Die Aufzüge der KVB-Haltestelle Hansaring sind zu einem beliebten Konsum-Treffpunkt geworden.
„Schockierendes Bild“Kölner Vater muss mit Dreijährigem durch Crack-Wolke

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Weil EXPRESS.de-Leser Marcel Kluth seinen Sohn im Kinderwagen schob, blieb ihm nur der Aufzug. Doch dort rauchten rund zwölf Personen Crack.
Als die Aufzugtür aufgeht, trifft Marcel Kluth der Schlag. Rund zwölf Personen drängen sich in dem nach drei Seiten geschlossenen Vorraum an der KVB-Haltestelle Hansaring. Es wird offen Crack geraucht.
Und Kluth hat seinen dreijährigen Sohn im Kinderwagen dabei. „Es war ein schockierendes Bild“, sagt der gebürtige Kölner.
KVB-Haltestelle Hansaring: Offener Crack-Konsum
Es ist der 2. Juni, gegen 12.30 Uhr, als Kluth das erste Mal an diesem Tag die Aufzüge nutzen muss. Sie sind der einzige barrierefreie Weg von der Straße zur Station. Schon da trifft er auf Konsumierende, die mit Drogen hantieren und sich teilweise Spritzen setzen.
Auf dem Rückweg gegen 17.30 Uhr ist das Bild dann noch extremer. „Ich musste mit meinem dreijährigen Sohn durch eine Crack-Wolke laufen“, sagt der 38-Jährige. Niemand macht ihm Platz, er muss sich mit dem Kinderwagen durch die Gruppe zwängen.
Was Kluth besonders aufwühlt: Die Aufzugshäuschen sind nach drei Seiten geschlossen und der Drogenrauch entweicht nur langsam. „Das ist eine Gesundheitsgefährdung“, sagt er. Hinzu kommen herumliegende Spritzen und anderes Drogenbesteck: „Ich hatte Sorge, dass mein Kind aus Neugierde nach etwas greift.“
Dass sich die Situation über mehr als fünf Stunden hinweg nicht verändert hatte – im Gegenteil, noch schlimmer geworden war – macht Kluth fassungslos. „Man fragt sich wirklich, ob man mit einem Kind noch mit den Öffis unterwegs sein kann, ohne Sorgen um die Gesundheit vom Kleinen haben zu müssen.“

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Die Vorräume der Aufzüge an der Haltestelle Hansaring sind ein beliebter Treffpunkt für den Drogenkonsum geworden.
Am nächsten Morgen schreibt Kluth an die Stadt Köln und die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Sein Vorwurf ist klar: Die KVB trage als Betreiberin eine Verkehrssicherungspflicht, die Stadt die ordnungsrechtliche Verantwortung. Beide würden ihrer Pflicht nicht nachkommen.
„Problemhaltestellen“ nehmen laut KVB zu
Geantwortet hat bis Redaktionsschluss nur die KVB. „Aufgrund der Größe des Streckennetzes und der gestiegenen Anzahl an Problemhaltestellen ist es uns leider nicht möglich, jederzeit für jeden Fahrgast an jeder Haltestelle sichtbar zu sein“, heißt es in der Mail.
Mit dieser Antwort gibt sich Kluth nicht zufrieden. Er wünscht sich regelmäßige Kontrollen vor Ort sowie Überwachungskameras als technische Lösung, wenn es nicht genug Personal gibt, um gezielt aktiv werden zu können.
Kluth macht auch die Verlagerung der Drogenszene vom Neumarkt an andere Orte der Innenstadt. „Es muss sich um die Menschen gekümmert werden, die einen Rückzugsraum brauchen, um zu konsumieren oder Ähnliches. Aber das darf nicht in einem Zugang passieren, auf den Familien angewiesen sind.“
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