„Was hier passiert, ist der Wahnsinn“ CSD in Köln: Veranstalter bricht in Tränen aus

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In Köln findet am Sonntag (11.Oktober) eine CSD-Demo mit 2000 Teilnehmern statt.

Köln – Trotz steigender Inzidenzzahl in Köln startete die Christopher-Street-Day-Demo am Sonntag um 12 Uhr.

Mit einer Fahrraddemo wollten etwa 4.000 Menschen gegen die Ausgrenzung von Schwulen und Lesben protestieren. Laut Veranstalter kamen ca. 2.000 Teilnehmer.

Wie Cologne Pride-Sprecher Hugo Winkels erklärte, starteten vier verschiedene Fahrrad-Gruppen, die sich laut Hygienekonzept untereinander nicht begegneten.

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Die CSD-Fahrraddemo startet in vier verschiedenen Gruppen, damit es nicht zu voll wird. Hier am Ebertplatz.

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„Die erste Gruppe rollt schon und die zweite setzt sich gerade in Bewegung. Wir haben genau ausgerechnet, dass diese Gruppen sich nicht begegnen. Köln setzt sich in Bewegung und das bei gutem Wetter“, so Cologne Pride-Sprecher Hugo Winkel gegen 12.15 Uhr.

CSD in Köln musste wegen Pandemie im Juli abgesagt werden  

Die Sternfahrt ist ein Ersatz für die traditionelle Parade zum Christopher Street Day (CSD) im Juli, die in diesem Jahr wegen der Pandemie abgesagt wurde.

Trotz verschärfter Corona-Regeln durfte die Veranstaltung stattfinden. Die Macher hatten nach Angaben des Sprechers ein strenges Hygienekonzept. Dennoch hagelte es auf der Facebook-Seite der Cologne Pride immer wieder Kritik, vor allem angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen im Risikogebiet Köln.

CSD-Demo in Köln: Nutzer mit Kritik an Veranstaltung

„Unverantwortlich in diesen Zeiten“, schrieb Nutzer Johannes H. zur Demo-Planung. Ähnlich sah es Nutzer Thomas M.: „Unverantwortlich, nun sieht man was daraus geworden ist. Köln ist ein Risikogebiet.“

Kommentator Thomas D. sah es weniger kritisch, wollte aber nicht an der CSD-Demo teilnehmen: „Aus tiefster Seele und als überzeugter Demokrat: Ich hoffe, ihr könnt beweisen: Anstand geht auch mit Abstand! Meinen Respekt für die Entscheidung GERADE AUCH weil es nicht meine ist!! Meine Entscheidung: ich bleibe daheim!“

Köln: Henriette Reker appelliert an schwul-lesbische Community

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte am Freitag wegen der steigenden Infektionszahlen an die Verantwortung der schwul-lesbischen Community appelliert.

Seit Samstag gelten in Köln strengere Regeln. So darf unter anderem abends ab 22.00 Uhr im öffentlichen Raum kein Alkohol mehr getrunken werden und an Wochenenden ist an öffentlichen Hotspots der Verkauf von Alkohol verboten.

Um 13 Uhr gab es die Kundgebung der CSD-Demonstranten an der Deutzer Werft. „Die unterschiedlichen Gruppen werden sich auch in Deutz nicht begegnen und parallel bespielt werden. Das ist ganz toll“, erklärte CSD-Sprecher Hugo Winkels weiter.

CSD in Köln: „Behörden würden das nicht erlauben, wenn Gefahr davon ausgehen würde“

Die vier Demo-Gruppen bei der Cologne Pride waren unterschiedlich groß. „Die Gruppe Chlodwigplatz und Ebertplatz, das sind etwa 650 Teilnehmer und die Gruppe vom Aachener Weiher ist kleiner, das sind etwa 300 Teilnehmer, genauso wie die Gruppe Mühlheim“, so Winkels zu den Gruppengrößen.

„Unser Hygienekonzept wurde am Wochenende nochmal bestätigt. Die Behörden würden das in der heutigen Zeit nicht erlauben, wenn davon eine Gefahr ausgehen würde“, bekräftigte der Cologne Pride-Sprecher.

Auch laut Polizei Köln, kam es bei der Demo zu keinen besonderen Vorkommnissen, es sei bisher „absolut ruhig“, so ein Sprecher um 13 Uhr gegenüber EXPRESS. 

CSD-Demo in Köln: Veranstalter bricht in Tränen aus

Gegen 14 Uhr war die Kundgebung in vollem Gange, als Cologne Pride-Sprecher Hugo Winkels vor Rührung in Tränen ausbrach.

„Was hier passiert, ist einfach der Wahnsinn! 2.000 Menschen demonstrieren eigenverantwortlich mit Abstand und Maske. Es ist keine Party, wie man es uns in der Vergangenheit oft vorgeworfen hat, es ist eine Demonstration für unsere Rechte“, so Winkels emotional. Die Kundgebungen an der Deutzer Werft endeten um 15.15 Uhr. 

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