„Dann wird es problematisch“  Kölner Psychologin warnt vor fünf Homeoffice-Fehlern

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Wer im Homeoffice arbeitet, muss auf die Abgrenzung zwischen Job und Privatleben achten. Eine Kölner Psychologin erklärt, wie das geht. (Symbolfoto Oktober 2020.)

Köln – Die zweite Welle der Corona-Pandemie verstärkt den Homeoffice-Trend. Seit Köln zum Risikogebiet erklärt wurde, befinden sich viele Arbeitnehmer wieder verstärkt im Homeoffice – und aktuell ist kein Ende in Sicht. Die Trennung von Privat-und Berufsleben fällt vielen bei der Heimarbeit wesentlich schwerer als noch zu Büro-Zeiten.

Die Kölner Psychologin Muriel Böttger (27) warnt vor einer fehlenden Abgrenzung zwischen Job und Freizeit nach Feierabend und bietet konkrete Lösungsvorschläge an. Das sind fünf Homeoffice-Fehler, die Sie im Corona-Arbeitsalltag tunlichst vermeiden sollten:

Vom Bett an den Schreibtisch, bis es dunkel wird

Besser: Neue und aktive Homeoffice-Routine entwickeln, mehr Zeit vor Arbeitsbeginn einplanen und früher aufstehen, Aktivität in die Morgenroutine einbringen und zum Beispiel schon einmal frische Brötchen holen oder kurz frische Luft schnappen, bevor der Arbeitstag beginnt. Auch Sport vor Arbeitsbeginn kann helfen. Diese Zeit haben wir jetzt, weil der Arbeitsweg entfällt. Idealerweise sollten Sie 30 Minuten am Tag an der frischen Luft verbringen.

Im (zu) bequemen Freizeit-Look am Arbeitsplatz sitzen

Besser: Sich morgens ganz normal kleiden und fertig machen, als würde man das Haus verlassen, um ins Büro zu fahren. Auch hier muss eine Normalität aufrechterhalten werden.

Mittagspause nutzen, um weiterzuarbeiten

Wer keine Pausen einhält, für den wird das Homeoffice auf Dauer problematisch.

Besser: Mittagspause aktiv gestalten und aufteilen. Beispielsweise eine halbe Stunde essen und dann noch eine kurze Runde spazieren gehen. Nutzen Sie ihre Pause auch gerne interaktiv, skypen Sie mit Kollegen, die ebenfalls Mittagessen zubereiten oder treffen Sie sich mit Bekannten zum Spaziergang. Kommen Sie aus dem Zement des Homeoffice heraus und gestalten Sie Ihre Pause so individuell und aktiv wie möglich.

Homeoffice-Arbeit gut einsehbar auf dem Tisch liegen lassen

Besser: Wenn Sie am Esstisch sitzen um zu arbeiten, räumen Sie die Arbeit in der Pause oder nach Feierabend unbedingt weg. Auch wenn Sie Ihren Arbeitsplatz unaufgeräumt vom Sofa aus abends sehen können, ist das nicht gut. Beenden Sie den Arbeitstag so aktiv, wie sie ihn begonnen haben. Wenn Sie Ihre Arbeit beim Kochen oder anderen Feierabend-Aktivitäten immer aus dem Augenwinkel sehen können, fällt das Abschließen mit dem Arbeitstag zunehmen schwer. Schnell neigen Sie dann nämlich dazu, doch noch einmal in die Unterlagen oder E-Mails hineinzuschauen. Auch wenn das Abbauen und Aufbauen Ihres Arbeitsplatzes Sie jeden Tag zehn Minuten kostet, ist es wichtig, dieses Arbeits-Abschlussritual fest in die Arbeitswoche zu integrieren.

Ungeliebten Katzentisch im Zimmer als Arbeitsplatz nutzen

Besser: Machen Sie es sich schön! Zum Beispiel Schnittblumen haben einen positiven Effekt auf Ihr Wohlbefinden. Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz gerne auch mit kleinen anderen Details so, dass sie sich wohlfühlen und dort gerne Zeit verbringen.

Wenn Sie Ihre 30 Minuten Bewegung in der Mittagspause dazu nutzen, um sich frische Blumen zu kaufen, unterstützen Sie nicht nur den lokalen Handel, sondern auch Ihr Wohlbefinden am Homeoffice-Arbeitsplatz.

Kölner Psychologin: „Immer genügend Zeit für sich haben“

Wer diese Homeoffice-Fehler vermeidet und seinen Arbeitsalltag stattdessen aktiv gestaltet, wird auch nachhaltig von einem besonders wichtigen Effekt profitieren, wie Böttger zum Schluss erklärt.  

„Sie sollten immer genügend Zeit für sich haben und in Ihre neue Arbeitsroutine entsprechend einplanen. Auch wenn Ihr Büro und Ihre Arbeit jetzt zu Hause sind, müssen Sie noch Zeit für sich, ihre Freunde und Ihre Familie haben“, appelliert die Psychologin abschließend.

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