Ein Facebook-Kommentar eines Kirchenrichters des Kölner Erzbistums hat für großes Entsetzen gesorgt.
Nazi-VergleichKirchenrichter aus Kölner Erzbistum sorgt mit Kommentar für Entsetzen

Copyright: picture alliance/dpa
Ein Kirchenrichter des Kölner Erzbistums hat mit einem Facebook-Kommentar für Entsetzen gesorgt.
Skandal im Erzbistum Köln: Ein Kirchenrichter hat mit einem Vergleich mit Joseph Goebbels in einem Facebook-Kommentar unter einem Post des „Domradios“ große Empörung ausgelöst.
Der Kirchenrichter hatte das Domradio als „Propagandaorgan“ bezeichnet, das eine Propaganda betreibe und geschrieben: „Goebbels lässt grüßen“.
Kritik an Kirchenrichter des Kölner Erzbistums groß
Goebbels war unter Adolf Hitler Propagandaminister und damit einer der Hauptverantwortlichen für die Verbrechen des Nationalsozialismus.
Das Kölner Domradio, das zum Erzbistum Köln gehört, hatte auf seiner Website einen Bericht zu den offenen Fragen bei den Finanzen der Kölner Hochschule für katholische Theologie wiedergegeben und darauf auf Facebook hingewiesen. Unter das entsprechende Posting setzte der als sehr konservativ bekannte Kirchenrichter seinen Kommentar.
Chefredakteur des Domradios Ingo Brüggenjürgen verurteile diesen Vergleich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch (23. Februar 2022). „Ein Vergleich mit der NS-Propaganda von Goebbels verbietet sich. Ein Diözesanrichter eines Erzbistums sollte das eigentlich wissen“, so Brüggenjürgen.
Auch Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, machte aus seiner Meinung zu dem Kommentar keinen Hehl. Auf Facebook schrieb er, dass es nichts Neues sei, wenn aus rechtskatholischen Kreisen mit hoher Aggressivität und üblen persönlichen Angriffen gegen Menschen agitiert werde, die eine andere Auffassung hätten.
Kirchenrichter von Kölner Erzbistum entschuldigt sich für Goebbels-Vergleich
„Dass allerdings ein Priester und Kirchenrichter das Kölner Domradio und damit deren Mitarbeitende mit einem Nazi-Vergleich attackiert, ist völlig inakzeptabel. Solchen furchtbaren Entgleisungen muss klar und deutlich widersprochen werden“, so Pfeffer.
Der Stadtdechant von Bonn, Wolfgang Picken, forderte jedenfalls den derzeitigen Vertreter von Kardinal Rainer Woelki, Weihbischof Rolf Steinhäuser, auf, den Priester öffentlich zu ermahnen und sich persönlich von dessen Aussagen zu distanzieren.
Das hat der Kirchenrichter nun getan: „Ich erkläre hiermit ausdrücklich, dass ich damit einen völlig unangemessenen Vergleich vorgenommen habe, der in keiner Weise auf die journalistische Arbeit von Domradio zutrifft“, schreibt er in seinem Statement.
Wie es nun um die Zukunft des Kirchenrichters steht, ist bisher noch unklar. Auf die Frage der dpa, ob der Priester trotz seines Kommentars Kirchenrichter bleibe, antwortete eine Sprecherin des Erzbistums Köln, sie könne derzeit lediglich antworten, dass Gespräche mit dem Priester stattgefunden hätten. „Über deren Inhalt haben wir keine weitere Kenntnis.“ (ra, mit dpa)

