„Hier, um zu trauern“Särge, Masken, Kreuze: Protestaktion am Kölner Dom sorgt für Aufsehen

Bei einer Protestaktion der Tierschutzorganisation PETA zogen die 60 Teilnehmenden am Samstagmittag am Kölner Dom alle Blicke auf sich.

Rund 60 Mitglieder der Tierschutzorganisation PETA standen am Samstagmittag (20. Mai 2023) vor dem Kölner Dom, um gegen Speziesismus zu protestieren.

Bei einer Protestaktion der Tierschutzorganisation PETA zogen die 60 Teilnehmenden am Samstagmittag am Kölner Dom alle Blicke auf sich.

von Niklas Brühl (nb)

Die Tierschutzorganisation PETA hat mit einer großangelegten Aktion am Samstagmittag (20. Mai 2023) für Aufsehen vor dem Kölner Dom gesorgt. Rund 60 Demonstrantinnen und Demonstranten zeigten sich in schwarzer Kleidung – dabei hatten sie außerdem Särge und schwarze Kreuze.

Mit der Protestaktion wollten die Tierschützerinnen und Tierschützer auf den Speziesismus aufmerksam machen. Laut der Organisation war es die größte PETA-Protestaktion des Jahres 2023.

PETA-Demo in Köln: Mit Särgen, Masken und Kreuzen gegen Speziesismus

Laut einer Mitteilung von PETA sei der Begriff des Speziesismus beim Großteil der deutschen Bevölkerung noch nicht geläufig. „Analog zu den Begriffen ‚Rassismus‘ und ‚Sexismus‘ beschreibt ‚Speziesismus‘ eine Form der Diskriminierung – genauer gesagt, die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit“, heißt es in dem Statement der Tierschutzorganisation.

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Der Mensch werde hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben werde auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: „So werden zum Beispiel Hunde und Katzen liebevoll umsorgt, Schweine, Rinder und Hühner hingegen werden getötet und gegessen. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur ‚falschen‘ Spezies werden Tiere zu Forschungsobjekten, Nahrungsmitteln, Bekleidungsmaterial oder Spielzeug herabgestuft.“

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Die schwarz gekleideten Demonstrantinnen und Demonstranten hielten auf der Domplatte beispielsweise Fotos von Schweinen, Rindern oder Hühnern, aber auch von Affen oder Füchsen in die Luft. Zudem trugen sie Masken der betroffenen Tiere und standen in den mitgebrachten schwarzen Särgen. Auf diesen war die Aufschrift zu lesen: „Speziesismus tötet“.

Ein Slogan, der von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern während einer Rede bei der Demonstration auch immer wieder lautstark zu hören war. „Wir stehen heute hier, um zu trauern und aufzuklären: Denn genau wie wir wollen Tiere einfach nur ein friedliches und selbstbestimmtes Leben führen“, so Alina Langenhorst, Streetteam-Betreuerin bei PETA.

„Sie empfinden Schmerz, Angst, Hunger, Durst, Freude und Einsamkeit. Sie haben also genau dieselben grundlegenden Gefühle wie wir – und trotzdem behandeln wir sie wie Dreck, wie Maschinen und verwehren ihnen alles, sogar ihr Leben.“

Das sage sehr viel mehr über die Menschen aus als über die Tiere. Der Mensch sei den Tieren nicht überlegen und habe kein Recht, Tiere ohne Rücksicht auf ihre Bedürfnisse einzusperren, zu missbrauchen, zu quälen und zu töten, so Langenhorst weiter.