Penisring und wilde Party-Exzesse Kölner Feuerwehrmann (46) schildert  Einsätze zum Schlapplachen

Jörg Nießen posiert für ein Foto

Feuerwehrmann Jörg Nießen, hier auf einem undatierten Foto, hat ein Buch über kuriose Einsätze geschrieben. 

Es ist nicht immer todernst, was Feuerwehrleuten wie Jörg Nießen im Einsatz passiert. Einige Fälle, die zum Schmunzeln bringen, hat er in einem Buch zusammengefasst. 

Köln. Den Alltag von Rettungskräften stellt man sich oft traurig vor. Immer dramatisch, nahegehend, nur schwer ist damit klarzukommen. Das ist auch sicher so, aber einiges ist auch einfach nur zum Schlapplachen. Nicht etwa, weil man sich über das Missgeschick anderer lustig machen sollte, sondern weil manche Erlebnisse einfach mit Humor nehmen muss. Die schrägsten Momente seines Jobs hat Berufsfeuerwehrmann und Rettungssanitäter Jörg Nießen (46) mal zusammengefasst.

Köln: Feuerwehrmann Jörg Nießen schreibt Buch über kuriose Einsätze

Jörg Nießen ist seit über 20 Jahren im „Blaulichtmilieu“ unterwegs - so nennt es der Rheinländer selbst. In seinem Buch mit dem leicht schrägen Titel: „Jackie hat Hirn erbrochen - bleibt sie jetzt doof?“ schreibt er über seinen Erfahrungen, verfremdet die Situationen aber, um die Betroffenen unkenntlich zu machen.

Damit angefangen, seine Geschichten aufzuschreiben, hat er wegen seiner Lebensgefährtin: „Es gab da eine Geschichte, die ich immer wieder erzählen musste. Da ging es um Billardkugeln, die in Körperöffnungen verschwunden sind. Das habe ich so oft erzählt, dass meine Lebensgefährtin meinte: "Ich kann's nicht mehr hören. Schreib' es bitte auf“." Hat er gemacht.

Köln: Senioren auf Drogen bitten Rettungsdienst um Hilfe 

Wie die Geschichte von Jackie. Deren Zwillingsschwester hatte Nießen und seine Kollegen gerufen. Er fand die junge Frau auch am Einsatzort vor - schnarchend auf einer Liege. Die Hirnmasse im Erbrochenen waren Nudeln. Die Party war einfach zu heftig gewesen. Jackie kam zur Beobachtung ins Krankenhaus, dümmer wurde sie nicht.

Jörg Nießen auf dem Titelblatt seines Buches.

Das Buch von Feuerwehrmann Jörg Nießen ist seit Anfang September im Handel.

Ein anderen Fall, von dem Nießen gerne erzählt, ist der eines älteren Ehepaares, das noch mal so richtig „die Sau raus lassen“ wollte und sich im Internet Legal Highs bestellte - und diese synthetischen Drogen zu sich nahm. Als beiden jedoch bewusst wurde, dass das auch gefährlich werden könnte, gerieten sie in Panik und alarmierten den Rettungsdienst. Der sollte sie aber nicht ins Krankenhaus bringen, sondern die Nacht über aufpassen - ging natürlich nicht.

Köln: Feuerwehr muss Mann aus Penisring befreien

Noch bizarrer: Nießens „Herr der Ringe“: Ein Mann, der seine Geschlechtsteile in drei selbst gebastelte (!) Penisringe aus Werkzeugstahl geklemmt hatte. „Der Hodensack, der unglücklicherweise ebenfalls in die Penisringe eingeführt worden war, hatte schon die Größe einer Zuckermelone“. Der Schwellkörper schimmerte blau-lila. „Eine Aubergine kam sowohl in Farbe als auch in Form der Sache am nächsten.“ Mit vereinten Kräften (von vier Rettern) und schwerem Schneidgerät gelang es, den Mann aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Weniger lustig, eher lästig: Es häufen sich Einsätze, bei denen das Ausrücken der Feuerwehr oder des Rettungswagens gar nicht vonnöten gewesen wäre. Eine Öl-Pfütze, die offensichtlich nur eine harmlose Wasseransammlung ist zum Beispiel, kostete ihn und seinen Kollegen das verdiente Sonntagsfrühstück. Nießens Ziel ist es aber nicht, kuriose Einsätze zu tadeln, sondern die Leute „zum Lächeln, Lachen und Staunen einzuladen“. Manchmal tut es eben nicht (nur) leicht weh, ist aber schmerzhaft peinlich.

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