Pascha in Köln Bordell öffnet trotz Insolvenz – darauf müssen Freier aber verzichten

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Symbolbild: Sex-Arbeiterinnen im Kölner Brodell Pascha

Köln – In Europas größtem Bordell gehen die Lichter wieder an! Der insolvente Puff – wird er doch noch gerettet? Der Insolvenzverwalter hat verfügt, dass das Laufhaus wieder geöffnet wird. Allerdings unter strengsten Hygieneauflagen, die bei so manchem Gast Unbehagen auslösen dürften.

Am kommenden Freitag (9. Oktober) um elf Uhr gehen im Pascha wieder die Tore auf. Pascha-Boss Armin Lobscheid erklärt, wie der Corona-Puff funktionieren soll. Ein Hochsicherheitspuff gegen die Gefahren der Pandemie sozusagen.

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Noch hängen die Schlüssel der rund einhundert Zimmer in der Lobby. Aber ab Freitag werden sie wieder vergeben.

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„Wir haben ein sehr strenges Hygienepaket entwickelt, damit das hier kein Corona-Hotspot wird. Am Eingang muss sich jeder Gast die Hände desinfizieren. Dann muss er bei einem netten Kollegen seine Personalien angeben. Fake-Namen wie Donald Trump oder Micky Maus werden nicht geduldet. Wer nicht kooperiert, muss das Haus verlassen.“

Kölner Bordell „Pascha“ öffnet nach Corona-Pause mit Hygienekonzept

Lobscheid stellt weiter fest, dass das Pascha keine Ausweiskontrollen durchführen wird. „Dazu sind wir nicht berechtigt. Ich kann nur so viel sagen, dass nur eine Person Zugriff auf die Daten hat, die am Abend dann in einem gesicherten Raum für die Behörden aufbewahrt werden. Niemand muss sich also um seinen guten Ruf sorgen.“

Jeder Gast erhält dann eine kurze Einweisung, wie er sich in dem zehnstöckigen Hochhaus mit 60 Sex-Arbeiterinnen zu verhalten hat. Punkt E des Hygienepapiers wird dem Gast besonders erläutert. Denn da heißt es: „Für die Dauer des Arbeitskontakts dürfen sich nur ein Gast und eine Sexarbeiterin im Arbeitszimmer aufhalten.“

Hygienekonzept in Kölner Bordell Pascha: Gruppensex verboten

Das bedeutet: Sex mit zwei Frauen ist verboten. Und weiter: „Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske ist verpflichtend. Es werden nur sexuelle, gesichtsferne Dienstleistungen erbracht, durch welche die Übertragung von Covid-19 vermieden werden kann.“ Für den Freier heißt das: Oralverkehr wird nicht angeboten.

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Im Großbordell Pascha an der Hornstraße soll am Freitag wieder Verkehr herrschen.

Allerdings räumt Armin Lobscheid ein: „Was da dann zwei Menschen hinter verschlossener Tür tatsächlich vereinbaren, können wir nicht mehr kontrollieren. Denn ein Betreten der Zimmer zur Kontrolle wird es auf keinen Fall geben.“

Corona-Hygienekonzept in Kölner Bordell Pascha: Frauen warten nicht auf den Fluren

Die Frauen werden nicht wie früher auf den Fluren warten, sondern zwei Meter entfernt in einem Zimmer bei geöffneter Türe. Dazwischen wird es eine Abtrennung geben, die erst entfernt wird, wenn sich Kunde und Frau im Kölner Bordell Pascha einig sind. Wer ins Zimmer geht, gibt der Frau seine Individualnummer, die er am Eingang erhält. So soll man später im Falle des Corona-Falles nachvollziehen können, wo der Gast im Haus war.

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Herzlich Willkommen im Pascha: Pascha-Boss Armin Lobscheid am Eingang

Richtig interessant wird es dann, wie das Gesundheitsamt bei einem Corona-Verdachtsfall einen Pascha-Gast informieren will, ohne die Örtlichkeit namentlich erwähnen zu wollen. Lobscheid glaubt, dass das Konzept funktionieren kann. „Andere Clubs und Bordelle haben längst wieder geöffnet und Hotspots durch Sexarbeit scheint es bislang nicht zu geben.“

Ist das Kölner Bordell „Pascha“ pleite?

Aber ist das Kölner Bordell Pascha denn nun pleite oder nicht? Lobscheid: „Der Insolvenzverwalter hat am 29. September die Insolvenz eingeleitet. Er ist natürlich auch dafür verantwortlich, dass wir in den kommenden drei Monaten möglichst wenig Schulden bei der Abwicklung anhäufen. Mit der Öffnung des Bordells haben wir wieder Einnahmen, mit denen wir laufende Kosten begleichen können.“

Gehen die Lichter im Kölner Bordell Pascha für immer aus?

Rein theoretisch könnte es sogar dazu kommen, dass das Pascha aus den roten Zahlen kommt und Mietschulden mit dem Eigentümer klären kann. Aber das wird sich erst zeigen, wenn das Konzept funktioniert und die Corona-Zahlen nicht weiter steigen und erneut eine Schließung droht. Dann gehen im Pascha wohl die Lichter für immer aus.

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