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Mutmaßlicher Anführer ist 15 Jahre altTeenie-Bande terrorisiert Veedel – drei brutale Taten in 30 Minuten

Gestellte Szene eines Raubüberfalls

In Köln-Sülz sorgt eine Jugendbande mit Raubüberfällen für Aufruhr. Das Symbolfoto zeigt eine gestellte Szene eines Raubüberfalls.

In Sülz geht nach einer Serie von Raubüberfällen die Angst um.

Nach einer brutalen Raub-Serie herrschen in Sülz Angst und Fassungslosigkeit. Vor allem über die Dreistigkeit eines mutmaßlichen Täters. Der ist gerade einmal 15 Jahre alt. 

Drei Tage, nachdem eine Jugendbande im Beethovenpark Gleichaltrige mit einem Messer attackiert und beraubt haben soll, wurde der Tatverdächtige festgenommen. Eine Streife hatte ihn dank Zeugen-Beschreibungen auf der Luxemburger Straße erkannt. Ein Sprecher der Polizei bestätigte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, der Junge sei „erkennungsdienstlich behandelt und an seine Erziehungsberechtigten übergeben worden“. Bei ihm zu Hause fanden Ermittler außerdem Beweismaterial. „Die Strafermittlungen gegen den Jugendlichen sowie seine noch unbekannten Mittäter dauern an.“

Teenie-Bande terrorisiert Veedel

Doch von Reue ist bei dem Teenie offenbar keine Spur! Der 15-Jährige scheint sich von der Festnahme überhaupt nicht beeindrucken zu lassen. Das schildert der Vater eines betroffenen Jungen fassungslos: „Kurz nachdem ihn die Polizei festgenommen hat, hat er über Dritte meinem Sohn wieder gedroht.“

Bei dem Jugendlichen soll es sich um den Kopf einer Gang handeln, die schon seit Monaten in den Stadtteilen Sülz und Lindenthal ihr Unwesen treibt. Sein eigener Sohn wurde zum Ziel, da er auf dieselbe Schule wie der mutmaßliche Haupttäter geht. Und es gibt noch mehr Opfer: Auch andere Schüler sollen seit Monaten von dem 15-Jährigen und seiner Clique eingeschüchtert, verprügelt und beraubt worden sein. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass diese Zusammenhänge bekannt seien und die Ermittlungen laufen würden. Es wird nun untersucht, ob der 15-Jährige für weitere Straftaten verantwortlich ist.

Drei brutale Taten in 30 Minuten

Die Überfallserie am letzten Wochenende im Beethovenpark markierte den bisherigen, schrecklichen Höhepunkt. Laut Polizeiangaben geschah der erste Angriff gegen 18.30 Uhr im Bereich zwischen der Münstereifeler Straße und dem Platz der Kinderrechte. Dort lauerte die Bande einem 14-jährigen Jungen auf. Einer aus der Gruppe soll ihm ein Messer auf die Brust gesetzt und zusammen mit einem Mittäter auf ihn eingeschlagen haben. Danach musste der Junge seine teure Weste, seinen Pulli und die Schuhe hergeben.

Nur etwa 15 Minuten danach, um 18.45 Uhr, schlug die insgesamt fünfköpfige Bande erneut zu. In der Nähe des Pilzbergs bedrohten sie einen 16-Jährigen und seinen Freund mit einem Messer, um an Geld zu kommen. Um 19 Uhr dann der dritte Raubüberfall in kürzester Zeit: Die Beute dieses Mal: eine Jacke, eine Mütze und Bargeld. Ein Angreifer soll bei dieser Tat einen 14-Jährigen gewürgt haben.

Der Vater erzählt, dass die Täter seinem Sohn bei einem dieser Angriffe die Jacke wegnahmen. Aber damit war es nicht vorbei. Die Täter versuchten anscheinend, den Druck aufrechtzuerhalten. „Kurz darauf hat er versucht, wieder Kontakt mit meinem Sohn aufzunehmen, ihn unter dem Vorwand, dass er seine Jacke zurückbekommt, zu ihm zu locken.“

Jugend-Gang lauert Mitschülern auf

Der Jugendliche soll seinen Sohn sogar über Social-Media-Kanäle ausspioniert haben, um ihm aufzulauern. Der Mann lässt seinen Jungen aktuell nicht mehr in die Schule, da der Hauptverdächtige ebenfalls dorthin geht. „Er ist verängstigt. Sein Sicherheitsgefühl ist zerstört. Und ich kann meinen Jungen unter solchen Umständen doch nicht in die Schule schicken, in der der Täter auf ihn wartet.“

Die zwischenzeitliche Festnahme habe die Situation nicht verbessert. „Wir haben die Schule gebeten, etwas zu unternehmen, aber dort sagt man uns, die Schule könne nichts machen.“ Der Vater fühlt sich „total hilflos“. Er fordert, wenn schon kein Schulverweis möglich sei, dann müssten wenigstens Lehrkräfte und Polizei viel stärker vor Ort sein, um seinen Sohn und andere zu schützen.

Am Mittwochnachmittag war von der Schule niemand für eine schnelle Auskunft zu erreichen. Der Vater sagt resigniert: „Wenn solche Typen keinen Respekt vor Polizei und Behörden haben, weil die sich nicht durchsetzen können, dann fällt es schwer, nicht das Vertrauen zu verlieren.“ Vorerst bleibt sein Sohn weiter zu Hause – wie lange, ist ungewiss. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.