Party eskaliertFlaschenwürfe auf Beamte: Polizei räumt Kölner Feier-Hotspots

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Chaos auf den Wiesen am Aachener Weiher, nachdem die Polizei die Partys aufgelöst hat.

von Jan Wördenweber (jan)Madeline Jäger (mj)

Köln – Gutes Wetter bedeutet für die Kölner Polizei nicht erst seit dem Freitagabend (11. Juni) Dauereinsätze bis in den frühen Morgen. Doch was sich in der vergangenen Nacht an den sogenannten Kölner Hotspots abspielte, erreichte eine neue Dimension. EM-Auftakt, tropische Temperaturen und niedrige Inzidenzwerte, die Corona bei vielen Feiernden offenbar nicht mehr als Gefahr erscheinen lassen. EXPRESS dokumentiert das Geschehen.

  • Polizei Köln: Dauereinsatz nach EM-Spiel
  • Aachener Weiher und Brüsseler Platz geräumt
  • Autokorso auf den Ringen

Italien oder Türkei, oder für wen auch immer: Der Abend beginnt für alle Fußball-Fans nicht erfreulich, zumindest wenn sie sich im Biergarten des Aachener Weiher eingefunden haben. Ton- und Bildprobleme lassen Personal und Techniker noch mehr schwitzen, als es die Gäste und mehrere Hundert in der Grünanlage ohnehin schon tun.

„Da oben geht es richtig ab“ Feiernde an Hotspots: Kölner Polizei löst Riesen-Partys auf

Wie in einer Großraumdisco ohne Dach: So sieht es außerhalb des Biergartens mitten auf der Wiese gegen 23 Uhr aus: Mindestens zwei riesige Gruppen tanzen am Aachener Weiher, als gäbe es kein Halten mehr. 

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„Da oben, da geht es richtig ab, lass uns da hingehen“, ruft ein junger Kölner seinen Freunden zu. Schnell laufen sie ihm nach, in den oberen Bereich der Grünfläche.

Kölner Polizei löst Riesen-Partys am Aachener Weiher auf

Es werden immer mehr: Hunderte Feiernde tanzen wild, trinken, springen und singen laut zur Musik aus dem Party-Film: „Project X.“ Sie grölen den Titelsong: „Heads will roll“ (deutsch: „Köpfe werden rollen“). Von Abstand kann in dieser Masse keine Rede sein. Auch an das noch geltende Alkoholverbot halten sich die wenigsten.

Das sieht auch die Kölner Polizei: Es dauert etwa eine Stunde, bis die Riesen-Party mit etwa 1000 Personen, so die Polizei, aufgelöst wird. Wie ein Sprecher der Leitstelle gegenüber EXPRESS später erklärt, werden dabei Flaschen auf die Einsatzkräfte geworfen. Zwei Polizeibeamte sowie ein Mitarbeiter der Stadt Köln erleiden leichte Verletzungen. Zwei  Musikanlagen werden kurz darauf beschlagnahmt, die Initiatoren ausfindig gemacht.

Auch am Brüsseler Platz müssen die Ordnungshüter einschreiten, weil es zu voll geworden ist. Der Platz wird kurzerhand geräumt.

Szenenwechsel: Nach dem Schlusspfiff des EM-Eröffnungsspiels drängen nicht nur jubelnde Italien-Fans auf die Ringe. Auch türkische Fahnen werden geschwenkt. Vor allem zwischen Rudolfplatz und Friesenplatz staut sich der Verkehr. Hupkonzerte, johlende Menschenmassen, dazwischen Blaulicht-Gewitter der Polizei, die unter anderem auf dem Weg Richtung Brüsseler Platz und Aachener Weiher ist.

Es scheint, dass sich alle auf den Ringen als Sieger fühlen: Italiener, Türken, Deutsche - der Entzug durch Corona, die Sehnsucht nach Party, nach alten Zeiten, ist deutlich spürbar. Die Massen sind friedlich, es wird gequatscht, gelacht und immer wieder gejubelt. 

„Soso, so sieht also Corona aus“, meint ein Student kopfschüttelnd zu seinem Kumpel, den er gegen 0.15 Uhr gerade mit einem E-Scooter am Zülpicher Platz erreicht hat. „Alter, bleib locker, alles ganz easy“, entgegnet der nur. So „easy“ sieht es die Kölner Polizei nicht ...