Polizeieinsatz in Köln Aktivisten besetzen „Russenhaus“ – ihre Forderung ist klar

Vier Männer haben ein Gebäude besetzt, sie befinden sich auf einem der Balkone. Am Balkon und am Zaun hängen Banner mit der Aufschrift „Nein zum Krieg“ und „Nieder mit den Waffen! Her mit den Schlüsseln!“

Vier Männer haben am Samstagmorgen (26. März 2022) ein leerstehendes Gebäude der Russischen Föderation in Köln-Sülz, Friedrich-Engels-Straße, besetzt.

In Köln-Sülz ist erneut ein „Russenhaus“ von Aktivisten besetzt worden. Erst vor zwei Wochen hatte dort eine Aktion stattgefunden.

Am Samstag (26. März 2022) um 8.25 Uhr haben vier Aktivisten ein Wohnhaus an der Friedrich-Engels-Straße besetzt. Von einem Balkon rollten sie selbstgemalte Banner mit „Nein zum Krieg“ aus. Auf weiteren Bannern am Zaun hieß es unter anderem: „Nieder mit den Waffen! Her mit den Schlüsseln!“

Das Gebäude gehört der Russischen Förderation und steht seit langem leer. Zahlreiche Aktionsteilnehmer versammelten sich auch vor dem Haus. Die Polizei rückte an.

Kölner Aktionsunterstützer Kalle Gerigk: Haus in optimalem Zustand

„Man muss keine Zeltstadt für Flüchtende aus der Ukraine errichten – hier gibt es was, wo die Menschen direkt rein könnten“, sagt Aktionsunterstützer Kalle Gerigk. Das Haus sei in einem optimalen Zustand. Gerigk: „Für mich ist die Besetzung eine Notwehraktion. Die Not ist so groß, da muss einfach was passieren!“

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Kalle Gerigk steht vor dem besetzten Haus in Köln und hält den Daumen hoch.

Aktionsunterstützer Kalle Gerigk steht am Samstag (26. März 2022) vor dem besetzten Haus in Köln-Sülz.

Die Aktivisten und Aktivistinnen hatten das Haus in Sülz bereits am 12. März 2022 sowie am 27. März 2021 besetzt. „Wir wollen Druck machen, damit nicht schnell zur Tagesordnung übergegangen wird“, erklärt Kalle Gerigk. Vor dem Hintergrund der Flüchtenden aus der Ukraine appelliert er: „Enteignen dauert viel zu lange, aber die Stadt könnte das Gebäude beschlagnahmen – europaweit greifen die Sanktionen, warum in Köln nicht?“

Haus in Köln-Sülz besetzt: Polizei mit zahlreichen Streifenwagen vor Ort

Die Polizei Köln war mit zahlreichen Streifenwagen vor Ort. Einsatzkräfte sicherten vorübergehend das Gebäude und stellten die Personalien der im Haus befindlichen Männer fest. Diese hätten gegen 10.30 Uhr das Haus freiwillig verlassen.

Ein Polizeisprecher: „Der Objektverwalter des Eigentümers stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.“ Der Kölner Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Kalle Gerigk: „Nach Beendigung haben insgesamt rund 40 Kundgebungsteilnehmer auf der gegenüberliegenden Straßenseite ‚En unserem Veedel‘ von den Bläck Fööss gesungen.“ (iri)

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