Hier wird neun Mal pro Stunde einer erwischt Ist das Kölns fiesester Blitzer?

kra_blitzerhansa001

Der Starenkasten am Hansaring ist einer der verstecktesten Kölns: Er steht auf dem Hansaring, kurz vor der Ampel Höhe Vogteistraße und dem Hansagymnasium in Fahrtrichtung Ebertplatz. Binnen eines guten Jahres gab es hier 4898 Fälle im Punktebereich, davon 290 mit Fahrverbot.

Köln – Seit Mai 2017 gilt auf dem Hansaring Tempo 30, seit September 2017 stehen dort neumodische, „stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen“. Etwa an der Ampel kurz vor dem Hansagymnasium, Fahrtrichtung Ebertplatz. Hier tobt ein veritables Blitzlichtgewitter.

83.221 hat es hier in gut einem Jahr geblitzt

Satte 83.221 Mal hat die Kamera auf dem Hansaring Höhe Vogteistraße  in gut 385 Tagen ausgelöst. Neunmal pro Stunde!

Jahrzehntelang galt Tempo 50

Alles zum Thema Ebertplatz
  • Razzia in Köln Polizei-Hunde finden gewiefte Drogen-Verstecke am Ebertplatz
  • Brutale Szenen am Ebertplatz Kopf gegen Mauer geschleudert – Kölner Polizei sucht das Opfer
  • Viele Hinweise Jugendliche überfallen Kölner und entkommen – doch am Ebertplatz war Schluss
  • Alkohol und Drogen im Blut Raser (21) flüchtet vor Kölner Polizei – Kameras verraten ihn
  • Ebertplatz Neuer Plan für Kölner Brennpunkt – das wird viele freuen
  • Kölner Polizei Ebertplatz gestürmt, Drogenbunker entdeckt – Dealer extrem skrupellos
  • „Eingriff in mein Leben” Brutale Attacke: Kölner Schauspiel-Star am Ebertplatz in Klinik geprügelt
  • Brennpunkt Ebertplatz Dealer machen immer weiter: Kölner Polizei findet irre Drogen-Verstecke
  • Kölner Hauptbahnhof Bundespolizist guckt aus dem Fenster und rennt sofort los
  • Kölner Drogen-Hotspot Polizei hört Gruppe plötzlich laut pöbeln – das hat Folgen

So auch bei Norbert Munkler. Der 70-jährige Kaufmann war auf dem Hansaring Richtung Ebertplatz unterwegs. „Ich fahre dort seit 50 Jahren entlang und habe mich immer ans Tempolimit gehalten“, sagt er. Auch vor ein paar Wochen bin ich da gefahren, da blitzte es plötzlich. Ich war völlig überrascht.“

80 Euro Knöllchen plus Punkt in Flensburg

Die Knolle hatte es in sich. „54 Stundenkilometer soll ich nach Abzug der Toleranzen  gefahren sein. Das kommt hin. Wenn Tempo 50 gelten würde, wäre nichts passiert“, ärgert sich Munkler. „Jetzt muss ich die dicke Knolle zahlen und habe außerdem noch einen Punkt in Flensburg.“

Forderung nach Hinweisschildern

Er verlangt die Löschung des Punktes. Munklers Argumentation: „Die Stadt hätte Schilder aufstellen müssen, die auf das geänderte Tempolimit aufmerksam machen.“

kra_blitzerhansa002

Der Starenkasten auf dem Hansaring hat zwischen dem 12. September 2017 und dem 2. Oktober 2018 exakt 83.221 Mal ausgelöst, weil Autofahrer schneller als mit Tempo 30 unterwegs waren.

Stadt Köln sagt: Tempo-30-Schilder reichen aus

Dem widerspricht die Stadt: „Tempo 30 gilt an der betreffenden Stelle seit Mai 2017. An allen Einmündungen stehen in beide Fahrtrichtungen deutlich sichtbar Tempo-30-Schilder. Ein weiterer Hinweis ist somit nicht erforderlich – anders als bei geänderten Vorfahrtsregeln, wegen Gefährdung der Verkehrssicherheit“, teilt Lars Hering vom Presseamt mit.

Konzept für mehr Verkehrssicherheit

Die Tempolimits und neuen Blitzer (hier wird in Wuppertal geblitzt) sind Teil des verschärften Vorgehens gegen Raser, als Teil des Konzepts für mehr Verkehrssicherheit. Die Ringe gelten als Raserstrecke.

4898 Fälle im Punktebereich, 290 Mal Lappen weg

Der Blitzer am Hansaring ist jedenfalls rekordverdächtig: In den vergangenen zwölf Monaten hat er 83.221 Mal geblitzt. 4898 Fälle liegen im Punktebereich, davon 290 mit Fahrverbot. Jeder andere der 36 stationären Blitzer im Stadtgebiet löste im Jahr 2017 im Schnitt „nur“ 6580 Mal aus.  Legt man im Schnitt 15 Euro pro Knolle zugrunde, hat die Stadt mit dem Rekordblitzer am Hansaring bereits 1,25 Millionen Euro kassiert.

Neue Blitzer für die neun Kölner Stadtbezirke

Jeder der neun Kölner Stadtbezirke soll mit einer neuen Technik, sogenannten „semistationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen“ ausgestattet werden. Bei diesen Systemen handelt es sich um laserbasierte Geschwindigkeitsmessanlagen, die drehbar in einem Einachsanhänger montiert sind. Ein Anhänger am Straßenrand fällt kaum auf.

Einmalig 2,7 Millionen Euro investiert, jährlich 7,2 Millionen Euro einnehmen

Die neuen Tempolaser können beide Fahrtrichtungen ohne Personal überwachen. 2,7 Millionen Euro investiert die Stadt einmalig in die neuen Systeme – auf 7,2 Millionen Euro jährlich prognostiziert die Stadt die Einnahmen.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.