Neuer Gastro-Knigge Kölsch weiter im Glas? Gastronomen haben die überraschende Antwort

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Josef Rayes bereitet sich vor und misst Abstände in seinem Biergarten am Aachener Weiher.

Köln – Auch in Köln dürfen ab Montag (11. Mai) Restaurants, Brauhäuser, Biergärten und andere Lokale wieder öffnen. Doch die Gastronomen dürfen den Betrieb nur unter strengen Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen wieder aufnehmen.

Diese neuen Bedingungen für Gäste und Gastronomen stellen viele Kölner Restaurants vor neue Herausforderungen.

Köln: Gastro-Gäste und Personal sollen Mundschutz tragen

Ob tatsächlich alle Gastronomen in Köln ab Montag wieder öffnen werden, ist nach den Worten von DEHOGA Nordrhein-Sprecher Thorsten Hellwig noch unklar.

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„Wir sind mit Hochdruck dabei, alles dafür vorzubereiten, um am Montag um 12 Uhr starten zu können“, erklärt unterdessen Thomas Deloy, Geschäftsleiter des Gaffel am Dom.

Gäste müssen ab Montag im Brauhaus Masken tragen. Am Sitzplatz können die Gäste ihren Mundschutz jedoch wieder abnehmen. Zum Beispiel auf dem Weg zur Toilette soll jedoch der Mundschutz getragen werden und immer dann, wenn sich vom Tisch wegbewegt wird.

„Wege, die unsere Gäste im Brauhaus zurücklegen, müssen immer mit Maske bestritten werden“, bestätigt Deloy.

Kölschglas-Fans können sich freuen

Trotz neuen strengen Hygienestandards können Kölschglas-Fans aufatmen. Denn während viele Gäste vorab befürchtetet haben, dass sie ihr Kölsch im Brauhaus nun nur noch aus der Flasche trinken können, ist dies bislang keine Vorgabe.

„Wir werden unseren Gästen das Kölsch ganz normal zum Beispiel in 0,2-Liter-Gläsern servieren können“, so Deloy.

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Thomas Deloy von der Gaffel-Brauerei erklärt das Konzept.

Dahinter stecke die neue behördliche Erkenntnis, dass es ausreiche, Gläser mit Spülmittel bei mindestens 45 Grad zu reinigen. Es werde mit entsprechen Spülmaschinen gearbeitet, um die Hygienestandards zu gewährleisten.

„Wir werden auch weiterhin mit der Hand spülen und das Wasser dabei entsprechend erhitzen und die Frequenz erhöhen, was den Austausch des Wassers angeht. Die Fettschicht des Virus wird dabei durch das Spülmittel abgetötet“, erklärt Deloy.

Gaffel am Dom: Köbes bedient Gäste mit Gesichtsvisier

Eine große Veränderung im Brauhaus Gaffel am Dom dürfte auch die Bedienung der Gäste sein.

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Auch das Brauhaus Gaffel am Dom darf ab dem 11. Mai wieder öffnen. Doch für Mitarbeiter und Gäste wird sich viel ändern.

„Der Köbes wird bei uns mit einem Gesichtsvisier ausgestattet, um mit Gästen sprechen zu können“, so Deloy.

Es werde auch erst einmal eine kleinere Speisekarte geben. Das Gaffel am Dom werde das Essverhalten der Gäste erst überprüfen und dann möglicherweise aufstocken.

„Noch schwebt immer noch das Damoklesschwert über uns, nicht geöffnet bleiben zu dürfen, wenn die Zahlen wieder steigen“, erklärt die Deloy zur Lage.

„Der Hygienestandard in deutschen Küchen ist hoch“

Daher sei eine langfristige Planung des Betriebs mit Lebensmitteln aktuell schwierig.

Das Brauhaus hat auch in Sachen Salz- und Pfefferstreuer auf Einmaltütchen umgestellt. In der Küche werde sich jedoch nichts ändern.

„Der Hygienestandard in deutschen Küchen ist so hoch, dass wir hier keine neuen Maßnahmen einführen müssen“, so Deloy über seine Branche.

Gäste müssen nicht zwingend reservieren, aber registriert werden

Um die Mindestabstände einhalten zu können, wird das große Brauhaus nach der Wiederöffnung in der nächsten Woche jedoch ca. 50 Prozent weniger Gäste bedienen können. Kleine Gruppen in Form von zwei Haushalten die gemeinsam essen gehen, dürfen am Tisch im Brauhaus Platz nehmen.

Im „Gaffel am Dom“ müssen Kunden ab nächster Woche nicht zwangsläufig reservieren, doch das Brauhaus empfiehlt die Reservierung. Gäste müssen vor dem Einlass namentlich registriert werden.

Brauhaus „Gilden am Zims“: „Mitarbeiter freuen sich, endlich wieder arbeiten zu dürfen“

So sieht es auch im Brauhaus „Gilden im Zims“ ab Montag aus, wie Geschäftsführer Geert Dilien gegenüber EXPRESS erklärt. Trotz strenger und neuer Hygienebedingungen ist die Stimmung im Team gut. „Alle Mitarbeiter freuen sich, endlich wieder arbeiten zu dürfen.“

Die Kellner müssten zwar mit Mundschutz bedienen, doch das halte sie nicht davon ab, positiv zu bleiben.

„Seit der Bekanntgabe am Mittwoch stand bei uns das Telefon nicht still“, so Dilien. Er habe schon viele Reservierungen und man erwarte viele Gäste, auch wenn man nicht mehr so viele bedienen könne wie zuvor.

„Jeder Schritt hin zu etwas mehr Normalität ist dem Kölner Wohlbefinden zuträglich“

Im „Gaffel am Dom“ ist noch nicht klar, wie viele Gäste nächste Woche vor der Tür stehen werden. Doch auch hier begrüßt man die Möglichkeit zur Wiederöffnung. „Jeder Schritt hin zu etwas mehr Normalität ist aktuell dem Wohlbefinden der Kölner zuträglich“, findet Deloy.

Der Eingang für die Gäste wird ab Montag am Bahnhofsvorplatz sein, der Ausgang an der Trankgasse. Diese sogenannte Einbahnstraße sei sinnvoll. Rollstuhlfahrer sind davon ausgenommen.

Biergarten am Aachener Weiher bereitet sich auf Gäste vor

Im Biergarten am Aachener Weiher bereitet sich Geschäftsführer Josef Rayes am Freitag gezielt auf seine Gäste vor. Desinfektionsmittel an Ein-und Ausgängen, alles muss bereitgestellt werden. Auch während des Betriebs müssen Mitarbeiter die Tische regelmäßig reinigen. Im Außenbereich will Chef-Rayes vorerst keine Tische aufstellen.

„Der Aachener Weiher ist ein öffentlicher Platz, da setzen sich die Leute sonst hin“, erklärt er dazu. Der Biergarten-Chef ist jedoch aktuell vor allem  mit Aufräumarbeiten beschäftigt, nachdem er acht Wochen geschlossen hatte.

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Statt seinen 900 Plätzen im Biergarten wird Rayes nächste Woche lediglich 250 bis 300 Gäste in Empfang nehmen können. Er freut sich auf die Wiederöffnung, doch sieht die Lage auch mit gemischten Gefühlen.

„Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die wir Gastronomen nun erfüllen müssen. Wir nehmen das ernst“, so der Kölner.

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