echter Schandfleck in der Kölner Innenstadt: die U-Bahn-Station Appellhofplatz. Sie hat sich zu einem Brennpunkt für Obdachlose und Drogensüchtige gemausert, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. Geschlafen wird überall – auf den Gängen, den Bahnsteigen und sogar in brandgefährlichen Nischen bei den Gleisen und in den Tunnelöffnungen.
Von diesen Zuständen haben die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) jetzt die Nase voll. Ein radikaler Schritt soll eine Tragödie verhindern, wenn die ersten Züge am Morgen rollen.
Die Idee dahinter: Nachts, im Zeitfenster von 2 Uhr bis 5 Uhr, sollen Gitter die sieben Eingänge zur Station abriegeln. Wie KVB-Sprecher Matthias Pesch mitteilt, wäre ein Start der Umsetzung nach dem Okay der Technischen Aufsichtsbehörde wohl schon im April möglich.
Es gibt aber einen gewaltigen Haken: Zuerst muss die Stadt Köln andere Schlafplätze bereitstellen. Die KVB stellt klar, dass es nicht darum geht, Menschen zu verjagen und das Elend nur woandershin zu schieben. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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Streifenteams finden am 14. April 2025 am Appellhofplatz Hinterlassenschaften von Junkies.
Diese Aktion ist ein Baustein des umfassenden Programms „KVB SOS (Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit)“, welches das Verkehrsunternehmen bereits 2024 ausgetüftelt hat. Ein zentraler Punkt, dessen Einführung am 1. Januar dieses Jahres begann, ist ein massiver Umbau beim Personal.
Die alten Trupps aus Kontrolleuren, Sicherheitsleuten und Servicepersonal werden zu einer neuen, schlagkräftigen Einheit von 188 „Fahrgastmanagern“ fusioniert. Diese Alleskönner übernehmen dann die komplette Palette: Tickets checken, für Ordnung sorgen und auf Sauberkeit achten. Sie werden in sechs festen, überschaubaren Teams eingesetzt, die jeweils für ein bestimmtes Kölner Gebiet zuständig sind.
Schlagkräftige „KVB SOS“-Einheit: Viele neue Jobs nötig
Doch die ganze schöne Idee hat ein riesiges Problem: die fehlende Kohle. Um die Fahrgastmanager nur in der City 24/7 patrouillieren zu lassen, wären 38 neue Jobs nötig. Der Preis dafür: 2,5 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr.
Ein Einsatz in der ganzen Stadt würde sogar 80 neue Mitarbeiter und Kosten von etwa fünf Millionen Euro jährlich bedeuten. Eine Summe, die die KVB laut eigener Aussage unmöglich aus der eigenen Kasse zahlen kann. Zwar gab es vom ehemaligen Ratsbündnis im April 2024 eine einmalige Finanzspritze von 1,5 Millionen Euro, aber für feste neue Stellen war das zu wenig. Stattdessen wurde mit dem Betrag die Extra-Bestreifung an den Problemorten Ebertplatz und Neumarkt bezahlt.
Die Situation ist weiter zum Zerreißen gespannt. Das „KVB SOS“-Projekt wurde nur stückweise realisiert. Sowohl im letzten als auch im laufenden Jahr finanziert die KVB die Extra-Patrouillen an den Brennpunkten selbst und muss dafür woanders den Rotstift ansetzen – zum Beispiel bei Fahrten und Mitarbeitern.
Zwar sollen Politiker im Aufsichtsrat laut Berichten auf die Fortführung der Patrouillen für 2026 gedrängt haben, frisches Geld floss aber keins. Die Zukunft für 2027? Steht komplett in den Sternen. KVB-Frontfrau Stefanie Haaks äußerte die Hoffnung, dass die Themen Sicherheit und Sauberkeit auch für die Politik Priorität haben und der neu gewählte Rat 2026 endlich Entscheidungen trifft. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
