Ein 38-jähriger Kölner steht wegen Vandalismus vor Gericht.
Immenser SchadenKölner (38) demoliert 200 Autos – war es ein „Hilferuf“?

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Eines der beschädigten Fahrzeuge aus dem aktuellen Strafverfahren.
Zerstörte Scheiben und aufgeschlitzte Reifen in mehreren Straßen: Der Fall beschäftigt seit Freitag (9. Januar) das Kölner Landgericht.
Ein 38 Jahre alter Mann aus Köln soll über 200 Autos beschädigt haben. Ihm droht nun die dauerhafte Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie. Sein Verteidiger Ingo Lindemann nannte die Handlungen seines Mandanten einen „Hilferuf“.
Köln: Vandalismus-Serie ging auch nach Festnahme weiter
Die Serie begann im Juni 2024 im Stadtteil Bayenthal. In der Goltsteinstraße wurde bei einem BMW 118i der vordere rechte Reifen zerstochen.
Laut Staatsanwaltschaft folgten Taten in schneller Abfolge. Bei Fahrzeugen von Marken wie Audi, Mercedes, Jaguar, VW, Skoda, Opel und Seat wurden ebenfalls Scheiben eingeschlagen oder Reifen aufgeschlitzt. Zudem wurde an vielen Autos der Lack zerkratzt. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Nachdem in Bayenthal, Marienburg, Raderthal und Raderberg innerhalb von zwei Wochen schon 60 Autos demoliert worden waren, gelang es der Polizei, einen Verdächtigen zu ermitteln.
Zwei Zeuginnen hatten den Mann gemeldet, als er die Pneus an zwei Autos zerstochen haben soll. Die Polizei fasste den Verdächtigen, während er sich erneut in der Nähe eines Tatorts aufhielt.

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Der Beschuldigte mit seinem Verteidiger Ingo Lindemann beim Prozessauftakt im Kölner Landgericht
Bei einer Durchsuchung stellten die Beamten und Beamtinnen ein Klappmesser sowie einen Schraubendreher bei dem Mann sicher – die vermuteten Tatwaffen. Da der Mann danach unbeirrt weitergemacht haben soll, wurde er im Oktober 2024 in Untersuchungshaft genommen.
Nur wenige Wochen später kam er wieder frei – und setzte laut Anklage den Vandalismus einfach fort.
Köln: Schaden von mehr als 226.000 Euro
Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf eine geschätzte Summe von 226.000 Euro. Der genaue Betrag ist nicht feststellbar, da nicht für jeden Fall eine Reparaturrechnung existiert. Schäden durch Vandalismus werden Autobesitzerinnen und Autobesitzern normalerweise nur erstattet, wenn eine Vollkaskoversicherung besteht. Anwalt Lindemann erklärte, sein Mandant, der mittellos ist, könne für den enormen Schaden nicht aufkommen.
Zum Prozessbeginn äußerte sich der Angeklagte nicht zu den erhobenen Anschuldigungen. Sein Anwalt bestritt die Vorwürfe jedoch nicht. Um eine mögliche Haftstrafe geht es bei diesem Verfahren aber ohnehin nicht mehr. Die vorsitzende Richterin gab den Hinweis, dass eine Unterbringung in der Psychiatrie droht. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigt dem Mann, psychisch krank und somit schuldunfähig zu sein.
Köln: Psychische Erkrankung als Ursache für die Taten?
Verteidiger Lindemann führte aus, dass der Mandant mit den Taten wohl Aufmerksamkeit erregen wollte. Der 38-Jährige sei ein Israeli mit palästinensischen Wurzeln und wolle in sein Heimatland zurückkehren. Dies sei ihm aber auch wegen seiner psychischen Erkrankung nicht möglich. Der Beschuldigte sei traumatisiert, weil er als junger Mann in Israel inhaftiert war.
Der Angeklagte leide unter einer wahnhaften Störung und lehne eine Behandlung mit Medikamenten ab. In der Vergangenheit soll er Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegerinnen und Pflegern in Kliniken misstraut und ihnen vorgeworfen haben, ihm Gift in die Nahrung zu mischen. Er soll zeitweise in einen Hungerstreik getreten sein. Aktuell ist der Mann im Justizvollzugskrankenhaus untergebracht. Ein Urteil wird frühestens im Februar erwartet (red).
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
