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Köln knackt neuen RekordEntwicklung macht jedoch Sorge

Menschenmassen schieben sich durch eine Einkaufsstraße.

Copyright: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

In Köln leben so viele Menschen wie noch nie. Das Symbolfoto zeigt die volle Hohe Straße im August 2025. 

Aktualisiert:

Köln hat die 1,1-Millionen-Marke geknackt. Doch hinter dem Jubel über den neuen Einwohner-Rekord verbirgt sich eine besorgniserregende Entwicklung.

Köln hat eine neue Schallmauer durchbrochen! Zum ersten Mal leben über 1,1 Millionen Menschen in der Domstadt. Die brandneue Bevölkerungsstatistik der Verwaltung belegt es schwarz auf weiß: Exakt 1.100.076 Personen waren zum 31. Dezember 2025 hier gemeldet.

Das ist ein Zuwachs von 2557 Menschen gegenüber dem Vorjahr, was einem Plus von 0,2 Prozent entspricht. Ein für Metropolen üblicher Wert, auch wenn andere Städte wie München mit 0,5 Prozent ein höheres Tempo vorlegen.

Köln mit Einwohner-Rekord, doch das hat einen Haken

Doch dieser Zuwachs hat einen entscheidenden Haken, denn er stammt nicht aus den eigenen Reihen. Die Bilanz aus Geburten und Todesfällen, die sogenannte natürliche Bevölkerungsentwicklung, ist nämlich seit dem Jahr 2022 im Minus. Im Klartext bedeutet das: In der Stadt sterben mehr Menschen, als Babys zur Welt kommen.

Die Zeiten des Babybooms der 1960er-Jahre, als in Köln jährlich über 16.000 Kinder das Licht der Welt erblickten, sind lange vorbei. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg in den 2010er-Jahren mit über 10.000 Geburten pro Jahr, zeigt die Kurve wieder nach unten. Im Jahr 2025 wurden nur 9059 Neugeborene registriert – erneut ein Rückgang.

Dem stehen 10.123 Verstorbene gegenüber, was zu einem düsteren Saldo von minus 1064 führt. Dieses Niveau reicht bei weitem nicht aus, um die Einwohnerzahl aus eigener Kraft zu halten.

Das Wachstum der Stadt wird somit das dritte Jahr in Serie ausschließlich durch Zuzüge getragen. Im Jahr 2025 kamen 56.321 neue Personen nach Köln, während 53.280 die Stadt verließen. Der daraus resultierende Gewinn von 3041 Menschen genügt gerade so, um das Geburtendefizit zu kompensieren.

Diagramm zur Einwicklung der Einwohnerzahlen

Copyright: Copyright: klxm.de/Quelle: Stadt Köln

Seit 2021 steigt die Einwohnerzahl in Köln kontinuierlich, die Zahl der Neugeborenen sind in den letzten Jahren.

Wer nach Köln kommt, stammt mehrheitlich aus dem Ausland. Betrachtet man nur die Umzüge aus anderen deutschen Orten nach Köln, bleibt ein Plus von 2853. Zieht man jedoch die internationalen Zuzüge und Wegzüge in Betracht, ergibt sich ein Gewinn von 7085 Personen. In den Vorjahren war dieser Wert allerdings noch deutlich größer (Durchschnitt der letzten zehn Jahre: +11.500).

Das ist zum Beispiel darauf zurückzuführen, dass 2015 und 2016 im Rahmen der Migrationswelle besonders viele Menschen nach Köln kamen. 2022 ließ der Angriffskrieg Russlands die Zahl wachsen, der allein in diesem Jahr 11.539 Ukrainerinnen und Ukrainer nach Köln brachte. Insgesamt wurden 2025 weniger Umzüge über die Kölner Stadtgrenze registriert als im Vorjahr.

Die meisten Zuzüge aus der Türkei und Ukraine

Im Jahr 2025 kamen die meisten Neu-Kölner aus der Türkei (1489), gefolgt von der Ukraine (1439). Die starke Abhängigkeit der Kölner Einwohnerzahl von Zuzügen macht die Entwicklung für die Stadt schwer vorhersehbar. Sollte die Zuwanderung, etwa durch ökonomische Krisen, einbrechen, droht Köln eine Schrumpfung, da das eigene demografische Fundament, die Geburten, als Ausgleich fehlt.

Das bedeutet: Ohne den Zuzug aus dem Ausland würde Kölns Einwohnerzahl schrumpfen. Mehr Menschen in der Stadt bringen aber auch mehr Arbeitskräfte, ein Wirtschaftswachstum durch gesteigerten Konsum und höhere Steuereinnahmen, kulturelle Vielfalt durch die Internationalisierung und eine demografische Verjüngung. Denn die Zuwanderer sind oft jünger als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Andererseits führt eine wachsende Bevölkerung auch zu Problemen: Wohnraum wird rarer, Mieten und Immobilienpreise klettern, der Druck auf Schulen und Krankenhäuser wächst. Familien ziehen ins Umland, da sie dort eher bezahlbaren Wohnraum finden. Auch dieser Trend ist in Köln zu sehen. Er mündet in einem Kreislauf, der für Köln noch weniger Geburten zur Folge hat.

So sieht die Entwicklung der Single- sowie der Senioren-Haushalte aus.

Copyright: Copyright: klxm.de/Quelle: Stadt Köln

So sieht die Entwicklung der Single- sowie der Senioren-Haushalte aus.

Die Zuwanderung, insbesondere aus dem Ausland, beeinflusst auch eine andere Kölner Statistik: In der Domstadt leben immer mehr Personen mit einem Migrationshintergrund. Der Anteil kletterte 2025 auf 43,1 Prozent. Hierzu zählt die Stadtverwaltung nichtdeutsche Staatsbürger, Eingebürgerte, Aussiedler und deutsche Kinder unter 16 Jahren, bei denen mindestens ein Elternteil im Haushalt einen Migrationshintergrund hat. Vor einem Jahrzehnt lag der Wert noch bei ungefähr 38 Prozent.

Köln ist jung

Wer in die Domstadt zieht, ist oft jung. In der Altersklasse der 18- bis 30-Jährigen konnte Köln im letzten Jahr 9449 neue Einwohnerinnen und Einwohner gewinnen, wenn man Zu- und Wegzüge in dieser Gruppe verrechnet. Studierende und junge Fachkräfte schätzen traditionell die Anbindung an die pulsierende Metropole und ihre Infrastruktur.

An den 24 Hochschulen in Köln sind 100.000 Menschen eingeschrieben. Das macht zehn Prozent der Bevölkerung aus und unterstreicht die Bedeutung der Stadt als Wissenschafts- und Forschungsstandort. Dementsprechend ist der Durchschnitts-Kölner 2025 mit 42,7 Jahren zwei Jahre jünger als der Durchschnitts-Deutsche (44,9 Jahre, basierend auf den jüngsten Daten von 2024).

Diagramm zu den entscheidenden Zu- und Fortzügen

Copyright: Copyright: klxm.de/Quelle: Stadt Köln

In allen anderen Altersklassen haben mehr Menschen Köln verlassen, als neue hinzugekommen sind.

In allen anderen Altersklassen haben mehr Menschen Köln verlassen, als neue hinzugekommen sind: bei den Unter-18-Jährigen, besonders bei den 30- bis 60-Jährigen und auch bei den Senioren. Dass speziell Familien wegziehen, zeigt sich zudem an der abnehmenden Zahl der Haushalte mit Kindern. 2025 waren es 101.926, was 606 weniger als im Vorjahr sind. Ursachen für die Suburbanisierung, also den Umzug ins Umland einer Metropole, sind klassischerweise hohe Immobilienpreise und ein angespannter Wohnungsmarkt. Beides trifft auf Köln zu. Die umliegenden Kreise verzeichnen entsprechend mehr Zuzüge aus dem Inland, als sie durch Wegzüge verlieren.

Demografischer Wandel

Die deutsche Bevölkerung altert insgesamt. Und: Jede nachfolgende Generation ist kleiner als die vorherige. Anstelle der 2,1 Kinder, die für eine stabile Bevölkerungszahl nötig wären, bekommt eine Frau im Durchschnitt nur 1,4 Kinder. Der demografische Wandel führt auch dazu, dass die Gesellschaft mehr ältere Menschen versorgen muss – die Babyboomer erreichen jetzt das Rentenalter. Dadurch fehlen Arbeitskräfte, und der Pflegebedarf nimmt zu. Auch in Köln ist ein Viertel der Bevölkerung älter als 60 Jahre.

Dies stellt die Stadt vor große Herausforderungen, zum Beispiel bei der Schaffung von genügend Pflegeeinrichtungen für die Kölnerinnen und Kölner. Aus diesem Grund haben Verwaltung und Rat bereits im Vorjahr entschieden, der Pflege in der Stadtplanung eine höhere Priorität einzuräumen: Bei neuen Bebauungsplänen sollen solche Einrichtungen bevorzugt berücksichtigt werden.

Mehr Senioren leben allein

In Köln gibt es insgesamt 575.992 Haushalte, und auch diese Zahl ist 2025 wieder gestiegen. 51,9 Prozent davon sind Einpersonenhaushalte (298.905). Das ist ebenfalls typisch für eine Großstadt. In den Stadtstaaten beträgt die Quote rund 50 Prozent, in ganz Deutschland jedoch nur 41 Prozent. Gründe hierfür sind die vielen Studierenden in der Stadt, eine hohe Fluktuation durch junge Zuzügler und das Problem für Familien, in der Stadt größere und bezahlbare Wohnungen zu finden.

Auch bei den Seniorenhaushalten ist der Anteil der Wohnungen, in denen nur eine Person wohnt, hoch. Ein Haushalt gilt per Definition als Seniorenhaushalt, wenn die jüngste Person mindestens 60 Jahre alt ist. Von den 146.634 Seniorenhaushalten werden 96.716 von nur einer Person bewohnt. Das sind 2208 Einpersonen-Seniorenhaushalte mehr als 2024. Es leben also viele ältere Kölnerinnen und Kölner für sich allein. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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