„Denken nicht an die Frauen“ Köln knipst das Licht aus: Das sorgt für heftige Diskussionen

Unbeleuchtet ist der Kölner Dom nach 23 Uhr. Im Vordergrund die Hohenzollernbrücke.

Der Kölner Dom wurde in der Nacht zum Dienstag (9. August 2022) zu Beginn der städtischen Energiesparmaßnahmen erstmals nicht beleuchtet.

Der Kölner Dom bleibt dunkel: Diese Maßnahme ist eine von vielen der Stadt, um die Energiekosten zu senken. Die Menschen aus Köln diskutieren emotional über das Thema.

Die Lichter am Kölner Dom bleiben nachts zukünftig aus – um die Energiekosten während des Krieges in der Ukraine zu senken. Diese Entscheidung hat die Stadt am Montag (8. August 2022) bekanntgegeben. Ab 23 Uhr, im Herbst ab 22 Uhr, werden die Lichter am Kölner Wahrzeichen also ausgestellt. Bereits in der Nacht zu Dienstag war es so weit.

Neben der fehlenden Dom-Beleuchtung wird es auch noch weitere Maßnahmen geben: Die Pylone am Rhein-Energie-Stadion bleiben ebenfalls dunkel, die Temperatur in städtischen Büros soll in der Heizperiode maximal 19 Grad betragen und die Raumklimatisierung in den Sommermonaten kurzfristig auf ein betriebsnotwendiges Minimum reduziert werden. Ein Maßnahmenpaket, das für Diskussionen bei den Kölnerinnen und Kölnern sorgt.

Licht aus am Kölner Dom: Baumeister zeigt Verständnis

Beim örtlichen Domkapitel stößt die Entscheidung auf Unterstützung. Dombaumeister Peter Füssenich habe sich bereits in den vergangenen Wochen „für den Gedanken offen gezeigt, die nächtliche Beleuchtung des Kölner Doms abzuschalten“, teilte ein Sprecher am Dienstag mit.

Alles zum Thema Kölner Dom

Der Dombaumeister sei überzeugt: „Auch wenn nachts am Dom das Licht ausgeht, passt er gut auf die Kölnerinnen und Kölner auf.“ Das Domkapitel trage die Entscheidung der Stadtverwaltung mit.

Unter dem EXPRESS.de-Facebook-Beitrag zeigen die Menschen jedoch weniger Begeisterung für die Entscheidung. Vor allem die Gefahr in der dunkleren Umgebung treibt viele Kölnerinnen und Kölner um:

  • „Die denken nicht an die Frauen, die spät von der Arbeit kommen und was dann passieren könnte. Die Zeit ist schlimm genug, dann wird es noch schlimmer.“
  • „Bei der Sicherheit auf unseren Straßen sicherlich eine gute Idee...“
  • „Die Einbruchsaison startet dieses Jahr also etwas früher.“
  • „Lächerlich, einfach nur lächerlich. Und die Frauen können dann nachts im Dunkeln nach Hause laufen. Armlänge Abstand und so oder was...“

Kölner Dom bleibt dunkel: Bürgerinnen und Bürger diskutieren

Weitere User sehen die Maßnahmen kritisch, unter anderem wegen der dann fehlenden Identifikation zur Stadt:

  • „Unser Dom soll beleuchtet bleiben. Er ist ein Identifikationsmerkmal für uns Kölner und hat einen hohen symbolischen Wert. Das Ausschalten der Beleuchtung wäre für mich ein fatales Signal und die Einsparung dadurch wäre auch nur marginal.“
  • „Mal gucken, wie lang es dann dauert, bis die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den städtischen Büros krank machen, weil ihnen in im Winter 19 Grad in den Räumen zu kalt ist.“
  • „Also wenn die Lage so ernst sein sollte, dann müsste man die E-Autos abschaffen, denn diese benötigen mehr Strom als die Nachtbeleuchtung des Kölner Doms.“

Es gibt jedoch auch vereinzelte Kölnerinnen und Kölner, die die Energiesparmaßnahmen der Stadt begrüßen:

  • „Diese Maßnahme haben andere Städte schon vor vielen Jahren ergriffen, i like.“
  • „Ich finde das völlig okay.“
  • „Gerade die nächtliche Lichtverschmutzung ist auch völlig unnötig. Gute Entscheidung.“

Es wird also mehr als deutlich: Der nicht-beleuchtete Dom sorgt bei den Kölner Bürgerinnen und Bürgern für hitzige und emotionale Diskussionen. 

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.