Kölner Geheimnis Darum liegen sechs Heilige im Dreikönigsschrein

Der Dreikönigenschrein im Kölner Dom ist die größte Goldschmiedearbeit des Mittelalters in Europa. Er wird Nikolaus von Verdun zugeschrieben und soll etwa 1225 fertiggestellt worden sein.

Der Dreikönigenschrein im Kölner Dom ist die größte Goldschmiedearbeit des Mittelalters in Europa. Er wird Nikolaus von Verdun zugeschrieben und soll etwa 1225 fertiggestellt worden sein.

Köln – Eigentlich ist es ganz eindeutig: Im Dreikönigsschrein des Kölner Doms befinden sich die Reliquien der Weisen aus dem Morgenland – Kaspar, Melchior und Balthasar, die Heiligen Drei Könige. Doch was kaum bekannt ist: Auch die Gebeine dreier weiterer Heiliger werden in dem Schrein aufbewahrt – die der Soldatenheiligen Felix und Nabor sowie des Heiligen Gregor von Spoleto.

Das Jahr 2014 ist das Dreikönigsjahr – vor 850 Jahren, am 23. Juli 1164, brachte der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der drei Weisen nach der erfolgreichen Eroberung Mailands nach Köln – und machte die Stadt so erst zum Wallfahrtsort und damit zur Metropole. Mit dabei waren auch die Gebeine der Heiligen Felix von Afrika und Nabor. Sie waren christliche Märtyrer, die der römische Kaiser Diokletian um 304 enthaupten ließ.

Diokletian ließ auch Gregor von Spoleto köpfen – seine Gebeine waren schon im 10. Jahrhundert vom Kölner Erzbischof Bruno I. nach Köln gebracht und dann ebenfalls im Schrein aufbewahrt worden. „Im Schrein befinden sich also nicht nur die Gebeine der Heiligen Drei Könige, sondern sechs fast vollständig erhaltene Skelette“, fasst Klaus Hardering als Chef des Dombauarchivs zusammen.

Waren die drei Königsgebeine früher von den übrigen Gebeinen getrennt, so liegen jetzt „alle sechs“ in einer Kiste im Kern des Schreins. Die Schädelknochen der Heiligen Drei Könige jedoch werden durch ein „Fenster“ separat präsentiert – auf jedem eine goldene Krone, die Kaiser Otto der Große im 13. Jahrhundert gestiftet hatte.

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